(Technische Wiederholung.)

RAHWAY/CAMBRIDGE (dpa-AFX) - Die beiden US-Pharmakonzerne Moderna und Merck & Co haben mit ihrem gemeinsam entwickelten personalisiertem mRNA-Krebsimpfstoff Intismeran einen wichtigen Erfolg erzielt. Die Konzerne wollen nun auf Basis der Daten mit den zuständigen Arzneimittelbehörden über die Einreichung eines Zulassungsantrags beraten. Die Aktie von Moderna schoss nach den Nachrichten vorbörslich zuletzt um gut 90 Prozent nach oben, für das Merck-Papier ging es um rund 7 Prozent hoch. Die Experten von JPMorgan hatten die Therapie jüngst als das wichtigste Produkt in der Pipeline von Moderna bezeichnet.

Wie die Unternehmen am Mittwoch mitteilten, konnte in einer Studie im späten Entwicklungsstadium (Phase III) das Vakzin in Kombination mit dem Immunmedikament Keytruda von Merck die Rate des Wiederauftretens von Melanomen - sogenannter schwarzer Hautkrebs - stärker senken als die Immuntherapie allein.

Keine Details gab es dazu, wie stark der Impfstoff das rezidivfreie Überleben verbessert hat - also die Zeitspanne, in der ein Patient lebt, ohne dass der Hautkrebs zurückkehrt. Die Impfung trug aber auch dazu bei, die Ausbreitung von Tumoren im Körper zu verhindern. Damit wurde ebenfalls ein wichtiges sekundäres Endziel der Test erreicht. Den Angaben zufolge handelt es sich damit um die erste positive Studie der späten Entwicklungsphase für eine mRNA-basierte Krebstherapie überhaupt.

Für Moderna ist der Erfolg strategisch besonders bedeutsam. Nach dem Einbruch des Covid-Impfstoffgeschäfts muss der Konzern beweisen, dass seine mRNA-Technologie auch jenseits von Corona kommerziell tragfähig ist. In einem Interview mit der Nachrichtenagentur Bloomberg sagte Moderna-Chef Stéphane Bancel, die Impfung könnte abhängig vom Ausgang der behördlichen Prüfung bereits 2027 zugelassen werden.

Merck & Co und Moderna arbeiten seit mehr als einem Jahrzehnt an der Technologie hinter dem Impfstoff, der den vollständigen Namen Intismeran Autogene trägt. Er wurde mithilfe der Messenger-RNA-Technologie entwickelt, die auch beim Covid-19-Impfstoff von Moderna zum Einsatz kam. Dabei wird jede Impfung auf Grundlage der spezifischen Tumormutationen des jeweiligen Patienten individuell angepasst. Bei der Kombinationstherapie mit Keytruda sollen beiden Medikamente zusammenwirken und das Immunsystem des Körpers darauf trainieren, verbliebene Krebszellen anzugreifen.

In der Studie wurde der mRNA-Impfstoff Patienten nach der operativen Entfernung ihrer Tumore in Kombination mit Mercks Keytruda verabreicht. Die Kontrollgruppe erhielt allein die Immuntherapie.

Die Unternehmen wollen die Ergebnisse nun auf einem bevorstehenden internationalen Fachkongress vorstellen. Die Studie soll unterdessen weitergehen. Dabei rücken weitere wichtige Endpunkte ins Visier, beispielsweise die Frage, ob Patienten, die den Impfstoff erhalten, länger leben als allein nur mit Keytruda.

Das Melanom ist die schwerste Form von Hautkrebs. Laut einem Bericht des Robert-Koch-Instituts erkrankten in Deutschland im Jahr 2023 gut 27.000 Menschen neu daran, die Tendenz ist steigend./tav/mne/stk

Quelle: dpa-Afx