Der DAX befindet sich am Dienstag im Aufwind - das treibt den deutschen Leitindex jetzt an. Im Fokus: Siemens, Mutares, SpaceX, Microsoft, Marvell, Bitcoin, Supermicro und Roche.
Auf einen zähen Wochenbeginn am deutschen Aktienmarkt dürften am Dienstag Kursgewinne folgen. An der US-Technologiebörse Nasdaq war es am Vortag kräftig nach oben gegangen, diese guten Vorgaben sollten den deutschen Leitindex Dax stützen. Der frühbörsliche Indikator X-Dax legte knapp eine Stunde vor Handelsbeginn um 0,7 Prozent auf gut 24.800 Zähler zu.
Seit gut zwei Wochen pendelt der Dax zwischen etwa 24.600 und 25.200 Punkten auf und ab. "Der deutsche Aktienindex befindet sich in einer trendlosen Verfassung", konstatierte am Morgen die Landesbank Helaba. "Der Dax fällt ins Sommerloch", schrieb Analyst Jochen Stanzl von der Consorsbank. Der Sommer-Blues habe die Börse erfasst.
Unklar und mithin ein großer Unsicherheitsfaktor bleibt die Lage im Nahen Osten. Nach der jüngsten militärischen Eskalation in der Straße von Hormus könnte es am Dienstag in Katar zu Krisengesprächen zwischen Vertretern der USA und dem Iran kommen. "Der Iran hat um ein Treffen gebeten", schrieb US-Präsident Donald Trump auf der Plattform Truth Social. Von iranischer Seite klang das allerdings anders. Eine Gesprächsrunde werde stattfinden, "sobald die Voraussetzungen geschaffen sind und Einigkeit über Termin und Veranstaltungsort erzielt wurde", sagte Vizeaußenminister Kasem Gharibabadi.
Ruhig ist derweil die Nachrichtenlage zu Einzelwerten am Aktienmarkt. Im vorbörslichen Handel auf Tradegate stiegen die Aktien von Siemens Energy um knapp drei Prozent. Einem Händler zufolge hat sich der Elektronikkonzern zuversichtlich zur aktuellen Geschäftslage geäußert.
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Nachrichten Deutschland
JPMorgan hebt Ziel für Siemens auf 345 Euro - 'Overweight'
Die US-Bank JPMorgan hat das Kursziel für Siemens vor den am 6. August erwarteten Zahlen zum dritten Geschäftsquartal von 335 auf 345 Euro angehoben. Die Einstufung auf "Overweight" wurde bekräftigt. Zudem bleibt die Aktie auf der "Analyst Focus List". Analyst Phil Buller rechnet in seinem am Montagabend vorliegenden Ausblick mit einer Fortsetzung der starken Trends des Technologiekonzerns, die seit Jahresbeginn bereits zu sehen gewesen seien. Das Kursziel hob er auch an, da er sein Bewertungsmodell von Juni 2027 auf Dezember 2027 verlegte.
Bafin findet Fehler im Jahresabschluss 2023 von Mutares - Angabe bereits ergänzt
Die Finanzaufsicht Bafin hat die Prüfung des Jahresabschlusses von 2023 der Beteiligungsgesellschaft Mutares beendet und einen Fehler gefunden. So habe ein Vermerk zur Restlaufzeit von Forderungen gegen verbundene Unternehmen im Anhang gefehlt, teilten Bafin und Mutares am Dienstag mit. Dieser soll einen besseren Einblick in die kurzfristige Liquiditätslage des Unternehmens ermöglichen und ist gesetzlich vorgeschrieben.
Mutares erklärte, die entsprechende Angabe sei in den veröffentlichten Jahresabschlüssen 2024 und 2025 bereits ergänzt, einschließlich einer rückwirkenden Darstellung zum 31. Dezember 2023. Damit habe Mutares dem Informationsinteresse im Hinblick auf die Restlaufzeit der Forderungen gegen verbundene Unternehmen bereits vor dem Abschluss der Prüfung durch die Bafin vollständig Rechnung getragen. Das Unternehmen ergänzte, die Prüfung der Angaben zur voraussichtlichen Entwicklung im zusammengefassten Lage- und Konzernlagebericht seien von der Bafin ohne Beanstandungen abgeschlossen worden.
JPMorgan belässt Vonovia auf 'Overweight' - Ziel 34,50 Euro
Die US-Bank JPMorgan hat Vonovia mit einem Kursziel von 34,50 Euro auf "Overweight" belassen. Trotz des abnehmenden Gegenwinds von der Zinsseite kämen die Aktien des Immobilienkonzerns weiter nicht in Schwung, schrieb Neil Green am Montagabend. Die Talsohle dürfte zwar erreicht sein. Doch für einen nachhaltigen Kursanstieg brauche es Fortschritte mit Blick auf die strategischen Ziele sowie stabilere Zinsaussichten
Internationale Nachrichten
Supermicro-Büros in Taiwan durchsucht – Verdacht auf Chip-Schmuggel
Taiwanesische Behörden haben Büros von Supermicro sowie mehrere verbundene Unternehmen durchsucht im Rahmen der laufenden Ermittlungen wegen mutmaßlichen Schmuggels von Nvidia-GPUs in chinesische Server – die Aktie fiel daraufhin um rund 6 Prozent. Es handelt sich um Taiwans erste öffentliche Beteiligung an der seit Jahren laufenden US-Initiative gegen den Export fortschrittlicher Chips nach China, wobei das Land bislang keine entsprechenden eigenen Gesetze hatte, diese aber nun in Erwägung zieht. Bereits im März wurden drei mit Supermicro verbundene Personen, darunter ein Mitgründer, wegen Beihilfe zum Schmuggel von US-KI-Technologie im Wert von mindestens 2,5 Milliarden Dollar angeklagt.
Cathie Woods ARK kauft Krypto-Aktien im Kursrückgang – BNY erweitert USDC-Service
ARK Invest hat in den vergangenen drei Handelstagen Krypto-bezogene Aktien im Wert von 43,5 Millionen Dollar zugekauft, darunter Coinbase, Circle, Bullish und Robinhood, während Bitcoin auf ein Zweijahrestief von rund 58.190 Dollar gefallen war. Parallel dazu hat die Großbank BNY ihre digitale Custody-Plattform um die Möglichkeit erweitert, Circles Stablecoin USDC direkt zu prägen und einzulösen – die erste derartige Funktion auf der Plattform. Bei der EU-weiten MiCA-Lizenzierung führt Deutschland mit 57 zugelassenen Krypto-Dienstleistern das Feld an, was rund 23 Prozent aller bisher erteilten Lizenzen entspricht.
Marvell führend im wachsenden CXL-Markt – UBS hebt Kursziel deutlich an
UBS erwartet, dass der adressierbare Markt für CXL-Verbindungstechnologie in Rechenzentren bis 2027 auf 4,5 Milliarden Dollar und bis 2030 auf 7 bis 10 Milliarden Dollar wächst, wovon Marvell mit geschätzten 1 Milliarde Dollar CXL-Umsatz im Jahr 2027 maßgeblich profitieren dürfte. Die Bank erhöhte ihr Kursziel für Marvell von 230 auf 340 Dollar und hob gleichzeitig die Umsatzschätzungen für 2027 und 2028 deutlich an. Auch Astera Labs und Broadcom gelten laut UBS als Profiteure des wachsenden CXL-Marktes.
Charter-Aktie springt nach SpaceX-Gesprächen – Analysten dämpfen Erwartungen
Berichte über mögliche Gespräche zwischen Charter Communications und SpaceX über eine Mobilfunkpartnerschaft ließen Charters Aktie zweistellig steigen, während große Mobilfunkanbieter wie T-Mobile zwischen 5 und 7 Prozent verloren. BNP Paribas dämpft jedoch die Erwartungen: Ein solches Abkommen könnte zwar Starlinks Abdeckungslücken in städtischen Gebieten über Charters WLAN-Hotspots schließen, käme aber wegen Charters bestehendem Vertrag mit Verizon nicht ohne Komplikationen zustande und würde keine vollwertige nationale Alternative zu den etablierten Netzbetreibern schaffen. Der Aufbau eines wirklich landesweiten Mobilfunknetzes würde laut der Analyse Jahre dauern und über 100 Milliarden Dollar an Investitionen erfordern.
Analyst: Markt bewertet Microsoft und Speicherchips fundamental falsch
D.A.-Davidson-Analyst Gil Luria sieht eklatante Bewertungsverzerrungen im Tech-Sektor: Während Speicherhersteller Micron nur mit dem 8- bis 9-fachen Gewinn gehandelt wird, erzielen CPU-Aktien das 40- bis 50-fache – obwohl der Speichermarkt strategisch wichtiger und weniger umkämpft sei. Bei den Hyperscalern werde Microsoft trotz eines um 50 Prozent größeren KI-Auftragsbestands als Google deutlich härter abgestraft, was Luria als überzogene Korrektur bezeichnet, da Microsofts Unternehmenssoftware wie Outlook und Teams auch im KI-Zeitalter unverzichtbar bleiben dürfte.
Roche erhält FDA Priority Review für Enspryng bei Autoimmunerkrankung TED
Der Pharmakonzern Roche hat von der US-Zulassungsbehörde FDA eine vorrangige Prüfung für Enspryng zur Behandlung der Autoimmunerkrankung TED erhalten. Grundlage für die Prüfung sind die beiden Satra-GO-Studien. Eine Entscheidung der FDA zur Zulassung wird für den 15. Oktober erwartet. Enspryng habe das Potenzial, die erste subkutane, zu Hause verabreichbare Standardtherapie für TED zu werden, heißt es in einer Mitteilung vom Dienstag. TED ist eine seltene Autoimmunerkrankung der Augenhöhle, die meist im Zusammenhang mit einer Schilddrüsenüberfunktion auftritt.
Enthält Material von dpa-AFX
Häufig gestellte Fragen
Warum durchsuchten taiwanesische Behörden die Büros von Supermicro?
Im Rahmen laufender Ermittlungen wegen mutmaßlichen Schmuggels von Nvidia-GPUs in chinesische Server wurden Büros von Supermicro sowie verbundenen Unternehmen durchsucht, die Aktie fiel daraufhin um rund 6 Prozent. Es handelt sich um Taiwans erste öffentliche Beteiligung an der seit Jahren laufenden US-Initiative gegen den Export fortschrittlicher Chips nach China. Bereits im März waren drei mit Supermicro verbundene Personen wegen Beihilfe zum Schmuggel von US-KI-Technologie im Wert von mindestens 2,5 Milliarden Dollar angeklagt worden.
Warum sieht UBS bei Marvell Technology so großes Wachstumspotenzial im CXL-Markt?
UBS erwartet, dass der Markt für CXL-Verbindungstechnologie in Rechenzentren bis 2027 auf 4,5 Milliarden Dollar und bis 2030 auf 7 bis 10 Milliarden Dollar wächst, wovon Marvell mit geschätzten 1 Milliarde Dollar CXL-Umsatz im Jahr 2027 maßgeblich profitieren dürfte. Die Bank erhöhte ihr Kursziel für Marvell von 230 auf 340 Dollar und sieht auch Astera Labs und Broadcom als Profiteure dieses wachsenden Marktsegments.
Warum hält ein Analyst die aktuelle Bewertung von Microsoft und Speicherchips für fundamental falsch?
D.A.-Davidson-Analyst Gil Luria sieht eklatante Bewertungsverzerrungen im Tech-Sektor: Während Speicherhersteller Micron nur mit dem 8- bis 9-fachen Gewinn gehandelt wird, erzielen CPU-Aktien das 40- bis 50-fache, obwohl der Speichermarkt strategisch wichtiger sei. Microsoft werde trotz eines um 50 Prozent größeren KI-Auftragsbestands als Google deutlich härter abgestraft als der Konkurrent, was Luria als überzogene Korrektur bewertet, da Microsofts Unternehmenssoftware auch im KI-Zeitalter unverzichtbar bleiben dürfte.