Die Unternehmen glänzen mit starken ­Zahlen – zugleich sind die beiden Aktien schon recht gut gelaufen. Mit Bonus-Cap-Zertifikaten bieten sich dennoch Chancen.

Hinweis: Dieser Artikel erschien zuerst am 07. Oktober in der BÖRSE ONLINE-Ausgabe 42/26. Wenn Sie in Zukunft als Erstes die Einschätzung unserer Experten lesen wollen, dann werfen Sie einen Blick auf dieses Angebot.

Deutsche Börse steht stark da

Die Deutsche Börse treibt den Umbau zu einem breiter aufgestellten Anbieter von Marktinfrastruktur voran. Im Januar vereinbarte der Konzern die Übernahme des Fondsplattformbetreibers Allfunds mit einem Transaktionswert von rund 5,3 Milliarden Euro, die im ersten Halbjahr 2027 abgeschlossen werden soll. Die Fondsplattform bietet Fondsverwaltern und Vertriebspartnern Systeme für Handel, Ausführung und Datenanalyse, über sie werden rund 1,7 Billionen Euro verwaltet. Hinzu kamen der Kauf der restlichen rund 20 Prozent am Datenanbieter ISS STOXX im Februar für 1,15 Milliarden Euro und eine Beteiligung von 1,5 Prozent an der Kryptobörse Kraken. 

Ohne das Treasury-Ergebnis stellen sich die jüngsten Quartalszahlen wie folgt dar: Im zweiten Quartal stiegen die Nettoerlöse um neun Prozent auf rund 1,4 Milliarden Euro. Das Ergebnis vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen legte um 13 Prozent auf 775 Millionen Euro zu. Der Nettogewinn wuchs um zwölf Prozent auf 569 Millionen Euro. Das Aktienrückkaufprogramm über 500 Millionen Euro ist abgeschlossen. Die Prognose von 5,7 Milliarden Euro Nettoerlösen und 3,1 Milliarden Euro Ergebnis wurde bestätigt. Für das Treasury-Ergebnis stellt der Vorstand mehr als 700 Millionen Euro in Aussicht. 

Wer bei der Aktie auf stabile bis moderat steigende Kurse setzt, kann auf ein Bonus-Cap-Zertifikat zurückgreifen. Solange die Aktie die Barriere von 230 Euro bis zum Bewertungstag am 17. Dezember 2027 nicht berührt, liegt die Rückzahlung bei 380 Euro. Ausgehend vom aktuellen Kurs entspricht das einer möglichen Rendite von knapp 20 Prozent. Die Barriere liegt rund 20 Prozent unter dem aktuellen Kurs, das Aufgeld beträgt 10,6 Prozent. Wird die Barriere berührt, verhält sich das Zertifikat wie die Aktie und das Aufgeld ist verloren.

SAP liefert gute Zahlen
Auch bei SAP stimmen die Ergebnisse. Im zweiten Quartal stieg der Umsatz um neun Prozent auf 9,88 Milliarden Euro, währungsbereinigt um elf Prozent. Der Cloud-Umsatz wuchs um 22 Prozent auf 6,28 Milliarden Euro, der Auftragsbestand im Cloud-Geschäft für die kommenden zwölf Monate legte um 27 Prozent auf 22,9 Milliarden Euro zu. Das bereinigte operative Ergebnis erhöhte sich um sieben Prozent auf 2,74 Milliarden Euro, der freie Barmittelzufluss sprang um 27 Prozent auf drei Milliarden Euro. Die Prognose für das operative Ergebnis senkte der Konzern leicht auf 11,8 bis 12,2 Milliarden Euro, zuvor waren es 11,9 bis 12,3 Milliarden Euro. Grund sind die Übernahmen des Datenspezialisten Dremio und des Anbieters von Basismodellen für Tabellendaten Prior Labs. Die Ziele für Cloud-Umsatz und freien Barmittelzufluss von rund zehn Milliarden Euro bestätigte SAP. Zudem läuft ein Aktienrückkaufprogramm über bis zu zehn Milliarden Euro bis Ende 2027. 

Zuletzt stärkte SAP sein Datengeschäft durch den Kauf von Reltio, einem kalifornischen Anbieter von Software für Datenmanagement. Die Übernahme soll die Datenplattform Business Data Cloud stärken. Reltio führt Unternehmensdaten aus verschiedenen Quellen zusammen und macht sie für künstliche Intelligenz nutzbar, egal ob sie in Systemen von SAP oder anderen Anbietern liegen. Den Kaufpreis nannte SAP nicht, in Finanzierungsrunden wurde Reltio zuletzt mit bis zu zwei Milliarden US-Dollar bewertet. Strategisch setzt SAP auf das Konzept des autonomen Unternehmens und schloss Partnerschaften unter anderem mit Anthropic, Amazon Web Services und Nvidia. 

Auch dort bietet sich ein Bonus-Cap-Zertifikat an. Solange SAP die Barriere von 155 Euro bis zum Bewertungstag am 18. Juni 2027 nicht berührt, zahlt das Papier 250 Euro aus. Ausgehend vom aktuellen Kurs ergibt sich eine mögliche Rendite von knapp 27 Prozent. Die Barriere liegt rund 17,6 Prozent unter dem aktuellen Kurs, das Aufgeld beträgt rund 4,6 Prozent. Berührt die Aktie die Barriere, entwickelt sich das Zertifikat wie die Aktie.

Fazit

Mit beiden Zertifikaten lässt sich auch in einer Seitwärtsphase Geld verdienen.

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