Daimler-Aktie: Konzern will seinen Elektrobus mit Beratungspaket verkaufen
· Börse Online Redaktion
Hintergrund ist, dass in Deutschland wegen der Dieselkrise mit Abgasmanipulationen und jahrelangen Überschreitungen der Schadstoffgrenzwerte der Zeitdruck zum Umstieg auf Elektrofahrzeuge groß ist. Die Bundesregierung brachte 2017 ein Förderprogramm für die Kommunen auf den Weg, von dem sich auch Daimler Starthilfe für den Absatz erhofft. Doch die Reichweite der Busse ist noch längst nicht so groß, dass der öffentliche Nahverkehr von heute auf morgen umgestellt werden könnte. Die erste Generation des eCitaro werde unter idealen Wetterbedingungen bis zu 250 Kilometer weit kommen mit einer Batterieladung, bei vollem Einsatz der Klimaanlage im Hochsommer nur rund 150 Kilometer. Damit wären erst 30 Prozent der erforderlichen Fahrstrecken ohne Zwischenladung möglich.
Auch der Preis ist, ohne staatliche Förderung, noch ein Kaufhindernis. Die Annahme, dass ein Strombus zwei bis zweieinhalb mal so teuer sei wie ein Dieselbus, sei nicht völlig falsch, erklärte Bus-Vertriebschef Ulrich Bastert.
Daimlers Bustochter EvoBus aus Mannheim will deshalb die Streckennetze der Kunden auf Einsatzmöglichkeiten und Anforderungen der Ladeinfrastruktur hin analysieren, um den Kunden ein Umstellungskonzept an die Hand zu geben. Neben der Rhein-Neckar-Verkehr GmbH als Probekunden hat Daimler auch Hamburg und Berlin schon als Auftraggeber gewonnen, die zusammen 35 Busse orderten. Da die Abnehmer erst noch Erfahrungen sammeln müssen, ist zum Produktionsstart laut Daimler-Trucks-Chef Martin Daum nicht mit hohen Stückzahlen zu rechnen. Die Stuttgarter konstruierten den eCitaro so, dass er mit stärkeren Batterien für längere Reichweiten aufgerüstet werden kann, sobald die entsprechende Technik verfügbar ist. Auch Brennstoffzellen sollten für längere Fahrleistung hinzukommen, sodass Anfang des nächsten Jahrzehnts 400 Kilometer Reichweite möglich wären.
Von Daimlers Erzrivalen bietet Volvo bereits einen Elektrobus an, die VW-Tochter MAN hat das für 2019 geplant. Nach einer Übersicht von "Focus-Online" hatten zu Beginn des Jahres 45 Städte von Sylt bis München Elektrobusse im Einsatz, vornehmlich von weniger bekannten Herstellern wie Solaris aus Polen, die deutsch-türkische Firma Sileo oder der Schweizer Anbieter Hess.
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