Darum steht der DAX am Dienstag unter Druck. Im Fokus stehen DWS, Infineon, Bitcoin, Trump, Öl, Mistral, Hornbach, Anthropic, Commerzbank.
Moderat niedrigere Kurse sind am Dienstag am deutschen Aktienmarkt zu erwarten. Gegen eine Erholung sprechen die hartnäckig hohen Öl- und Gaspreise. Der Preis für die Nordseesorte Brent ist am Morgen auf den höchsten Stand seit Anfang Juni gestiegen.
"Bislang lassen sich Aktienanleger davon nicht aus der Ruhe bringen", schrieb Analyst Thomas Altmann von QC Partners. Sollte sich der Ölpreis allerdings länger auf hohem Niveau halten oder sogar weiter ansteigen, dürften die Schäden für die Weltwirtschaft hoch sein. "Und dann werden auch die Aktienmärkte den Ölpreis nicht dauerhaft ignorieren können". Aktuell überwiege am Aktienmarkt die Hoffnung auf eine nur kurze Eskalationswelle zwischen den USA und dem Iran und einen anschließend schnellen Rückgang der Ölpreise.
Eine Stunde vor Handelsbeginn signalisierte der X-Dax als Indikator für den deutschen Leitindex mit 25.936 Zählern ein Minus von 0,3 Prozent im Vergleich zum Schlusskurs am Montag. Der Eurozonen-Leitindex EuroStoxx 50 wird ebenfalls 0,3 Prozent tiefer erwartet.
Bei den Einzelwerten sorgten Kommentare von Analysten für Bewegung: Infineon-Aktien büßten auf Tradegate nach einer Abstufung durch Morgan Stanley knapp 3 Prozent ein im Vergleich zum Xetra-Schluss am Vortag. Kaufempfehlungen der Citigroup für die Aktien von Kion und Nordex verhalfen diesen zu Aufschlägen von 4,5 respektive 3,3 Prozent.
Anteile des Vermögensverwalters DWS verteuerten sich um zwei Prozent, angetrieben von einem Kaufvotum der US-Bank Jefferies.
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Mistral sammelt 3 Milliarden Euro für KI-Expansion ein
Im globalen Wettlauf um die Vorherrschaft bei Künstlicher Intelligenz legt Europa nach - zumindest ein wenig: Das französische KI-Start-up Mistral hat sich in einer neuen Finanzierungsrunde 3 Milliarden Euro gesichert und stellt sich damit US-Schwergewichten wie OpenAI, Google und Anthropic noch entschiedener entgegen. Durch die sogenannte Series-D-Runde steigt die Bewertung des erst vor drei Jahren gegründeten Unternehmens auf über 21 Milliarden Euro - die bislang größte Eigenkapitalfinanzierung eines europäischen Technologieunternehmens überhaupt.
Trotz des Rekords spielen die großen KI-Konzerne aus den USA in einer anderen Liga. Allein der Branchenprimus OpenAI wurde in seiner jüngsten Finanzierungsrunde mit rund 852 Milliarden US-Dollar bewertet. Mistral positioniert sich im Schatten der US-Giganten jedoch bewusst als europäischer Gegenentwurf: Während Konkurrenten wie OpenAI überwiegend auf geschlossene Ökosysteme setzen, fokussieren sich die Pariser auf quelloffene "Open-Weight"-Modelle, die eine technologische Souveränität ermöglichen sollen. Kunden sollen modernste KI nutzen können, ohne die Kontrolle über ihre Recheninfrastruktur oder vertrauliche Geschäftsdaten an US-Konzerne abzutreten.
Ölpreise steigen weiter
Die Ölpreise haben am Dienstag weiter zugelegt. Ein Barrel (159 Liter) Rohöl der Referenzsorte Brent aus der Nordsee mit Lieferung im November kostete zuletzt 97,74 US-Dollar, das war ein Plus von knapp 0,8 Prozent im Vergleich zum Vortag. Am Ölmarkt warten Händler auf die Details zu einem Abkommen zwischen dem Iran und Oman zur Sicherung der Schifffahrt durch die Straße von Hormus. Zugleich sorgt eine starke chinesische Nachfrage für eine weitere Verknappung des Ölangebots.
Der Preis für Nordseeöl ist aktuell nicht mehr weit entfernt von der psychologisch wichtigen Marke von 100 Dollar. Bereits in der Vorwoche waren die Ölpreise kräftig gestiegen, nachdem sich die Spannungen zwischen den USA und dem Iran nach einer Phase relativer Ruhe wieder verschärft hatten.
Iran habe erklärt, das Abkommen mit dem Oman stehe unmittelbar bevor und solle eine vorübergehende sichere Route umfassen, berichtet die Nachrichtenagentur Bloomberg. Chinesische Raffinerien haben laut Bloomberg ihre Rohöleinkäufe erhöht und damit die Preise für Sorten aus Afrika, Kanada und Lateinamerika nach oben getrieben, auch wenn der Zuwachs nicht zwingend auf eine dauerhaft stärkere Nachfrage hindeutet.
"Die Märkte preisen zunehmend einen lang anhaltenden Konflikt im Nahen Osten ein", schrieben Analysten von Goldman Sachs in einer Studie. Die Experten hoben ihre Ölpreisprognosen leicht an, da sie davon ausgehen, dass die Störungen in der Schifffahrt bis ins Jahr 2027 anhalten. "Die Risiken für unsere Preisprognose sind weiterhin deutlich nach oben gerichtet."
JPMorgan hebt Ziel für Commerzbank auf 39 Euro - 'Neutral'
Die US-Bank JPMorgan hat das Kursziel für Commerzbank von 38 auf 39 Euro angehoben, aber die Einstufung auf "Neutral" belassen. Kian Abouhossein erhöhte für das Finanzhaus und dessen heimischen Wettbewerber Deutsche Bank in einer am Dienstag vorliegenden Einschätzung die Prognosen für das bereinigte Ergebnis je Aktie der beiden kommenden Jahren. Er verwies auf seine angehobenen Annahmen für den Zinsüberschuss infolge wohl steigender Zinsen im Euroraum.
Robuste Nachfrage: Hornbach steigert Umsatz und operatives Ergebnis
Der Baumarktkonzern Hornbach Holding hat im zweiten Quartal (per Ende August) eine robuste Nachfrage verzeichnet. So stieg der Nettoumsatz vorläufigen Zahlen zufolge um rund sieben Prozent auf 1,8 Milliarden Euro, wie das Unternehmen am Montag in Bornheim (Pfalz) mitteilte. Positiv wirkte sich zudem ein Kalendereffekt mit 1,3 Verkaufstagen mehr aus. Das um Sondereffekte bereinigte Ergebnis vor Zinsen und Steuern (Ebit) verbesserte sich trotz eines anhaltenden Kostendrucks um 13 Prozent auf knapp 125 Millionen Euro. Zudem bestätigte der Konzern die Jahresprognose. Die ausführlichen Zahlen will Hornbach am 29. September vorstellen. An der Börse kamen die Nachrichten gut an: Auf der Handelsplattform Tradegate gewann die im SDax notierte Aktie vier Prozent zum Xetra-Schluss.
Trump erwartet Ölpreissturz nach Iran-Konflikt
Donald Trump erwartet nach dem Ende des Iran-Konflikts einen starken Rückgang der Ölpreise und US-Benzinpreise von zunächst drei und später unter zwei Dollar je Gallone. Iran kündigte eine neue Sperrzone im Golf und einen Schifffahrtskorridor durch die Straße von Hormus an. Der iranische Sicherheitsratssekretär Mohsen Rezaei drohte zudem mit Sanktionen gegen Schiffe in dem Gebiet.
Anthropic verwirft Übernahme von Decart AI
Anthropic hat Berichten zufolge nach einer Due-Diligence-Prüfung von der geplanten Übernahme des KI-Start-ups Decart AI Abstand genommen. Beide Unternehmen könnten dennoch bei anderen Projekten zusammenarbeiten. Decart entwickelt KI-Infrastruktur sowie Optimierungstechnologien und wird von Nvidia unterstützt.
Liquid-Hacker geben Bitcoin im Wert von 270 Millionen Dollar zurück
White-Hat-Hacker haben 3.400 Bitcoin im Wert von rund 270 Millionen Dollar an die Liquid Federation zurücküberwiesen. Zuvor waren etwa 4.000 Bitcoin aus den Reserven der Bitcoin-Sidechain abgezogen worden, rund 598 Bitcoin bleiben ausstehend. Blockstream erklärte, die betroffenen Bridge-Knoten seien gepatcht und die Mitglieder bereiteten einen koordinierten Neustart vor.
Hunter Biden plant LAPTOP-Memecoin
Hunter Biden will am Mittwoch den LAPTOP-Memecoin mit einer Gesamtmenge von einer Milliarde Token starten, von denen 20 Prozent an Inhaber des TRUMP-Memecoins und weitere Nutzer gehen sollen. Biden und die Mitgründer sollen zunächst 30 Prozent der Token kontrollieren, während 20 Prozent für wohltätige Zwecke und Betriebskosten vorgesehen sind. Bis zu 30 Prozent der Token könnten abhängig von politischen und marktbezogenen Ereignissen vernichtet werden.
Citi und DBS testen tokenisierte Wochenendzahlung
Citi und DBS haben erstmals am Wochenende eine tokenisierte grenzüberschreitende Zahlung zwischen den USA und Singapur über das Swift Digital Ledger abgewickelt. Die Transaktion wurde innerhalb weniger Minuten abgeschlossen, während herkömmliche Überweisungen bis zu zwei Geschäftstage dauern können. Der Vorgang zeigt, wie Banken Blockchain-basierte Zahlungswege für schnellere Transfers innerhalb des Bankensystems prüfen.
Enthält Material von dpa-AFX