Das bewegt den DAX am Mittwoch. Im Fokus stehen außerdem die folgenden Themen: ASML, PayPal, Nagarro, Schaeffler, Delivery Hero, BASF, Bitcoin und der Iran.

Der Dax hat am Mittwoch in seiner jüngsten Konsolidierung wieder nachgegeben. Mit 25.018 Punkten dämmte der deutsche Leitindex seinen Verlust am frühen Nachmittag aber auf 0,51 Prozent ein und notierte wieder über der Marke von 25.000 Punkten.

Für den MDax der mittelgroßen Unternehmen ging es noch um 0,11 Prozent auf 32.065 Punkte nach unten. Der Eurozonen-Leitindex EuroStoxx 50 trat auf der Stelle.

Dass die US-Erzeugerpreise im Juni gegenüber dem Vorjahr nicht so stark gestiegen sind wie erwartet, gab den Aktienkursen keine Impulse mehr. Bereits am Dienstag hatten die Verbraucherpreise die gleiche Tendenz gezeigt und dem Markt damit etwas Schwung gegeben.

Dass der Dax zuletzt vier Tage in Folge über 25.000 Punkten geschlossen hat, wertete Thomas Altmann von QC Partners als einen "Etappensieg der Bullen im Kampf um diese wichtige Marke". Solange der Index allerdings weiter um diese Marke pendele, scheine die zukünftige Richtung offen.

Die freundlichen asiatischen Märkte, an denen laut Analyst Andreas Lipkow von CMC Markets die Freude über die besser als erwarteten US-Verbraucherpreise vom Dienstag nachwirkte, konnten dem Dax keinen Rückenwind geben - zumal die gegenseitigen Angriffe der USA und des Iran im Nahen Osten weitergehen. In New York zeichnet sich ein moderat freundlicher Handelsstart ab. Derzeit preisten die Aktienkurse keine umfassende Eskalation des Konflikts ein, betonte Altmann.

DAX (WKN: 846900)

Aktienmärkte USA

Die US-Aktienmärkte sind am Mittwoch etwas höher in den Handel gestartet. Der Leitindex Dow Jones Industrial stieg im frühen Handel um 0,4 Prozent auf 52.713 Punkte. Für den marktbreiten S&P 500 ging es um 0,3 Prozent auf 7.569 Zähler nach oben. Der Nasdaq 100 gewann 0,1 Prozent auf 29.608 Zähler.

In den USA hat sich der Anstieg der Erzeugerpreise merklich verlangsamt. Bereits am Dienstag hatten die Verbraucherpreise die gleiche Tendenz gezeigt und dem Markt damit etwas Schwung gegeben.

Geopolitisch bleiben die Spannungen in Nahost im Anlegerfokus, zumal die Ölpreise wieder stiegen, nachdem US-Präsident Donald Trump dem Iran mit Angriffen auf die zivile Infrastruktur des Landes gedroht hatte. Kommende Woche würden alle Kraftwerke und Brücken zerstört, "es sei denn, sie kommen an den Verhandlungstisch", sagte er dem US-Sender Fox News. Irans Streitkräfte feuerten als Vergeltung auf die nächtlichen US-Angriffe wieder Raketen und Drohnen auf Ziele in der Golfregion und Jordanien

Aktien Deutschland

Uber in fortgeschrittenen Gesprächen über Delivery-Hero-Kauf

Der US-Fahrdienstvermittler und Lieferdienst Uber macht Ernst mit seinem Vorhaben zur Übernahme des deutschen Delivery-Hero-Konzerns. Die Amerikaner befinden sich mittlerweile in fortgeschrittenen Gesprächen mit den Berlinern, wie Delivery Hero am Dienstagabend nach Börsenschluss mitteilte. Der Lieferdienstkonzern bestätigte damit einen Bericht der Nachrichtenagentur Bloomberg. Zu Spekulationen über einen möglichen Angebotspreise wollte sich der MDax-Konzern allerdings nicht äußern. Bloomberg-Informationen zufolge dreht es sich in den Gesprächen um einen Preis von rund 40 Euro je Aktie.

Von der Nachrichtenagentur hatte es am Nachmittag zuvor geheißen, Uber könnte Delivery Hero bei einem Angebot spürbar höher bewerten als es bis vor dem Bekanntwerden der fortgeschrittenen Gespräche an der Börse wert war. Die Nachrichtenagentur berief sich dabei auf mit der Sache vertraute Personen.

Bevor der Bericht bekannt wurde, notierte die Delivery-Hero-Aktie bei knapp 37 Euro. Der Kurs sprang dann am Nachmittag hoch und schloss mit 5,8 Prozent im Plus bei 39,10 Euro. Nach der Bestätigung aus Berlin zog die Aktie nachbörslich um weitere 1,5 Prozent an. Uber will laut Bloomberg noch diese Woche eine Einigung mit Delivery Hero erzielen.

Das Interesse des US-Konzerns ist seit Mai öffentlich. Damals teilte Delivery Hero mit, dass Uber auf die Berliner zugekommen sei und ein Angebot über 33 Euro in Aussicht gestellt habe. Wenige Tage später wurde bekannt, dass Uber seinen direkten Stimmrechtsanteil an Delivery Hero auf 24,99 Prozent ausgebaut und sich inklusive Finanzinstrumenten gar den Zugriff auf insgesamt fast 37 Prozent der Aktien gesichert hatte.

Schon damals war im Gespräch, dass Uber möglicherweise auch bereit sei, sein Angebot zu erhöhen, um skeptische Investoren zu überzeugen. Zudem wurde spekuliert, dass weitere Bieter auf den Plan treten könnten.

Schaeffler stellt gestiegene Marge fürs Quartal in Aussicht

Der Auto- und Industriezulieferer Schaeffler hat auch im zweiten Quartal etwas profitabler abgeschnitten als ein Jahr zuvor. Gegenüber dem Wert des Vorjahreszeitraums von 3,5 Prozent habe die um Sondereffekte bereinigte Gewinnmarge vor Zinsen und Steuern im Dreimonatszeitraum zugelegt und sich dem Mittelpunkt der Jahresprognose von 3,5 bis 5,5 Prozent genähert, teilte der MDax-Konzern am Dienstagabend in einer Präsentation zu einer Analystenkonferenz auf der Webseite mit. Der Umsatz sei im Quartal stabil zum Vorjahreswert von 5,92 Milliarden Euro geblieben. Der freie Barmittelzufluss vor Ein- und Auszahlungen für Unternehmenszu- und verkäufe sei moderat negativ ausgefallen. Die Aktie regte sich im nachbörslichen Handel auf der Plattform Tradegate gegenüber dem Xetra-Schluss kaum.

IT-Dienstleister Nagarro: Bafin stellt Fehler in Bericht zu 2022 fest

Beim IT-Dienstleister Nagarro hat die Finanzdienstleistungsaufsicht Bafin Fehler im Abschlussbericht 2022 festgestellt. Das teilte der SDax-Konzern am Dienstagabend nach Börsenschluss in München mit. Die Aufsicht habe dem Konzern am 10. Juni die Fehlerhaftigkeit im Rahmen einer stichprobenartigen Bilanzkontrolle mitgeteilt. Demnach seien der Konzernabschluss sowie der Lagebericht betroffen. Im Wesentlichen gehe es um die Aufzeichnung, Erfassung und geografische Aufschlüsselung von Umsatzerlösen sowie die erstmalige bilanzielle Erfassung von Unternehmenserwerben. Hinzu kämen die Beschreibung des Geschäftsmodells und die Risikoberichterstattung im Lagebericht. Die Aktie gab nachbörslich um 0,8 Prozent nach.

Nagarro ist der Auffassung, dass die Berichte keine im Sinne des Wertpapierhandelsgesetzes wesentlichen Fehler aufweisen und legte Widerspruch ein. Ein Antrag auf aufschiebende Wirkung des Widerspruchs scheiterte aber am Dienstag vor dem Oberlandesgericht Frankfurt. Nun sei damit zu rechnen, dass die Bafin die Fehlerfeststellungen auch während des noch laufenden Widerspruchsverfahrens unverzüglich veröffentlichen werde, hieß es vom Unternehmen.

Etwaige bestandskräftige Fehlerfeststellungen hätten nach Information der Gesellschaft keine Auswirkungen auf spätere Konzernabschlüsse oder zusammengefasste Lageberichte, hieß es. Zudem habe die Gesellschaft nach externen Vorwürfen aus der Vergangenheit bezüglich Betrugs bereits eine unabhängige Untersuchung von Vorwürfe beauftragt. Keine der in früheren Medienberichterstattungen oder Kommentaren von Leerverkäufern vorgebrachten Behauptungen habe sich als begründet erwiesen, es seien auch keine Hinweise auf Betrug oder ein Fehlverhalten gefunden worden, so Nagarro.

JPMorgan belässt BASF auf 'Underweight'

Die US-Bank JPMorgan hat die Einstufung für BASF auf "Underweight" belassen. Der wieder eskalierte Nahost-Krieg habe den zyklischen Chemiewerten zuletzt wieder geholfen, schrieb Analyst Chetan Udeshi am Dienstag. Er hält den frisch erstarkten Optimismus allerdings für verfrüht und sieht immer noch mehr Gegen- als Rückenwind. Bei BASF hält er an seinem Stempel "Negative Catalyst Watch" vor dem Quartalsbericht am 29. Juli fest. Udeshi erinnerte zudem daran, wie teuer die Aktie im historischen Vergleich sei.

Internationale Nachrichten

DocMorris springen auf neues Jahreshoch

Aktien von DocMorris haben am Mittwoch im frühen Handel deutlich zugelegt. Zuletzt ging es um 7,2 Prozent nach oben. Die Aktie setzte damit ihren Höhenflug fort und markierte neue Jahreshochs. Der Kurs steuert im Vergleich zu den Jahrestiefs im März auf eine Verdreifachung zu. Aktien des Konkurrenten Redcare Pharmacy waren mit 2,8 Prozent Aufschlag ebenfalls gefragt.

DocMorris hatte mit dem starken Wachstum im Geschäft mit rezeptpflichtigen Medikamenten die Erwartungen übertroffen. Analysten sehen das Unternehmen nun auf Kurs, operativ die Gewinnschwelle zu erreichen. Vor allem das kräftige Wachstum im deutschen Geschäft mit rezeptpflichtigen Medikamenten kam gut an. Dieses habe sich gegenüber dem ersten Quartal nochmals deutlich beschleunigt und sei der Hauptgrund dafür, dass DocMorris beim Umsatz die Erwartungen übertroffen habe. Gleichzeitig habe das Unternehmen die hohe Marketingeffizienz beibehalten und damit gezeigt, dass sich Wachstum und Kostendisziplin nicht ausschließen müssten, hieß es von der Zürcher Kantonalbank.

Chipausrüster ASML erwartet 2026 noch bessere Geschäfte

Der Chipausrüster ASML rechnet dank des Booms von Künstlicher Intelligenz mit noch besseren Geschäften im laufenden Jahr. Der Umsatz soll nun 43 bis 45 Milliarden Euro erreichen, teilte das im EuroStoxx 50 gelistete Unternehmen am Mittwoch im niederländischen Veldhoven mit. Erst im April hatte das Management seine Prognose auf 36 bis 40 Milliarden Euro angehoben. Die Bruttomarge soll mit 54 bis 56 Prozent nun ebenfalls höher ausfallen als zuletzt gedacht. Die neuen Zielwerte übertreffen auch die durchschnittlichen Erwartungen von Analysten.

Im zweiten Quartal steigerte ASML den Umsatz überraschend stark auf gut 9,3 Milliarden Euro nach knapp 8,8 Milliarden im ersten Quartal. Die Bruttomarge stieg von 53 auf 54 Prozent und übertraf ebenfalls die Erwartungen von Experten. Unter dem Strich verdiente der Konzern gut 2,9 Milliarden Euro nach knapp 2,8 Milliarden im ersten Jahresviertel.

Stripe und Advent bieten 53 Milliarden Dollar für PayPal

Das Zahlungsunternehmen Stripe und der Private-Equity-Konzern Advent International haben gemeinsam ein Übernahmeangebot für PayPal zu 60,50 Dollar je Aktie eingereicht – ein Aufschlag von rund 28 Prozent auf den letzten Schlusskurs und eine Gesamtbewertung von über 53 Milliarden Dollar, gestützt auf rund 50 Milliarden Dollar zugesagter Bankfinanzierung. PayPal hat bislang nicht auf das bereits Anfang April eingeleitete Übernahmeinteresse reagiert; Stripe und Advent halten je die Hälfte und planen keine Aufspaltung des Unternehmens. PayPals Marktkapitalisierung hatte 2021 noch rund 360 Milliarden Dollar betragen und war zuletzt auf rund 53 Milliarden Dollar gefallen.

EZB wählt 36 Zahlungsdienstleister für Digitaleuro-Pilotprogramm

Die Europäische Zentralbank hat 36 Zahlungsdienstleister – darunter Deutsche Bank, UniCredit und Revolut – für einen zwölfmonatigen Praxistest des digitalen Euro ausgewählt, der in der zweiten Hälfte 2027 starten soll. An dem Pilotprogramm beteiligen sich die EZB sowie 19 der 21 Zentralbanken des Euroraums; getestet werden technische Abläufe, Nutzererfahrung und Integration mit E-Commerce- sowie stationären Händlern. Die Testversion soll dem späteren Produkt weitgehend entsprechen, erhält jedoch noch keinen Status als gesetzliches Zahlungsmittel.

Coinbase: Über 95 Prozent des Codes wird mit KI geschrieben

Coinbase-Plattformchef Rob Witoff gab bekannt, dass heute zwischen 95 und 100 Prozent des firmeneigenen Codes mit Unterstützung von KI-Sprachmodellen erstellt werden – mehr als doppelt so viel wie noch im Februar, als der Anteil bei 40 Prozent lag. Der rasante Anstieg folgt auf den Abbau von 700 Stellen im Mai, den CEO Brian Armstrong explizit mit dem veränderten Arbeitstempo durch KI begründete. Der Coinbase-Fall gilt als eines der deutlichsten Beispiele dafür, wie schnell KI die Softwareentwicklung in der Finanz- und Kryptobranche verändert.

Großbritannien schiebt Kapitalertragsteuer auf Krypto-Lending auf

Die britische Steuerbehörde HMRC hat angekündigt, dass qualifizierende Krypto-Leih- und Liquiditätspool-Transaktionen ab dem 6. April 2027 auf „No Gain, No Loss"-Basis behandelt werden – Steuerpflichten entstehen erst bei einem tatsächlichen wirtschaftlichen Verkauf der Vermögenswerte. Die Regelung ersetzt die bisherige Praxis aus dem Jahr 2022, die sofortige Steuerpflichten bei jedem Token-Transfer auslöste, und betrifft schätzungsweise 700.000 Personen und Treuhänder. Aave-Gründer Stani Kulechov begrüßte den Schritt als deutliche Reduzierung des administrativen Aufwands für Steuerzahler.

Enthält Material von dpa-AFX

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