BioNTech übertrifft die Umsatzprognosen und macht bei wichtigen Krebsmedikamenten Fortschritte. Doch rund um die Gründer bleiben viele Fragen offen. Ein prominenter Aktionär findet deutliche Worte.

BioNTech hat überraschend starke Zahlen für das dritte Quartal 2026 vorgelegt. Der Impfstoffhersteller mit Hauptsitz in Mainz ist wieder profitabel und hebt seine Jahresprognose leicht an. Entscheidend für die Aktie dürften aber weiterhin die Fortschritte bei der Entwicklung von Krebsmedikamenten bleiben. Zudem sind wichtige Fragen rund um die Gründer vorerst ungeklärt.

Umsatz deutlich über den Erwartungen

Der Umsatz sank zwar im Jahresvergleich um 15 Prozent auf rund 1,29 Milliarden Euro, lag damit aber deutlich über den von Analysten erwarteten 1,05 Milliarden Euro. Das Unternehmen schrieb mit einem Nettogewinn von 184,5 Millionen Euro wieder schwarze Zahlen, nachdem der Verlust im Vorjahr noch 28,7 Millionen Euro betrug. Der Gewinn je Aktie lag bei 0,73 Euro.

Die Umsatzprognose für 2026 wurde im Mittel leicht erhöht von 1,6 bis 1,9 auf 1,7 bis 1,9 Milliarden Euro. Die liquiden Mittel lagen zum dritten Quartal bei rund 16,2 Milliarden Euro.

Fortschritte bei Krebsmedikamenten

Hoffnung macht insbesondere Pumitamig, das mittlerweile in sieben zulassungsrelevanten Studien untersucht wird. Eine weitere Phase-3-Studie zusammen mit Gilead ist geplant. Auch Gotistobart lieferte vielversprechende Daten: Bei einer schwer behandelbaren Lungenkrebsform wurde das mediane Gesamtüberleben gegenüber Chemotherapie nahezu verdoppelt. Rückschläge gab es dagegen bei BNT113 und dem Wirkstoff Trastuzumab Pamirtecan.

Offene Fragen zum Gründer-Abschied

Für Unsicherheit sorgt der geplante Abschied von Uğur Şahin und Özlem Türeci. Beide wollen mit der neuen Firma Arife durchstarten. Welche Patente, Technologien und Mitarbeiter möglicherweise übertragen werden, bleibt offen. Im Interview mit DER AKTIONÄR kritisierte BÖRSE ONLINE Herausgeber und BioNTech-Aktionär Bernd Förtsch die Vorgänge scharf. Er fordert eine unabhängige Bewertung möglicher Vermögensübertragungen und ein entschlosseneres Eingreifen des Aufsichtsrats, um die Interessen der Aktionäre zu schützen.

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Häufig gestellte Fragen:

Wie fielen die Quartalszahlen von BioNTech aus?

BioNTech erzielte im dritten Quartal 2026 einen Umsatz von 1,29 Milliarden Euro und einen Nettogewinn von 184,5 Millionen Euro. Damit übertraf das Unternehmen die Umsatzerwartungen deutlich.

Welche Krebsmedikamente entwickelt BioNTech?

Zu den wichtigsten Hoffnungsträgern zählen Pumitamig und Gotistobart. Beide Wirkstoffe zeigten vielversprechende Ergebnisse in klinischen Studien.

Warum verlassen die BioNTech-Gründer das Unternehmen?

Uğur Şahin und Özlem Türeci wollen mit dem neuen Unternehmen Arife die Entwicklung von mRNA-Technologien vorantreiben. Die Einzelheiten der geplanten Zusammenarbeit mit BioNTech sind noch ungeklärt.

Hinweis auf Interessenkonflikte
Der Vorstand und Mehrheitsinhaber der Herausgeberin Börsenmedien AG, Herr Bernd Förtsch, ist unmittelbar und mittelbar Positionen über die in der Publikation angesprochenen nachfolgenden Finanzinstrumente oder hierauf bezogene Derivate eingegangen, die von der durch die Publikation etwaig resultierenden Kursentwicklung profitieren können: BioNTech.