Schon vor den US-Wahlen mussten einige der großen Namen im KI-Business nach Quartalszahlen heftig Federn lassen. War der Kursrutsch womöglich übertrieben? Die beiden Experten im Börsentalk „Voss& Klotter“ sehen nun attraktive Einstiegschancen.

Wer schon immer eine Aktie aus der Gruppe der „Magnificent Seven“ haben wollte, dem bieten sich jetzt interessante Chancen. Diese Einschätzung äußerte Chartexperte Stefan Klotter am Mittwoch im US-Wahl-Special des Börsentalks „Voss & Klotter“ auf Youtube. Vor allem zwei Aktien haben es dem erfahrenen Börsianer jetzt angetan.

Da ist zum einen Amazon. Früher als E-Commerce-Riese bewertet, ist Amazon mit seiner Cloudsparte AWS längst einer der größten Player im KI-Business geworden. Allein in diesem Jahr wird Amazon 220 Milliarden Dollar in Infrastruktur investieren. Der Großteil davon fließt nicht in Hochregallager, sondern in KI-Rechenzentren – und das hat Folgen für die Bilanz: Wie die Zahlen zum 3. Quartal vergangene Woche zeigten, verzeichnete Amazon binnen zwölf Monaten Cash-Abflüsse in Höhe von 42,4 Milliarden US-Dollar. Die Investoren hegen Zwiefel, dass es Amazon gelingen wird, diese Investitionen in absehbare Zeit wieder zu monetarisieren. Und das, obwohl der Umsatz von AWS um 39 Prozent stieg, was zeigt, dass die Nachfrage nach KI-Lösungen durchaus vorhanden ist und sogar explodiert.

Amazon (WKN: 906866)

Amazon-Aktionäre sind Kursschwankungen gewöhnt

Und so gaben die BÖRSE ONLINE-Experten im Videopodcast auch prompt Entwarnung: „Amazon-Aktionäre kennen solche Kursschwankungen“, sagt Stefan Klotter. Amazon habe auch früher schon seinen kompletten Cashflow reinvestiert, um neue Geschäftsfelder zu erschließen– beispielsweise beim Aufbau von AWS, erinnert Host Markus Voss. Bisher ging die Rechnung immer auf. Dazu passt, dass sich der Aktienkurs von Amazon nach dem heftigen Absturz schnell wieder erholte und zurück über die Unterstützungslinie stieg. Damit kann das kurzzeitige Unterschreiten als Fehlsignal gewertet werden.

„Für mich ist das ein Kaufkurs“, sagt Klotter, der die Amazon-Aktie nach eigener Aussage bereits selbst besitzt. Ähnliches gelte für Alphabet. „Ein Anleger, der sagt, ich möchte mir längerfristig so einen von den Mag-7 ins Depot legen – der hat da Super-Möglichkeiten.“

Das komplette Video auf unserem Youtube-Kanal

Sie möchten sich die Chartanalyse zu Amazon im Detail ansehen und wissen, wie Voss und Klotter die Aktie von Alphabet analysiert haben? Dann geht es hier zum Video auf dem Youtube-Kanal von BÖRSE ONLINE.

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Nach den US-Wahlen zum Kongress weicht die Unsicherheit aus dem Markt - und das ist normalerweise der optimale Nährboden für eine Jahresendrally; sagen auch Voss & Klotter. Passende TItel dafür, die Sie vielleicht noch gar nicht auf dem Schirm hatten, finden Sie in der neuen Heftausgabe von BÖRSE ONLINE (46/2026). Hier direkt als E-Paper kaufen oder ab Freitag am Kiosk.

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Fragen zum Thema

Wer sind Markus Voss und Stefan Klotter?

Markus Voss und Stefan Klotter sind erfahrene Wirtschaftjournalisten im Team von BÖRSE ONLINE. Der Chartexperte Klotter ist auch Autor des regelmäßig erscheinenden Börsenbriefs "Trading Day", Markus Voss nähert sich Aktien eher über die Fundamentalanalyse und steckt seinen Kopf für boerse-online.de tief in die Bilanzen der Unternehmen. Er moderiert außerdem regelmäßig auf dem Youtube-Kanal, etwa Livestreams zu den Quartakszahlen großer US-Tech-Konzerne.

Warum ist die Amazon-Aktie jüngst so stark gefallen?

Aufgrund der exorbitant hohen Investitionen in KI-Rechenzentren verzeichnete Amazon binnen zwölf Monaten Cash-Abflüsse in Höhe von 42,4 Milliarden US-Dollar. Die Investoren hegen Zweifel, dass es Amazon gelingen wird, diese Investitionen in absehbare Zeit wieder zu monetarisieren.

Warum sieht Stefan Klotter jetzt eine Einstiegelegenheit bei Amazon?

 Wer schon länger ist Amazon investiert ist, weiß, dass die Aktie regelmäßig starken Schwankungen unterliegt. Auch dass der komplette Cashflow in hohe Investitionen in neue Geschäftsfelder fließt, ist quasi "normal". Bisher gingen solche Wetten immer auf und Klotter galubt, das es auch diesmal so ein wird. Charttechnisch hat sich der Aktienkurs - nach einem kurzen Dip darunter - auf oder über der Untertützungslinie gehalten.

Hinweis auf Interessenkonflikte
Stefan Klotter hält unmittelbar Positionen über die in der Publikation angesprochenen nachfolgenden Finanzinstrumente oder hierauf bezogene Derivate, die von der durch die Publikation etwaig resultierenden Kursentwicklung profitieren können: Amazon.