Technologieaktien werden dieser Tage hart gebeutelt, insbesondere wenn sie mit der KI- oder Chipbranche zu tun haben. Die Aktie dieses DAX-Unternehmens fällt jedoch schon seit Ende Juni und nähert sich jetzt einer wichtigen Zone.

Die Infineon-Aktie war der Highflyer des ersten Börsenhalbjahres. Mit einem Kursanstieg um 140 Prozent bis Ende Juni stellte sie in Sachen Performance alle anderen DAX-Werte in den Schatten. Denn auch Infineon profitiert vom KI-Boom.

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Was beeinflusst die Geschäfte von Infineon?

Zwar baut der Chipkonzern aus Neubiberg bei München keine KI-Prozessoren wie Nvidia oder AMD und auch keine Speicherchips (mehr). Dafür sind die sogenannten Leistungshalbleiter der Deutschen nahezu unverzichtbar, um die Stromversorgung in den Rechenzentren zu steuern und zu optimieren. KI-Prozessoren (GPUs) benötigen extrem viel Energie, deren Last aber schwankt und zum Teil blitzschnell angepasst werden muss. Für die empfindlichen KI-Prozessoren regeln die Infineon-Chips den Strom aus dem Netz möglichst verlustarm auf geradezu winzige Betriebsspannungen herunter. Außerdem sorgen die Leistungshalbleiter dafür, dass so wenig Energie wie möglich in Form von Abwärme verlorengeht. Nach Angaben von Infineon stecken in einem KI-Serverschrank „Infineon-Komponenten im Wert von Tausenden bis zu über 100.000 Euro“.

Diese einzigartige Wettbewerbsposition schlägt sich natürlich im Gewinn- und Umsatzwachstum nieder. Doch sie macht die Infineon-Aktie auch empfindlich, sobald Gegenwind für die KI-Branche aufkommt. Hinzu kommt, dass das Unternehmen an der Börse immer noch in Sippenhaft mit den Speicherchip-Herstellern genommen wird, obwohl der Infineon-Konzern seit mehr als 15 Jahren gar keine Speicherchips mehr produziert. Die damals ausgelagerte Tochter Qimonda ging 2009 pleite.

Was beeinflusst den Kurs von Infineon?

An der Börse traf diese Konstellation die Infineon-Aktien im zweiten Halbjahr gleich doppelt: Nachdem die Aktie am 22. Juni im Handelsverlauf kurzzeitig die Marke von 88,80 Euro erreichte, ging es praktisch ebenso steil wieder bergab. Fast im Wochentakt durchbrach der Kurs wichtige Chartmarken. Schon am 5. August notierte Infineon nur noch bei knapp über 54 Euro. Danach setzte eine Seitwärtsbewegung ein. Alles sah nach einer Stabilisierung aus.

Doch am 15. Oktober hielt auch diese Unterstützung nicht mehr: Nach überraschend hohen US-Inflationsdaten begann an diesem Tag ein breiter Ausverkauf im Technologiesektor, der mit Sorgen vor hohen Zinsen und Zweifeln an der Finanzierung des KI-Booms einherging. Infineon verlor an diesem Tag fast neun Prozent – die erneute Talfahrt begann.

Infineon (WKN: 623100)

Am Freitag kostete eine Infineon-Aktie schließlich zeitweise nur noch 48,45 Euro. Und bange Aktionäre fragten sich jetzt: Wie weit fällt sie noch?

Charttechnik: Wie weit fällt sie noch?

„Die Antwort könnte sie beunruhigen“, hätte wohl ein früherer Bundesinnenminister gesagt. Tatsächlich gibt es für die Infineon-Aktie charttechnisch nur noch eine einzige, zarte Unterstützungszone, die zwischen 48 und 48,50 Euro verläuft – also genau da, wo die Aktie am Freitag stand. Diese Marke geht auf ein Zwischenhoch vom 26. Februar 2026 zurück, als Infineon schon einmal zum Ausbruch nach oben ansetzte, dann aber wieder zurückfiel.

Sollten die 48 Euro nicht halten, gäbe es noch eine dünne Auffanglinie bei 45 Euro. Danach aber wäre ein Fall in Richtung 40 Euro möglich – in einen Kursbereich, in dem die Infineon-Aktie vor ihrem Ausbruch jahrelang gefangen war. Damals pendelte der Kurs zwischen 28 und 40 Euro.

Infineon (WKN: 623100)

Fazit für Anleger

Wer die Aktie nach dem heftigen Abstieg immer noch hält, sollte sich aus den genannten Gründen mental auf weitere Kursrückgänge einstellen – völlig unabhängig davon, dass der Business Case eigentlich intakt ist.

Alle, die von Infineon langfristig überzeugt sind und auf eine Einstiegsgelegenheit lauern, sollten noch abwarten, ob die 48 und danach die 45 Euro halten. 20 Prozent tiefer liegt dann die Marke von 40 Euro, die einst ein harter Widerstand war und jetzt als Unterstützung wirkt. Dort könnte es sich dann lohnen, ein erstes, kleines Körbchen aufzustellen.

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Häufige Fragen zu Infineon

Welche Infineon-Chips sind für KI-Rechenzentren gefragt?

Sogenannten Leistungshalbleiter von Infineon steuern die Stromversorgung in den Rechenzentren. KI-Prozessoren (GPUs) benötigen extrem viel Energie, deren Last schwankt und zum Teil blitzschnell angepasst werden muss. Außerdem sorgen die Chips von Infineon dafür, dass so wenig Energie wie möglich in Form von Abwärme verlorengeht. 

Ist das Leistungshalbleiter-Geschäft dauerhaft rentabel?

Ja, denn die Konkurrenz ist kleiner als etwa bei Speichern. In einem KI-Serverschrank stecken Infineon-Komponenten im Wert von bis zu über 100.000 Euro.

Warum fällt die Infineon-Aktie trotzdem?

Immer wenn am Ausbautempo der KI-Rechenzentren gezweifelt wird, trifft das auch Infineon. Außerdem wird das Unternehemn immer noch mit Speicheraktien in Verbindung gebracht, obwohl Infineon seit 2009 keine Speicherchips mehr baut.