Das ist am Freitag wichtig für den DAX. Im Fokus stehen außerdem diese Themen: SAP, VW, Allianz, Öl, Iran, Atoss, Sanofi, Intel, Bitcoin und Oracle.

Nach dem Kursrutsch am Vortag ringt der Dax zum Wochenschluss um eine Stabilisierung. Eine Stunde vor Handelsbeginn am Freitag signalisierte der X-Dax als Indikator für den deutschen Leitindex ein Minus von 0,1 Prozent auf 24.733 Punkte.

Unter den 21- und 50-Tage-Durchschnittslinien hatte sich der Dax am Donnerstag dem tiefsten Stand seit Ende Juni genähert. Diese beschreiben die kurz- und mittelfristigen Trends am Aktienmarkt. Bei etwa 24.700 Punkten winkt eine technische Unterstützung.

Aus fundamentaler Sicht bleiben die Aussichten aber trübe. Neue Sorgen um KI-Investitionen und Kriegshandlungen in Nahost sind zum Wochenende hin kein guter Cocktail für die Anleger. US-Präsident Donald Trump setzte die Angriffe auf den Iran in der 13. Nacht in Folge fort und versucht im Konflikt um die Straße von Hormus den Druck zu erhöhen. Verschärft wurde die Lage zuletzt noch von Angriffen der Huthi-Miliz auf saudische Schiffe im Roten Meer. Der Ölpreis der Nordsee-Sorte Brent liegt wieder über der 100-Dollar-Marke.

Zudem verhängen die Vereinigten Staaten neue Zölle gegen 60 Handelspartner, darunter auch auf Waren aus der Europäischen Union. Diesmal lautet die Begründung: angeblich unzureichende Maßnahmen der Handelspartner gegen Zwangsarbeit.

Diese neuen Zölle ersetzten die auslaufenden, die Trump nach dem Urteil des Obersten Gerichtshofs kurzfristig verhängt hatte, schrieb Portfoliomanager Thomas Altmann von QC Partners. Da es sich insofern nicht um zusätzliche Belastungen handele, dürften die Zölle keine großen Bewegungen an den Börsen auslösen.

DAX (WKN: 846900)

Nachrichten Deutschland

Allianz kauft HSBC-Lebensversicherungsgeschäft in Singapur für 2 Milliarden Euro

Der Versicherer Allianz plant sein Geschäft in Asien mit einer Übernahme in Singapur auszubauen. Der deutsche Konzern will das HSBC-Lebensversicherungsgeschäft übernehmen und gleichzeitig eine langjährige Vertriebskooperation mit der britischen Großbank eingehen. Der Preis für den Versicherer HSBC Life Singapore und die Kooperation liege bei umgerechnet zwei Milliarden Euro, teilte die Allianz am Freitagmorgen in München mit. Die Übernahme soll in der ersten Hälfte des Jahres 2027 abgeschlossen sein.

Der deutsche Versicherer geht davon aus, dass die Investition mittelfristig eine zweistellige Rendite abwirft. Die geplante Übernahme von HSCB Life Singapore ist ein wichtiger Baustein für Konzernchef Oliver Bäte, das noch vergleichsweise geringe Geschäft des Konzerns in den asiatischen Wachstumsmärkten zu stärken. Der Konzern hat in Asien in acht Ländern eigene operative Einheiten - zudem bietet der Konzern seine Angebote in einigen weiteren asiatischen Märkten an.

Atoss Software profitiert von Cloud-Geschäft und bestätigt Margen-Prognose

Atoss Software hat dank eines guten Cloud-Geschäftes Umsatz und Gewinn im zweiten Quartal gesteigert. So legten die Erlöse auf rund 51,8 Millionen Euro zu, wie das Softwareunternehmen am Freitag in München mitteilte. Im Vorjahr waren es noch 45,8 Millionen Euro. Das Ergebnis vor Zinsen und Steuern (Ebit) stieg von 15,4 auf 18,1 Millionen Euro, die entsprechende Marge verbesserte sich um einen Prozentpunkt auf 35 Prozent.

Die Prognose für das laufende Jahr bekräftigte Atoss und erwartet weiter eine Ebit-Marge von mindestens 34 Prozent. Der Umsatz soll 210 bis 215 Millionen Euro betragen. Hier war Atoss zuletzt von rund 215 Millionen Euro ausgegangen.

Für das kommende Jahr stellte das Management weiteres Wachstum in Aussicht. Die Erlöse sollen auf 235 bis 245 Millionen Euro klettern. Ende Januar hatte das Unternehmen rund 245 Millionen in Aussicht gestellt. Die Ebit-Marge soll "jedenfalls" 35 Prozent erreichen.

Volkswagen-Konzern senkt Umsatzprognose - Verdient weniger als erwartet

Der VW-Konzern hat im zweiten Quartal noch etwas weniger verdient als im ohnehin schon schwachen Vorjahreszeitraum. Zudem wurde der Umsatzausblick gekappt. Statt ein Umsatzplus von bis zu 3 Prozent gegenüber dem Vorjahr erwartet VW-Chef Oliver Blume nun 2026 nur noch im besten Fall eine stabile Entwicklung, es könnte aber auch bis zu 3 Prozent weniger Erlös werden, wie der Wolfsburger Dax-Konzern am Freitag mitteilte.

Im zweiten Quartal zog der Umsatz zwar um zwei Prozent auf 82,4 Milliarden Euro an, nach den ersten sechs Monaten ist die Bilanz damit aber bisher nur fast ausgeglichen. Das operative Ergebnis fiel im Quartal um rund ein Zehntel auf 3,47 Milliarden Euro, es fiel damit schwächer aus als von Experten erwartet.

Unter dem Strich ging es sogar um rund ein Drittel auf nur noch 1,54 Milliarden Euro Gewinn zurück.

SAP-Kurs zieht an - Üppige Cloud-Aboverträge stützen

Die Aktien von SAP könnten am Freitag nach den vorgelegten Quartalszahlen mit erwarteten Kursgewinnen zur Dax-Stütze werden. Im vorbörslichen Handel auf der Plattform Tradegate ging es für die Titel des Softwarekonzerns um 3,1 Prozent hoch über die Marke von 132 Euro. Damit winkt dem Schwergewicht eine Erholung vom Tief seit November 2023, das am Vortag mit 127,50 Euro erreicht wurde. Als Treiber fungiert der Abschluss überraschend vieler Cloudverträge.

Der sogenannte Current Cloud Backlog, also der kurzfristige Cloud-Vertragsbestand, übertraf die Analystenerwartungen. Der Experte Charles Brennan von Jefferies sieht darin ein Indiz für eine starke Auftragsentwicklung im zweiten Quartal. Die Kennziffer widerlege die zuletzt spürbare Zurückhaltung der Investoren und so glaubt der Experte, dass dies ausreicht für eine Erholungsrally.

Das operative Ergebnis der Walldorfer entwickelte sich im zweiten Quartal allerdings schwächer als gedacht. Ein Händler sieht darin auch einen kritischen Punkt.

Nachrichten International

Ölpreise: Brent-Rohöl weiter über 100 Dollar

Nach dem sprunghaften Anstieg der Ölpreise infolge der erneuten Eskalation des Iran-Krieges liegt der Preis für Rohöl der Referenzsorte Brent auch am Freitagmorgen über der Marke von 100 US-Dollar. Zuletzt musste für Öl aus der Nordsee 100,33 Dollar je Barrel (159 Liter) gezahlt werden, was etwas weniger ist als am Vortag.

Der zwischenzeitlich von den Konfliktparteien zurückgefahrene Iran-Krieg war Anfang des Monats aufs Neue eskaliert, nachdem Irans Streitkräfte Handelsschiffe in der Straße von Hormus beschossen hatten. Die USA schlugen inzwischen die 13. Nacht in Folge mit Angriffen zurück. Seither hat der Brent-Preis um mehr als 40 Prozent zugelegt, nachdem er wegen einer Waffenruhe zwischen den USA und dem Iran zwischenzeitlich von seinem Jahreshoch von fast 130 Dollar bis auf rund 70 Dollar zurückgefallen war.

Der jüngste Preissprung von rund 12 Dollar in der laufenden Woche wurde auch vom Eingreifen der mit dem Iran verbündeten Huthi-Miliz aus dem Jemen ausgelöst. Die hatte Angriffe auf zwei saudische Öltanker für sich reklamiert, die eine von ihr ausgerufene "Blockade" im Roten Meer missachtet hätten. Damit ist eine weitere kritische Front entstanden. Denn: Das Rote Meer ist für Saudi-Arabien eine wichtige alternative Exportroute, auf die zumindest ein Teil des Ölverkehrs umgeleitet werden kann, der sonst durch die Straße von Hormus geht.

Sollte der Verkehr im Roten Meer minimal werden, wäre mit einem Ölpreis von 120 Dollar zu rechnen, sagte Jay Hatfield, Geschäftsführer vom Investmenthaus Infrastructure Capital Management der Nachrichtenagentur Bloomberg. "Wenn kein Transport stattfindet, muss man sparsam mit dem Öl umgehen. Und Sparsamkeit erreicht man durch höhere Preise."

In den Fokus rückt zudem Kasachstan. Das ölreiche zentralasiatische Land hatte am Vortag nach massenhaften ukrainischen Drohnenschlägen in Russland eine Drosselung seiner Fördermengen bekanntgegeben. Das Energieministerium in der Hauptstadt Astana begründete den Schritt mit der Sicherheitslage am Terminal des Kaspischen Pipeline-Konsortiums im russischen Schwarzmeer-Hafen Noworossisjk. Die Verladestelle für das über die Kaspische Pipeline transportierte Öl war zuletzt wiederholt das Ziel ukrainischer Drohnenangriffe.

KI-Boom treibt Intel über Wall-Street-Erwartungen

Das Geschäft des Chipkonzerns Intel profitiert nach einer langen Durststrecke von der boomenden Halbleiter-Nachfrage beim Ausbau von KI-Rechenzentren. Im vergangenen Quartal sprang der Umsatz des Chip-Pioniers im Jahresvergleich um ein Viertel auf 16,1 Milliarden Dollar (14,15 Mrd Euro) hoch, wie das Unternehmen am Donnerstag nach US-Börsenschluss mitteilte. Es war das schnellste Umsatzwachstum seit Jahren. Analysten hatten im Schnitt mit Erlösen von 14,4 Milliarden Dollar gerechnet.

Beim bereinigten Gewinn pro Aktie übertraf Intel die Wall-Street-Prognosen noch stärker: Er war mit 42 US-Cent doppelt so hoch wie von Analysten im Schnitt erwartet. Unter dem Strich stand allerdings ein Verlust von elf Milliarden Dollar in der Bilanz, der allerdings auf eine buchhalterische Wertberichtigung auf treuhänderisch gehaltene Aktien zurückgeht, die im Austausch für Milliardensubventionen an die US-Regierung übergeben werden sollen.

Auch Intels Ausblick auf das laufende Quartal lag deutlich über den Markterwartungen. Die Aktie stieg im nachbörslichen US-Handel um rund zwölf Prozent.

Intel versucht unter dem seit Anfang 2025 amtierenden Chef Lip-Bu Tan unter anderem durch Kostensenkungen aus der Krise zu kommen, und gab dafür auch die Pläne zum Bau eines Werks in Magdeburg auf. Im vergangenen August bekam der US-Staat nach Druck von Präsident Donald Trump einen Anteil von rund zehn Prozent an Intel als Gegenleistung für ursprünglich unentgeltlich zugesagte Milliarden-Subventionen.

Intel dominierte einst den Halbleiter-Markt, kämpft aber seit Jahren mit Problemen. Vor allem im Geschäft mit Chips für Künstliche Intelligenz eroberte der Grafikkarten-Spezialist Nvidia eine Spitzenposition. Inzwischen füllen jedoch Intel und der Konkurrent AMD verstärkt Nischen in der Infrastruktur rund um Nividia-Chipsysteme aus. Tan will Intel zudem als Auftragsfertiger für andere Chipentwickler etablieren.

Sanofi stoppt Entwicklung von erhofftem Dupixent-Nachfolger gegen Neurodermitis

Der Pharmakonzern Sanofi muss einen Rückschlag bei der Suche nach einem Nachfolger für den Kassenschlager Dupixent hinnehmen. Wie die Franzosen am Freitag in Paris mitteilten, stellen sie die klinische Entwicklung von Amlitelimab zur Behandlung moderater bis schwerer atopischer Dermatitis (Neurodermitis) ein. Die bisher vorliegenden Wirksamkeits- und Sicherheitsdaten rechtfertigen eine weitere Entwicklung des Mittels in dieser Indikation nicht.

Der Aktienkurs von Sanofi sank am Morgen auf der Handelsplattform Tradegate im Vergleich zum Euronext-Schluss um rund zweieinhalb Prozent auf 74,50 Euro. Damit droht im Hauptgeschäft ein Rutsch unter die 21-Tage-Linie, die den kurzfristigen Trend signalisiert. Gleichwohl könnte das Ende der klinischen Entwicklung von Amlitelimab bei atopischer Dermatitis nur eine bedingte Überraschung sein, denn Studiendaten waren in der Vergangenheit durchaus gemischt ausgefallen.

Sanofi steht vor der Aufgabe, mit der Zeit die hohen Einnahmen von Dupixent, das unter anderem gegen Asthma und Neurodermitis eingesetzt wird, ersetzen zu können, wenn der Patentschutz für das Mittel in einigen Jahren ausläuft. Die Phase-II-Studie zu Amlitelimab zur Behandlung von Zöliakie (Glutenunverträglichkeit) setzt Sanofi unterdessen fort. Resultate werden in der zweiten Jahreshälfte erwartet.

Oracle erhält 7-Milliarden-Dollar-Vertrag mit dem US-Verteidigungsministerium

Oracle hat einen 10-jährigen Rahmenvertrag mit dem US-Verteidigungsministerium über bis zu 6,99 Milliarden Dollar abgeschlossen, der Software-Dienste für alle Teilstreitkräfte, die Küstenwache und die Geheimdienste umfasst. Der Basisvertrag hat einen Wert von 3,31 Milliarden Dollar für die ersten fünf Jahre, mit einer Option auf weitere fünf Jahre; das Ministerium beziffert die Einsparungen für Steuerzahler auf mindestens 441 Millionen Dollar durch die Konsolidierung fragmentierter Beschaffungsprozesse. Oracle-Aktien legten nach Bekanntgabe des Deals rund 2 Prozent im nachbörslichen Handel zu.

Goldman-Sachs-Chef Solomon unterstützt CLARITY Act vor Senatsvotum

Goldman-Sachs-CEO David Solomon hat den CLARITY Act öffentlich befürwortet – eine seltene Rückendeckung von einem großen Wall-Street-Institut für das geplante US-Krypto-Regulierungsgesetz. Solomon räumte ein, das Gesetz sei „nicht perfekt", sieht es aber als wichtigen Schritt zur Reife der Kryptomärkte; im Gegensatz dazu hat JPMorgan-Chef Jamie Dimon Regelungen kritisiert, die Kryptounternehmen erlauben würden, Stablecoin-Renditen außerhalb der für Banken geltenden Vorschriften anzubieten. Demokraten um Senator Elizabeth Warren lehnen das Gesetz weiterhin ab und bemängeln zu schwache Ethikvorschriften angesichts von Trumps eigenen Krypto-Interessen.

BitMEX stellt Betrieb nach elf Jahren ein

BitMEX, eine der Pionierplattformen für Krypto-Derivate, hat angekündigt, den Handelsbetrieb am 23. September 2026 einzustellen, nachdem die Muttergesellschaft HDR Global Trading nach einer strategischen Überprüfung die Schließung beschlossen hat. Nutzer wurden aufgefordert, Positionen zu schließen und Gelder vor dem Stichtag abzuziehen; die Plattform versicherte, dass alle Vermögenswerte bis dahin sicher bleiben. BitMEX hinterlässt einen Markt, den es mitgeprägt hat, aber zunehmend an dezentralisierte Derivateplattformen verloren hat – das Volumen an zentralisierten Krypto-Perpetual-Futures fiel im zweiten Quartal um 10 Prozent auf 12,7 Billionen Dollar.

Hacker stehlen 31,6 Millionen Dollar bei zwei Krypto-Bridge-Angriffen

Innerhalb weniger Stunden wurden zwei separate Cross-Chain-Bridges angegriffen: Die dezentralisierte Perpetual-Exchange AFX verlor rund 24 Millionen Dollar über eine Arbitrum-Bridge, während kurz darauf die Verus Ethereum Bridge für rund 7,5 Millionen Dollar gehackt wurde. Die Angriffe sind bereits Teil einer längeren Serie von Bridge-Exploits in diesem Jahr und unterstreichen die strukturelle Anfälligkeit von Cross-Chain-Protokollen, die große Liquiditätspools halten. Sicherheitsexperten warnen, dass Bridges solange ein bevorzugtes Angriffsziel bleiben werden, bis grundlegende Sicherheitsverbesserungen implementiert sind.

Enthält Material von dpa-AFX

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