Die Auslieferungen erfolgen nur schleppend und bremsen die Aktie. Die Aktienanleihe bietet einen hohen Puffer und die Chance auf über sechs Prozent Rendite.
Hinweis: Dieser Artikel erschien zuerst am 07. Oktober in der BÖRSE ONLINE-Ausgabe 42/26. Wenn Sie in Zukunft als Erstes die Einschätzung unserer Experten lesen wollen, dann werfen Sie einen Blick auf dieses Angebot.
Ab Oktober 2027 will die australische Fluggesellschaft Quantas, Nonstop-Flüge von Sydney nach London beziehungsweise New York anbieten. Der speziell dafür angepasste Airbus A350-1000ULR durchläuft aktuell die dafür nötigen Test- und Zertifizierungsprogramme. Insgesamt hat Quantas zwölf dieser Spezialmodelle bestellt. Ende September hob der ebenfalls auf dem A350 basierende A350F zum Erstflug ab. Für das Frachtflugzeug lagen Ende August bereits mehr als 100 Bestellungen vor.
Künftig will Airbus mit dem A350F dem Frachtmodell von Boeing Konkurrenz machen. Die Amerikaner dominieren mit einem Anteil von knapp 70 Prozent diesen Markt. Der A350 soll zum Kassenschlager bei den Langstreckenmodellen werden. Bisher gibt es neben der Transportvariante zwei Standardausführungen.
„Wir befassen uns mit einer gestreckten A350-Variante, die länger als die A350-1000 wird“, sagte der Chef der Airbus-Verkehrsflugzeugsparte Lars Wagner im Juli 2026 auf einer Investorenveranstaltung. Voraussetzung ist allerdings ein sukzessiver Ausbau der Produktionskapazitäten jenseits von zwölf pro Monat. Aktuell werden acht bis neun A350-Flugzeuge pro Monat ausgeliefert.
Darum schwächelt die Aktie
Die jüngste Schwäche der Airbus-Aktie liegt allerdings nicht am Auftragsbuch. In den ersten acht Monaten des Jahres verbuchte der Flugzeugbauer Bestellungen über 1.157 neue Flugzeuge — mehr als im gesamten letzten Jahr. Mit insgesamt über 9.300 offenen Bestellungen ist das Order-Book gut gefüllt. Der Bremsklotz sind die Auslieferungen. Bis August sind erst 475 Passagierflugzeuge ausgeliefert worden. Meldungen zufolge wurde die Auslieferung von 20 321neo-Maschinen aufgrund eines neu entdeckten Qualitätsmangels in das vierte Quartal verschoben. Für das Gesamtjahr peilte das Management zuletzt noch 870 Auslieferungen an.
Spartenchef Wagner zeigt sich trotz der jüngsten Probleme zuversichtlich, das Ziel zu erreichen. So wurde beispielsweise im September das erste Flugzeug der A320neo-Familie von der zweiten Endmontagelinie in Tianjin, China, ausgeliefert. Statt zuvor rund sechs Maschinen sollen künftig bis zu zwölf Flugzeuge an Kunden ausgeliefert werden. Auch bei den übrigen Montagelinien wird stark investiert, um die Produktionskapazitäten auszubauen. Der Blick auf die Zahlen zum ersten Halbjahr zeigt, dass trotz aller Widrigkeiten das Geschäft in allen Sparten solide wächst. So stieg der Umsatz mit Passagierflugzeugen um 15 Prozent gegenüber dem Vorjahreszeitraum und das Ebit um 16 Prozent. In der zweitgrößten Sparte, Defence und Space, verbesserte sich das Ebit gar um 84 Prozent. Der Auftragseingang legte gegenüber dem Vorjahreszeitraum gar um 83 Prozent zu. Verschiedenen Meldungen zufolge plant Bundesverteidigungsminister Boris Pistorius den Kauf von 16 neuen A400M-Transportflugzeugen.
Attraktiver Kupon
Derlei Botschaften bremsten in den vergangenen Handelstagen den Konsolidierungskurs. Mit einem KGV von 20,5 und einer Dividendenrendite von 1,8 Prozent ist das Papier zudem moderat bewertet. Dazu startete kürzlich ein Aktienrückkaufprogramm im Gesamtwert von bis zu fünf Milliarden Euro. Eine nachhaltige Trendwende zeichnet sich jedoch noch nicht ab. Angesichts der derzeit leichten Turbulenzen könnte eine Aktienanleihe auf Airbus eine interessante Investmentalternative sein. Das ausgewählte Papier hat eine Restlaufzeit von knapp einem Jahr und bietet einen Zinskupon von 6,25 Prozent. Die Zinszahlung ist unabhängig vom Aktienkursverlauf. Bei der Rückzahlung des Nominalwerts spielt der Aktienkurs jedoch schon eine Rolle. Notiert die Aktie auf Höhe des Basiswerts oder darüber, wird er vollständig zurückgezahlt. Andernfalls erhalten Anleger eine festgelegte Zahl Aktien. Dies könnte einen Verlust bedeuten.
Fazit
Die Aktienanleihe bietet einen stattlichen Puffer von über 23 Prozent. Die kritische Marke von 145 Euro wurde zuletzt im April 2025 verletzt.