Die BASF-Aktie befindet sich im Sinkflug — doch Konzernchef Markus Kamieth sendet ein Beruhigungssignal: Das Unternehmen liegt operativ im Plan.
Die BASF-Aktie gehörte am Montag zu den Tagesverlierern im DAX. Momentan notiert das Papier bei 48,56 Euro und ist damit unter der psychologisch bedeutsamen 50-Euro-Marke und könnte Verkaufssignale auslösen.
Zweites Quartal: BASF-Chef sieht Unternehmen auf Kurs
Nun meldet sich BASF-Chef Markus Kamieth mit einer bemerkenswert zuversichtlichen Einschätzung zu Wort. Bei einer Analystenpräsentation zum neuen Verbundstandort im südchinesischen Zhanjiang signalisierte er, dass der Chemiekonzern operativ auf Kurs ist: „Insgesamt würde ich sagen, dass der Mai eine Fortsetzung eines ziemlich starken Aprils darstellt."
Der Manager verwies dabei auf robuste Chemikalienpreise und fügte hinzu: „Wir erwarten daher, dass wir im zweiten Quartal die Analystenerwartungen angesichts der aktuellen Dynamik erfüllen können." Der Juni stehe aber noch aus.
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Der kurzfristige starke Nachfrageanstieg als Folge des Irankrieges im März habe sich zwar normalisiert, so Kamieth. Unsicherheiten in den europäischen Lieferketten hatten die Nachfrage vorübergehend angetrieben — dieser Effekt normalisiere sich nun. Das Tempo dieser Normalisierung entspricht nach Darstellung des Managements jedoch den eigenen Erwartungen.
Laut dem aktuellen Vara-Konsens rechnen Analysten im zweiten Quartal im Schnitt mit einem EBITDA vor Sonderposten von 2,02 Milliarden Euro.
BASF: Goldman Sachs senkt Ziel, hält aber an Kaufempfehlung fest
Am Montag passte die US-Investmentbank Goldman Sachs ihre Kursziele in einer Analyse der Chemiebranche an. Analystin Georgina Fraser senkte dabei ihr Kursziel für BASF von 65 auf 63 Euro — und positioniert sich für weite Teile der europäischen Chemiebranche pessimistischer als bisher. Stärkerer Exportdruck aus China sowie ein flexiblerer Rohstoffeinsatz hätten die Chancen für viele europäische Chemiekonzerne zunichte gemacht, so ihre Einschätzung.
BASF ist in Frasers Analyse jedoch eine Ausnahme: Ihre Kaufempfehlung für den DAX-Titel bestätigte sie ausdrücklich. Ihre Schätzungen für den operativen Gewinn im Jahr 2027 liegen deutlich über dem Marktkonsens. Fraser sieht BASF als eine der wenigen echten Kaufgelegenheiten in einem zyklisch belasteten Sektor.
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Häufige Fragen
Was macht BASF?
BASF ist der weltweit größte Chemiekonzern mit Sitz in Ludwigshafen am Rhein. Das Unternehmen stellt eigenen Angaben zufolge ein riesiges Portfolio an Vor- und Zwischenprodukten für nahezu alle Branchen her. Die Produktpalette reicht von Basischemikalien und Kunststoffen bis hin zu Lacken, Pflanzenschutzmitteln und Vitaminen.
Wie wird über BASF berichtet?
BASF macht aktuell vor allem mit einem verschärften Sparkurs, tiefgreifenden Stellenstreichungen und dem milliardenschweren Umzug der Produktion nach China Schlagzeilen.
Wenn Analysten ein Kursziel senken, aber gleichzeitig zum Kauf raten – wie passt das zusammen?
Das ist weniger widersprüchlich als es klingt. Ein Kursziel ist immer eine Prognose für die Zukunft – und die kann sich anpassen, wenn sich das wirtschaftliche Umfeld verändert, ohne dass die grundsätzliche Überzeugung kippt. Im Fall von Goldman Sachs bedeutet es: Die Analystin Georgina Fraser traut BASF weniger Potenzial zu als zuvor – aber immer noch deutlich mehr als der aktuelle Aktienkurs widerspiegelt. Solange das Kursziel (63 Euro) weit über dem aktuellen Kurs (48,56 Euro) liegt, bleibt die Kaufempfehlung logisch – und die Botschaft lautet: Die Aktie ist trotz allem günstig bewertet.
Hinweis auf Interessenkonflikte
Der Vorstand und Mehrheitsinhaber der Herausgeberin Börsenmedien AG, Herr Bernd Förtsch, ist unmittelbar und mittelbar Positionen über die in der Publikation angesprochenen nachfolgenden Finanzinstrumente oder hierauf bezogene Derivate eingegangen, die von der durch die Publikation etwaig resultierenden Kursentwicklung profitieren können: BASF.
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