von Andreas Büchler




Chart 1 - DAX im Stunden-Chart





Knapp unter der 21-Tage-Linie bei aktuell rund 11.475/11.485 Punkten drehte der Deutsche Aktienindex am Vortag wieder nach Süden ab. Auch an den Zwischenhochs von Anfang Juni, die bei rund 11.515 als Widerstand wirken, dürften sich Anleger dabei orientiert haben. Nach einem 500-Punkte-Gewinn in nur zwei Tagen ist es aber auch nicht überraschend, dass auf die Schnelle Kasse gemacht wird.

Nun sind zwei Optionen denkbar: Entweder nimmt der DAX noch einmal Schwung und durchbricht die 11.515er-Marke. Dann ist das nächste Kursziel bei rund 11.700/11.720 Zählern am oberen Rand eines Abwärtstrendkanals auszumachen, der seit April besteht. Oder aber die Käufe ebben nachhaltiger ab, dann ist die Unterseite dieses Kurskorridors bei 10.775/10.790 die nächste Haltestelle. Beide Optionen sind fast gleich wahrscheinlich, ein wenig aussichtsreicher ist die Letztgenannte.

Generell ist der Trend aber momentan negativ, so dass Anleger unabhängig von einer Ausweitung der aktuellen Zwischenerholung eher auf fallende Kurse setzen sollten. Solange Stopps für Short-Positionen oberhalb des Abwärtstrends oder - um auf Nummer sicher zu gehen - sogar oberhalb der jüngsten Zwischenhochs bei 11.800 bis 11.920 liegen, ist die Chance auf einen Gewinn dieser Spekulation recht hoch. Kursziele liegen 5,4 bis 8 Prozent unter dem Monatsdurchschnitt, das ergibt aktuell Werte von 10.570 bis 10.865 Zähler.



Chart 2 - Tageschart mit Abstand zur 21-Tage-Linie



Der Tageschart liefert einen länger zurück reichenden Blick auf den Kursverlauf des Deutschen Aktienindex. Hier werden Kursmarken erkennbar, an denen es in den vergangenen Monaten und Jahren zu mehreren Wendepunkten gekommen ist (mittelfristige Unterstützungen und Widerstände). Sie sind oft stärker als die nur vorüber gehend wirksamen Chartniveaus im Fünf-Minuten- oder Ein-Stunden-Chart auf der ersten Seite der Analyse.

Wichtig ist der unter dem Kursverlauf abgebildete Indikator: Er misst den Abstand des Index zu seinem durchschnittlichen Kurs der vergangenen 21 Tage (dem Monatsdurchschnitt). Verlaufen die Kurse weit unter der 21-Tage-Linie, fällt der Indikator in die untere Extremzone. Werte, die tiefer liegen als etwa minus vier Prozent signalisieren eine erhöhte Chance auf eine Bodenbildung/Zwischenerholung. Werte über rund plus 3,8 Prozent deuten auf eine Überhitzung des Marktes hin, was die Gefahr einer Korrektur erhöht.



Chart 3 - Wochenchart mit Abstand zur 200-Tage-Linie



Für langfristig denkende Anleger ist der Wochenchart am wichtigsten. Er blendet die Tagesschwankungen des Marktes aus und zeigt die Tendenz aus einer übergeordneten Perspektive. Kommt es hier zu einem Trendwechsel oder einem Verkaufssignal, hat dies oft nachhaltige Auswirkungen.

Der Indikator im unteren Bereich des Charts zeigt den Abstand des Deutschen Aktienindex zu seinem 200-Tage-Durchschnittskurs. Diese unter Anleger wohl populärste Durchschnittslinie repräsentiert den langfristigen Trend des Index. Weicht er zu weit nach unten von ihr ab, ist er überverkauft. Ab Werten von minus 22 Prozent ist dies der Fall. Dann steigen die Chancen auf eine Bodenbildung. Entfernt sich der DAX dagegen zu sehr von der 200-Tage-Linie nach oben, was bereits ab plus 14 bis 20 Prozent zutrifft, erhöht sich das Risiko einer Korrektur, und das restliche Kurspotenzial auf der Nordseite sinkt.



Chart 4 - Kerzenchart auf Tagesbasis Tradesignal Online. Tradesignal® ist eine eingetragene Marke der Tradesignal GmbH. Nicht autorisierte Nutzung oder Missbrauch ist ausdrücklich verboten.





Unterstützungen und Widerstände




























































Franz-Georg Wenner ist Chefredakteur des "Index-Radar, der größte tägliche Börsenstatistik-Report Deutschlands. Andreas Büchler ist Herausgeber des Magazins und Vorstand der Qarat AG, einer auf Quantitative Analyse und Algorithmic Trading spezialisierten Forschungsgesellschaft für Börsenhandelssysteme.

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