Die Deutsche Bank will weiter auf den digitalen Fortschritt setzen. Christian Sewing, Vorstandschef des Kreditinstituts, sieht großes Potenzial in der Nutzung von KI. Vor allem das Sparprogramm soll davon profitieren. Auch bei der Eigenkapitalrendite zeigt sich der Bankenchef zuversichtlich.
Bei der Deutschen Bank herrscht derzeit eine gute Stimmung - zumindest auf Vorstandsebene. Der aktuelle Sparkurs sieht vor rund zwei Milliarden Euro im operativen Geschäft einzusparen. Dennoch sieht Vorstandschef Christian Sewing "noch größeres Potenzial", wie aus einer vorab veröffentlichte Rede zur Hauptversammlung hervorgeht, die am 28. Mai stattfinden soll. Zusätzlich sei das bisherige Renditeziel von 13 Prozent noch eine "Untergrenze".
Neuer Technologie-Motor für höheres Sparpotenzial
Sewing spricht dabei über künstliche Intelligenz. Auch Banken und das Finanzwesen nutzen die Technologie zur Optimierung von Arbeitsprozessen und folglich schnelleren Entscheidungen. Auch die Deutsche Bank will ein Stück vom Kuchen haben und erkennt den positiven Effekt von KI allmählich. So soll sie nicht nur zur Kostensenkung eingesetzt werden, sondern auch einen Platz im wichtigen Privatkundengeschäft finden.
Die Bank arbeitet bereits an einem digitalen Banking-Assistenten. Dieser soll einfache Kundenanfragen rund um digitale Themen verlässlich beantworten. Dies könnte vor allem Privatkundenberater unterstützen, die dadurch mehr Zeit für Anlagegespräche oder ähnliche Themen hätten. Ein solcher Bot ist keine Neuheit. Viele Unternehmen setzen mittlerweile auf digitale Assistenten, um häufig gestellte Fragen schnell zu beantworten - und somit Kosten zu sparen. Doch Sewing sieht weiteres Potenzial. So sollen Bearbeitungszahlen im Kreditgeschäft bis zu 95 Prozent und der Baufinanzierung bis zu 60 Prozent verkürzt werden. Bis die Bank ihre KI-Fantasien umsetzt, soll es allerdings noch bis 2028 dauern.
Die KI soll Mitarbeiter bei Kredit- und Compliance-Prüfungen entlasten, sodass diese sich komplexeren Themen annehmen können. Diese Punkte unterstützen den bisherigen Sparplan deutlich und verdeutlichen, warum der Vorstandschef hier ein noch größeres Potenzial sieht. Welche Folgen das für die knapp 90.000 Mitarbeiter hat, erwähnt die Rede nicht.
Den Trend nicht verpassen
Nicht nur Vorstandschef Sewing sieht in KI ein deutliches Potenzial. Seit einiger Zeit hält der KI-Boom die Märkte auf Trab. Möchten Sie ebenfalls davon profitieren, lohnt sich ein Blick in den "Künstliche Intelligenz"-Index von BÖRSE ONLINE.
Höhere Rendite in Aussicht gestellt
Anleger können sich ebenfalls freuen: Sewing sieht die aktuelle Eigenkapitalrendite lediglich als "Untergrenze" und die Deutsche Bank traut sich "deutlich mehr zu". Der letzte Vorsteuergewinn lag bei 9,8 Milliarden Euro, was das Unternehmen dazu veranlasste, die Jahresziele anzuheben. Die Erträge sollen bis 2028 um 5 Milliarden Euro auf 37 Milliarden Euro steigen. Die Nachricht tat der Aktie gut. Sie notierte zum Börsenstart bei 26,90 Euro, nachdem sie bei 26,99 Euro den Vortag beendete. Mittlerweile (Stand: 20. Mai 2026, 15:04 Uhr) verzeichnet das Papier ein Plus von 1,43 Prozent und notiert bei 27,29 Euro. Dadurch nähert sich die Deutsche Bank-Aktie der 200-Tage-Linie erneut an.
Mit dem Einsatz von KI kann die Deutsche Bank einen Schritt in das aktuelle Zeitalter wagen. Während Einzelhandelsunternehmen bereits vermehrt auf den Trend setzen, hinken Banken und Ämter noch etwas hinterher. Dennoch zeigt sich das große Interesse beispielsweise auch bei der Commerzbank, die beim geplanten Stellenabbau ebenfalls auf den technologischen Fortschritt setzt.
Plus für Anleger
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Häufig gestellte Fragen
Warum setzt die Deutsche Bank so stark auf KI?
Die Bank will mithilfe von KI Prozesse beschleunigen, Kosten senken und das Sparprogramm wirkungsvoll unterstützen.
Wie hoch ist das neue Renditeziel der Deutschen Bank?
Christian Sewing sieht die bisherige Eigenkapitalrendite von 13 Prozent nur noch als Untergrenze und traut der Bank deutlich mehr zu.
Wie reagierte die Aktie auf die Aussagen des Vorstands?
Die Aktie legte im Tagesverlauf zu und notierte am 20. Mai 2026 um 15:04 Uhr bei 27,29 Euro.
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