Der DAX befindet sich am Freitag im Aufwind. Das ist für den deutschen Leitindex wichtig. Im Fokus: Iran, Nvidia, Bitcoin, Z.ai, Applied Materials, US-Zinsen, Talanx, Douglas und Jobstreichungen bei DAX-Konzernen.

Der Dax dürfte am Freitag mit Gewinnen starten. Der Broker IG taxierte den deutschen Leitindex zweieinhalb Stunden vor dem Xetra-Handelsstart 0,5 Prozent höher auf 26.421 Punkte. Am Mittwoch hatte er mit 26.573 Punkten seinen bisherigen Höchststand erreicht. Am Donnerstag war der Dax aus Wochensicht aber leicht ins Minus gerutscht. Das dürfte sich nun wieder ändern.

Der südkoreanische Kospi und der japanische Nikkei 225 steigen am Morgen, nachdem auch die US-Indizes am Vorabend nach dem europäischen Handelsende wieder zugelegt hatten. Die Ölpreise sind derweil kaum verändert.

"Die Aktienmärkte verzeihen die ausbleibenden Fortschritte in der Straße von Hormus weiterhin", schrieb Portfoliomanager Thomas Altmann von QC Partners. "Der Glaube an eine schnelle Lösung und eine schnelle Öffnung der Straße von Hormus ist weiterhin da. An den Börsen wird die Zukunft gehandelt. Und die wird aktuell deutlich positiver gemalt als die Gegenwart."

DAX (WKN: 846900)

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Dax-Konzerne machen Rekordgeschäfte - und streichen Jobs

Deutschlands größte Börsenkonzerne haben im zweiten Quartal insgesamt Rekordgeschäfte gemacht, bauen aber zugleich Tausende Stellen ab. Die 40 Dax-Konzerne steigerten ihren Betriebsgewinn vor Zinsen und Steuern (Ebit) zum Vorjahreszeitraum um fast 16 Prozent oder 7 Milliarden Euro auf zusammen 52,6 Milliarden Euro, zeigt eine Studie der Beratungsgesellschaft EY. Das sei so viel wie noch nie in einem zweiten Quartal und zehn Prozent mehr als der bisherige Höchstwert von 2024 - trotz Iran-Kriegs und Zollstreits mit den USA.

Den höchsten operativen Quartalsgewinn meldete demnach die Deutsche Telekom (6,9 Milliarden Euro), gefolgt von Allianz (4,9 Mrd.), VW (3,5 Mrd.) und Siemens (3,4 Mrd.). Das stärkste Gewinnwachstum erzielten Bayer und der Immobilienkonzern Vonovia.

Auch der Umsatz der Dax-Unternehmen erreichte mit rund 463 Milliarden Euro in Summe einen Bestwert; er stieg um 4,6 Prozent oder knapp 20,5 Milliarden Euro. Allerdings werde das Wachstum von relativ wenigen Branchen getragen, die derzeit eine Sonderkonjunktur erlebten - von der Rüstungsindustrie über die Profiteure des Booms um Künstliche Intelligenz und Rechenzentren bis hin zu Chemieunternehmen, die wegen des Iran-Kriegs und Versorgungsengpässen in Asien die Preise anheben konnten. Zudem verbuchten Banken und Versicherungen zuletzt Rekordgewinne.

"Bei vielen klassischen Industriekonzernen, allen voran in der Autobranche, ist von einer Trendwende dagegen nichts zu spüren", schreibt EY in der Studie, für die Quartalszahlen und Pressemitteilungen analysiert wurden.

So verzeichneten die Autokonzerne im zweiten Quartal einen Umsatzrückgang um 1,2 Prozent und einen operativen Gewinneinbruch um 12 Prozent. Das größte Minus beim Betriebsgewinn musste BMW mit minus 39 Prozent verkraften, bei VW und Daimler Truck ging es je um 9 Prozent bergab.

"Wer nur auf die Rekordsummen schaut, könnte meinen, die Krise sei überstanden - aber das Gegenteil ist der Fall", sagt Henrik Ahlers, Vorsitzender der Geschäftsführung bei EY. "Zum einen bleibt die Nachfrage am Heimatstandort Deutschland schwach, das Gewinn- und Umsatzwachstum findet in erster Linie im Ausland statt." Zum anderen sei die Lage in Teilen der Industrie fragil.

Die Folge der Wirtschaftsflaute zeigt sich auch bei den Beschäftigten. Zum 30. Juni beschäftigten die Dax-Konzerne rund 3,49 Millionen Menschen - 1,2 Prozent oder 41.000 weniger als ein Jahr zuvor. 21 von 37 Unternehmen, die Angaben zur Beschäftigung machen, bauten Jobs auf, 16 reduzierten sie. Vor allem der Stellenabbau in der Autobranche drückt die Beschäftigung, während etwa der Rüstungskonzern Rheinmetall kräftig Personal einstellte.

Die Krise der Autobranche sei nicht ausgestanden, sagt Jan Brorhilker, Managing Partner bei EY. Hier gebe es weiter erheblichen Restrukturierungsbedarf "und wir werden einen weiteren Beschäftigungsrückgang sehen".

Goldman senkt Douglas auf 'Sell' - Ziel 7 Euro

Die US-Investmentbank Goldman Sachs hat das Kursziel für Douglas von 9 auf 7 Euro gesenkt und die Aktien von "Neutral" auf "Sell" abgestuft. Die Ergebnisse des dritten Quartals des Geschäftsjahres 2025/26 hätten die Herausforderungen auf dem europäischen Markt für Kosmetik und Körperpflege unterstrichen, schrieb Richard Edwards am Donnerstagabend. In den wichtigsten Regionen Deutschland, Niederlande und Frankreich sei es im Vorjahresvergleich abwärts gegangen. Zudem verschiebe sich der Schwerpunkt weiter in das weniger profitable Online-Geschäft. Edwards wies zudem darauf hin, dass die Marktanteile im klassischen Ladengeschäft sinken.

 IT-Dienstleister Nagarro steigert Gewinn - Prognose bestätigt

Der IT-Dienstleister Nagarro hat im zweiten Quartal sein Ergebnis gesteigert. Die Prognose für 2026 bestätigte das Unternehmen. Die Erlöse legten gegenüber dem Vorjahr zwar nur leicht um 0,2 Prozent auf 252,4 Millionen Euro zu, wie das im SDax gelistete Unternehmen am Freitag in München mitteilte. Das um Sondereffekte bereinigte Ergebnis vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen (Ebitda) verbesserte sich aber um fast ein Viertel auf 37,8 Millionen Euro. Unter dem Strich stieg der Gewinn um etwas mehr als ein Viertel auf 10,6 Millionen Euro. Grund hierfür ist der Wegfall eines Steueraufwands.

Geringe Großschäden: Versicherer Talanx erwartet 2026 noch mehr Gewinn

Der Versicherungskonzern Talanx (HDI) wird nach einem Rekordgewinn im ersten Halbjahr optimistischer für 2026. "Wir erwarten nun, unsere Jahresprognose zu übertreffen und ein Konzernergebnis von deutlich über 2,7 Milliarden Euro zu erzielen", sagte Vorstandschef Torsten Leue am Freitag bei Vorlage der Zwischenbilanz in Hannover. Bisher hatte er "ungefähr 2,7 Milliarden" in Aussicht gestellt - ein Ziel, das er sich ursprünglich erst für 2027 vorgenommen hatte.

Im ersten Halbjahr profitierte der Konzern mit der Hauptmarke HDI von rückläufigen Großschäden und höheren Gewinnen aus Kapitalanlagen. Auch der weltweit drittgrößte Rückversicherer Hannover Rück, an dem Talanx die Mehrheit hält, warf mehr Gewinn ab.

Zwar stagnierte der Versicherungsumsatz des Gesamtkonzerns bei knapp 24,3 Milliarden Euro, doch das Kapitalanlageergebnis sprang um mehr als ein Fünftel nach oben. Zudem gingen die Großschäden von gut 1,1 Milliarden auf 942 Millionen Euro zurück. Am teuersten schlugen der Wintersturm "Fern" in den USA und Kanada und die Atlantikstürme auf der Iberischen Halbinsel und in Marokko zu Buche. Außerdem legte Talanx 200 Millionen Euro für die Folgen des Iran-Kriegs zur Seite.

Der auf die Talanx-Aktionäre entfallende Überschuss wuchs in der Folge um neun Prozent auf 1,5 Milliarden Euro und lag damit so hoch wie noch nie in einem ersten Halbjahr. Dabei legten die Privat- und Firmenversicherung im In- und Ausland ebenso zu wie die Industrie- und Rückversicherung.

Norma will weitere Aktien für rund 208 Millionen Euro zurückkaufen

Der Verbindungstechnikhersteller und Autozulieferer Norma Group hat ein weiteres öffentliches Aktienrückkaufangebot gestartet, um seine Aktionäre an den Zuflüssen des Verkaufs seines Wassermanagementgeschäfts zu beteiligen. Im Rahmen des Angebots sollen insgesamt bis zu 9.306.487 Aktien zu einem Kaufpreis von 22,35 Euro je Anteilsschein zurückkaufen werden, teilte das Unternehmen am Freitag in Maintal mit. Das Volumen betrage damit rund 208 Millionen Euro. Die Frist für die Annahme des Angebots soll vom 17. August bis 15. September laufen.

Die Norma-Aktie hatte am Donnerstagabend den Xetra-Handel bei 19,18 Euro beendet. Der angebotene Preis enthält laut Unternehmensangaben eine Prämie von 25,47 Prozent auf den Mittelwert der Schlusskurse im Xetra-Handel in den letzten drei Monaten.

Bereits Ende Februar hatte das Unternehmen in einem ersten Schritt eigene Aktien für bis zu knapp 53 Millionen Euro zurückgekauft.

Nachrichten International

Z.ai bereitet GLM-5.3 als Konkurrenzmodell vor

Das chinesische KI-Unternehmen Z.ai arbeitet an GLM-5.3, das Anthropic und OpenAI im Bereich Open-Weight-Modelle herausfordern soll. Der Nachfolger soll vor allem beim Programmieren leistungsfähiger werden und erreichte laut Unternehmen bei hohem Rechenaufwand 31,4 Prozent gegenüber 29,5 Prozent bei Claude Opus 4.8. GLM-5.3 basiert wie sein im Juni vorgestellter Vorgänger auf einem Modell mit 700 Milliarden Parametern.

Applied Materials hebt Wachstumserwartungen an

Applied Materials meldete im dritten Geschäftsquartal einen Rekordumsatz von 9,1 Milliarden Dollar und erwartet für das vierte Quartal 10,25 Milliarden Dollar plus oder minus 500 Millionen Dollar. Das Unternehmen rechnet für 2026 nun mit einem Wachstum der Verpackungsumsätze von mehr als 70 Prozent sowie steigenden Erlösen bei Dienstleistungen und Prozessdiagnostik. Zugleich könnten zusätzliche Mitarbeiter, Kapazitätsengpässe in Reinräumen und die schwache NAND-Nachfrage kurzfristig die Margen und das Wachstum bremsen.

US-Anleiherendite erreicht höchsten Stand seit 2001

Das US-Finanzministerium platzierte 30-jährige Staatsanleihen im Volumen von 25 Milliarden Dollar zu einer Rendite von 5,216 Prozent, dem höchsten Niveau für diese Laufzeit seit 2001. Das Verhältnis von Geboten zum angebotenen Volumen sank auf 2,39, während der Anteil indirekter Bieter auf 66,9 Prozent zurückging. Steigende langfristige Renditen spiegeln Sorgen über das wachsende Haushaltsdefizit und mögliche Inflationsimpulse durch höhere Energiepreise wider.

Goldman Sachs prüft Beteiligung an Nvidias KI-Finanzierung

Goldman Sachs spricht mit potenziellen Investoren über Nvidias geplante Finanzierung von KI-Infrastruktur im Umfang von mehr als 500 Milliarden Dollar. Versicherer, Vermögensverwalter, Banken und Private-Credit-Fonds sollen die zentrale Investorengruppe bilden, während Goldman unter anderem nachrangiges Kapital bereitstellen und die Platzierung von Schuldtiteln unterstützen könnte. Nvidia will bis zu 125 Milliarden Dollar beziehungsweise 25 Prozent möglicher Transaktionen absichern.

Bitcoin wartet auf neue US-Konjunkturdaten

Bitcoin bewegt sich weiter in einer Spanne zwischen 63.000 und 64.000 Dollar, während die Kryptowährung innerhalb von 24 Stunden knapp ein Prozent verlor und die Marktstimmung von Angst geprägt bleibt. Die US-Inflation lag im Juli erwartungsgemäß bei 3,4 Prozent, zugleich sank die Wahrscheinlichkeit einer Fed-Zinserhöhung im September laut CME FedWatch auf 33 Prozent. Anleger richten ihren Blick nun auf die US-Einzelhandelsumsätze und den Michigan-Index, deren Ergebnisse neue Impulse für Bitcoin und andere Risikoanlagen liefern könnten.

Enthält Material von dpa-AFX

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