(Im ersten Satz des vorletzten Absatzes muss es "vorgesehen sind" heißen.)
KOBLENZ/DÜSSELDORF/NEUSS (dpa-AFX) - Deutschlands größter Rüstungskonzern Rheinmetall
Die Bestellung des Modells FV-014 erfolgte innerhalb eines Rahmenvertrags, der informierten Kreisen zufolge ein Volumen von einer Milliarde Euro hat. Insgesamt geht es um eine fünfstellige Anzahl an Drohnen. Die Konkurrenten Stark und Helsing haben ähnliche Rahmenverträge und bereits Aufträge bekommen, Rheinmetall ist hierbei der Nachzügler. Der Panzerbauer und Munitionsfabrikant musste die Drohne erst neu entwickeln und auf den Markt bringen. Die Drohnen sind mit Sprengstoff beladen, außerdem werden sie für Aufklärungszwecke genutzt.
70 Minuten Flugzeit und 100 Kilometer Reichweite
Rheinmetall-Chef Armin Papperger zeigte sich zufrieden. "Mit der FV-014 wird die Bundeswehr ein weiteres Waffensystem erhalten, mit dem sie eigene Kräfte schützen und kritische Ziele schnell, kontrolliert und wirksam bekämpfen kann", sagte der Manager. Rheinmetall werde das System schon sehr bald im industriellen Maßstab in hohen Stückzahlen produzieren.
Die Drohnen haben den Angaben zufolge eine Reichweite von bis zu 100 Kilometern, ihr Gefechtskopf wiegt inklusive Zündvorrichtung rund vier Kilo. Die Drohne kann bis zu 70 Minuten in der Luft bleiben und Ziele beobachten. Das Produkt wird vollständig in der EU produziert.
Die Bundeswehr wertet an der Loitering Munition positiv, dass sie mit diesem Waffentyp schnell reagieren und feindliche Ziele präzise bekämpfen könne. Die Reichweite sei zudem höher als mit Artilleriegranaten.
Software soll kontinuierlich weiterentwickelt werden
Streng genommen sind es gar keine Drohnen, sondern es handelt sich um Munition, da diese Waffensysteme für den einmaligen Gebrauch vorgesehen sind. Sie werden von einem Container aus mit einer Zündvorrichtung nach oben geschossen, entfalten sich in der Luft und fliegen weiter. Eine Landung und erneute Nutzung ist nicht vorgesehen: Ist die Zeit abgelaufen und kein Ziel gefunden, lasse man sie kontrolliert abstürzen, so ein Rheinmetall-Sprecher.
Wichtig bei diesem Waffentyp ist die Software, die immer kontinuierlich weiterentwickelt werden muss. Die Verträge mit den Drohnenlieferanten enthalten Innovationsklauseln, heißt es von der Bundeswehr. Diese Klauseln verpflichten die Hersteller, die Systeme auf dem neuesten Stand zu halten. "Ohne eine solche Klausel könnten die heute gekauften Systeme in wenigen Monaten wirkungslos sein, weil der potenzielle Gegner bereits Gegenmaßnahmen ergriffen hat."/wdw/DP/jha
Quelle: dpa-Afx