Der angeschlagene Leverkusener Konzern braucht dringend Geld - und zieht einen Milliarden-Deal an Land. Auch in den USA zeichnet sich eine Entspannung der Lage ab.

Bayer kann einen Milliarden-Deal präsentieren. Der Pharma- und Agrarchemiekonzern aus Leverkusen hat mit dem globalen Vermögensverwalter Apollo eine Vereinbarung unterzeichnet, die dem Dax-Konzern frische 3,0 Milliarden Euro Eigenkapital einbringt.

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LARC-Geschäft von Bayer: Apollo gibt drei Milliarden

Von Apollo verwaltete Fonds und Tochtergesellschaften erhalten dafür eine Minderheitsbeteiligung an einer neu gegründeten Gesellschaft, in die Bayer sein Geschäft mit reversiblen Langzeit-Kontrazeptiva (LARC) einbringt – also langfristig wirkende, aber umkehrbare Verhütungsmittel.

Bayer behält dabei aber die Anteilsmehrheit an der neuen Gesellschaft sowie die vollständige operative Kontrolle über das LARC-Geschäft. Das Investment habe keine Auswirkungen auf Strategie oder Aktivitäten des Bereichs, betonte der Konzern – das LARC-Segment bleibe fester Bestandteil des Kerngeschäfts der Division Pharmaceuticals und werde weiterhin vollständig im Konzernabschluss konsolidiert. 

Der Abschluss der Transaktion wird – vorbehaltlich der Zustimmung der zuständigen Wettbewerbsbehörden – für das dritte Quartal 2026 erwartet.

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Glyphosat: Vergleich und Supreme-Court-Urteil als Wendepunkte

Das Geld kann Bayer gut gebrauchen - der Konzern steht unter erheblichem finanziellen Druck. In diesem Jahr erhöhen Anleihefälligkeiten und die Kosten aus den milliardenschweren US-Glyphosatklagen den Liquiditätsbedarf spürbar. Mit dem frischen Kapital aus dem Apollo-Deal stärkt Bayer seine finanzielle Flexibilität und kann zugleich “seine langfristigen strategischen Prioritäten weiter konsequent umsetzen”, wie das Unternehmen mitteilte.

Bayer ist in den USA seit Jahren mit einer milliardenteuren Klagewelle wegen angeblicher Krebsrisiken seiner glyphosathaltigen Unkrautvernichter konfrontiert. Allerdings schloss das Unternehmen im Februar einen Sammelvergleich über 7,25 Milliarden US-Dollar (knapp 6,4 Milliarden Euro) zur Beilegung der Rechtsstreitigkeiten, der bereits vorläufig genehmigt wurde. Die Anhörung für eine endgültige Genehmigung soll am 19. August stattfinden.

Zudem hatte Bayer erst jüngst einen wichtigen Erfolg vor dem Obersten Gericht in den USA erzielt. Dem Urteil des US Supreme Court zufolge kann Bayer nicht wegen fehlender Krebswarnungen auf Verpackungen von Unkrautvernichtern verklagt werden. Tausenden Klagen im Zusammenhang mit Roundup dürfte damit die Grundlage entzogen werden. Bayer verneint ein Krebsrisiko von Roundup.

Bayer (WKN: BAY001)

Bayer-Aktie: Leichte Aufschläge nach Deal-Bekanntgabe

Im außerbörslichen Handel reagierte die Bayer-Aktie leicht positiv auf die Nachricht: Das Papier notierte zuletzt rund 0,2 Prozent über dem Xetra-Schlusskurs. Dies könnte ein erstes Zeichen sein, dass Investoren den Deal als konstruktiven Schritt werten. Während die vergangenen Jahre für Bayer wegen des Glyphosat-Skandals sehr hart waren, geht die Aktie nun seit einigen Wochen wieder steil nach oben.

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Enthält Material von dpa-AFX

Häufige Fragen

Was ist ein LARC und warum bringt Bayer es in eine neue Gesellschaft ein? LARC steht für „Long-Acting Reversible Contraceptives" – also Verhütungsmethoden wie Hormonspirale oder Implantate, die langfristig wirken, aber rückgängig gemacht werden können. Bayer bringt dieses Geschäft in eine neue Gesellschaft ein, um es als Kapital einzusetzen: Apollo investiert darin und Bayer erhält im Gegenzug drei Milliarden Euro – ohne das operative Steuer aus der Hand zu geben.

Warum braucht Bayer dringend frisches Geld? Der Konzern trägt eine schwere Schuldenlast, die vor allem aus den US-Klagen rund um den Unkrautvernichter Roundup resultiert. Hinzu kommen in diesem Jahr fällig werdende Anleihen. 

Was bedeutet das Supreme-Court-Urteil zu Roundup für Bayer? Es ist ein potenzieller Gamechanger: Der Oberste Gerichtshof der USA entschied, dass Bayer nicht dafür haftbar gemacht werden kann, keine Krebswarnungen auf Roundup-Verpackungen aufgedruckt zu haben. Damit verlieren Tausende laufender Klagen ihre wichtigste rechtliche Grundlage – was Bayers Haftungsrisiko erheblich reduzieren könnte.

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