Seit 54 Jahren erhöht dieses Unternehmen seine Dividende. Nun ist die Aktie so günstig bewertet wie seit Jahren nicht mehr. Die anstehenden Quartalszahlen könnten darüber entscheiden, ob die Aktie endlich zur Wende ansetzt.

Seit 54 Jahren wurde die Dividende jedes Jahr erhöht. Die Umsätze und Gewinne sind über Jahrzehnte langsam, aber konstant und planbar gewachsen. Trotzdem liegt die Aktie auf Fünfjahressicht mehr als 16 Prozent im Minus und die Bewertung auf dem niedrigsten Stand seit mehr als zehn Jahren. Wir sprechen von PepsiCo – einem der weltgrößten Getränke- und Snackhersteller. Am Donnerstag, den 8. Oktober, veröffentlicht das Unternehmen seine Quartalszahlen. Könnte nun die Wende bevorstehen?

PepsiCo (WKN: 851995)

Das Kerngeschäft schwächelt

Der Hauptgrund für die schlechte Performance der PepsiCo-Aktie in den vergangenen Jahren war das nachlassende Umsatzwachstum. Vom vierten Quartal 2023 bis zum dritten Quartal 2025 stagnierte der Umsatz sogar. Besonders hart traf es das wichtige Nordamerika-Geschäft, das für rund 60 Prozent der Umsätze verantwortlich ist.

Seit drei Quartalen liegt das Umsatzwachstum des gesamten Konzerns zwar wieder bei mehr als fünf Prozent. Haupttreiber sind jedoch vor allem das internationale Geschäft sowie einige Übernahmen. Das Nordamerika-Geschäft stagniert nach Bereinigung um die Übernahmeeffekte weiterhin.

Besonders brisant: Im wichtigen Getränkegeschäft in Nordamerika ist das Absatzvolumen seit mehreren Jahren rückläufig. Coca-Cola konnte sein Volumen hingegen steigern und PepsiCo damit Marktanteile abnehmen.

Gesündere Produkte sollen neues Wachstum bringen

Neben dem weiterhin solide wachsenden internationalen Geschäft könnte in den kommenden Jahren auch die jüngere Zielgruppe wieder stärker zum Wachstum beitragen. Hier stehen statt klassischer Cola zunehmend gesündere und funktionale Varianten im Vordergrund. PepsiCo nennt unter anderem Hydration, Protein, Ballaststoffe, Energy und Zero Sugar als zentrale Wachstumsfelder. 2025 übernahm das Unternehmen dazu den Limonadenhersteller Poppi sowie den mexikanischen Snackhersteller Siete.

Diese Strategie ist aus Anlegersicht positiv zu bewerten, da das Unternehmen die starken Cashflows aus dem Kerngeschäft nutzt, um zukünftiges Wachstum sicherzustellen.

In den kommenden Jahren erwarten Analysten im Schnitt ein jährliches Umsatzwachstum von rund drei Prozent und ein Gewinnwachstum von etwa vier Prozent. Die Margen sollen dabei weitgehend konstant bleiben.

Dividende auf ungewöhnlich hohem Niveau

Mit 4,7 Prozent ist die Dividendenrendite bei PepsiCo aktuell so hoch wie seit mehr als zehn Jahren nicht mehr. Bis Ende 2024 pendelte sie meist zwischen zwei und drei Prozent. Seither wurde einerseits die Dividende weiter erhöht. Andererseits ging der Aktienkurs deutlich zurück, was die Dividendenrendite für neue Aktionäre zusätzlich steigen ließ.

An der Sicherheit der Dividende gibt es derzeit kaum Zweifel: Seit 54 Jahren wurde die Ausschüttung Jahr für Jahr erhöht und ist tief in der Unternehmenspolitik verankert. Zudem wurden im vergangenen Jahr nur rund 75 Prozent des Gewinns ausgeschüttet, wodurch genügend Puffer für Investitionen bleibt. Auch das erwartete Gewinnwachstum der kommenden Jahre dürfte moderate weitere Dividendensteigerungen ermöglichen.

Bringen die Quartalszahlen die Wende?

Wichtiger als die Gewinne des abgelaufenen Quartals dürften die mittel- und langfristigen operativen Aussichten sein. Entscheidend dürfte vor allem werden, ob das Nordamerika-Geschäft wieder ins Plus dreht und wie sich die geplanten Preiserhöhungen 2027 auf Verkaufsvolumen und Margen auswirken.

Erst vor wenigen Monaten hatte das Unternehmen die Preise um bis zu 15 Prozent gesenkt, um Kunden zurückzugewinnen. Nun muss PepsiCo aufgrund steigender Rohstoff-, Verpackungs- und Logistikkosten die Preise wieder um einen niedrigen bis mittleren einstelligen Prozentsatz erhöhen.

Fraglich ist jedoch, ob ein einziges gutes Quartal genügt, um das Vertrauen der Investoren zurückzugewinnen. Wahrscheinlicher ist, dass es mehrere Quartale mit guten Wachstumsraten und zumindest stabilen Margen braucht, damit sich die Stimmung nachhaltig dreht.

Fazit

Beim aktuellen Kursniveau und einem KGV von rund 14,5 scheint bereits viel Negativität eingepreist zu sein. Zudem ist die Dividendenrendite mit 4,7 Prozent auf einem attraktiven Niveau angekommen.

Für langfristige Dividendeninvestoren könnte das aktuelle Kursniveau daher eine gute Chance sein, eine erste kleine Tranche aufzubauen. Wohl wissend, dass eine weitere Verschlechterung der Wettbewerbsposition im Nordamerika-Geschäft zu weiteren Kursverlusten führen könnte.

Am Optionsmarkt wird derzeit bis Freitag eine Bewegung von rund 3,75 Prozent eingepreist. Daher dürfte die Aktie selbst bei guten Zahlen nicht sofort davonlaufen und Anlegern voraussichtlich noch genügend Zeit für einen Einstieg lassen.

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Häufig gestellte Fragen:

Ist PepsiCo ein Dividendenkönig?

Ja. PepsiCo hat seine Dividende seit 54 Jahren in Folge erhöht und zählt damit zu den Dividendenkönigen.

Warum ist die PepsiCo-Aktie aktuell so günstig bewertet?

Vor allem das schwache Nordamerika-Geschäft, rückläufige Volumina und Sorgen um das künftige Wachstum belasten die Bewertung.

Lohnt sich ein Einstieg vor den Quartalszahlen?

Für langfristige Anleger könnte eine erste kleine Tranche interessant sein. Kurzfristig bleibt das Risiko jedoch erhöht, falls Nordamerika erneut enttäuscht.