Die Situation bei Mercedes-Benz wird immer dramatischer. Infolgedessen handelt das Management und verschärft den Sparkurs. Doch die Aktie des Autobauers reagiert sehr überraschend.

Nachdem am Freitag bereits bei VW Berichte rund um einen weiteren Stellenabbau bekannt geworden sind (mehr dazu hier), zieht nun auch Mercedes-Benz nach und fährt einen härteren Sparkurs.

"Situation in Deutschland dramatisch": Mercedes verschärft Sparkurs

Die Beschäftigten in Deutschland wurden am Freitagvormittag in einem Schreiben des Vorstands über entsprechende Pläne informiert. Etwa 90.000 der rund 108.000 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter erhalten demnach als Sofortmaßnahme nicht wie erwartet im Juli eine tarifliche Sonderzahlung. Diese werde auf das kommende Jahr verschoben, hieß es in dem Schreiben, das der Deutschen Presse-Agentur vorliegt. Welche Summe der Dax-Konzern damit vorerst einspart, sagte ein Mercedes-Sprecher auf Anfrage nicht.

Der Vorstand der Stuttgarter nannte in dem Schreiben "drei massive Herausforderungen". Neben weltweiten Einschränkungen beim Freihandel und dem chinesischen Markt habe der Standort Deutschland stark an Wettbewerbsfähigkeit verloren, hieß es darin. Deshalb müsse Mercedes handeln. "Der Erfolg unserer Produktoffensive droht zu verpuffen, wenn zu hohe Kosten die Erträge auffressen", hieß es. Trotz aller Anstrengungen sei die Situation heute in Deutschland dramatisch. Jede Vergabe neuer Produkte und jede Zuweisung von Aufgaben an deutsche Standorte verschlechterten die relative Kostenposition.

"Wir werden bei Mercedes-Benz Prozesse radikal beschleunigen und gewachsene Strukturen verschlanken", hieß es weiter. Die Arbeitsstunde müsse günstiger werden. "Der direkteste und in unseren Augen fairste Weg: Wir sollten in allen Bereichen für das gleiche Geld mehr arbeiten", so der Vorstand. Mit der Arbeitnehmervertretung werde man in den nächsten Wochen und Monaten darüber sprechen, wie man die Zukunftsfähigkeit des Unternehmens in Deutschland sichern könne.

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Überraschung beim Aktienkurs von Mercedes

Doch trotz der Nachrichten rund um weitere Einsparungen zeigt sich die Börse am Freitag nicht gerade euphorisch. Mit einem Minus von 1,4 Prozent erreichen die Papiere des DAX-Konzerns erneut ihr Jahrestief. Zuletzt hatte man 2020 auf diesem Niveau notiert.

Ob der aktuelle Abwärtstrend der Aktien jetzt gestoppt werden kann, ist fraglich. Entsprechend rät BÖRSE ONLINE nach dem Erreichen des Stopps bei den Papieren auch nicht mehr zum Kauf.

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Mercedes-Benz (WKN: 710000)

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Enthält Material von dpa-AFX

Häufig gestellte Fragen

Welche Sofortmaßnahmen gibt es bei Mercedes?

Etwa 90.000 der rund 108.000 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter erhalten demnach als Sofortmaßnahme nicht wie erwartet im Juli eine tarifliche Sonderzahlung. Diese werde auf das kommende Jahr verschoben, hieß es in dem Schreiben, das der Deutschen Presse-Agentur vorliegt.

Warum verschärft Mercedes seinen Sparkurs?

Der Vorstand der Stuttgarter nannte in dem Schreiben "drei massive Herausforderungen". Neben weltweiten Einschränkungen beim Freihandel und dem chinesischen Markt habe der Standort Deutschland stark an Wettbewerbsfähigkeit verloren, hieß es darin. Deshalb müsse Mercedes handeln. "Der Erfolg unserer Produktoffensive droht zu verpuffen, wenn zu hohe Kosten die Erträge auffressen", hieß es. Trotz aller Anstrengungen sei die Situation heute in Deutschland dramatisch. Jede Vergabe neuer Produkte und jede Zuweisung von Aufgaben an deutsche Standorte verschlechterten die relative Kostenposition.

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BÖRSE ONLINE rät bei den Aktien von Mercedes-Benz nicht zum Kauf.

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