Deutsche Wohnen-Aktie: Immobilienkonzern setzt bei Conwert alles auf eine Karte
· Börse Online Redaktion
Die Conwert-Aktionäre reagierten enttäuscht: Das Papier verlor an der Börse bis zu knapp fünf Prozent an Wert und kostete 11,82 Euro - notierte damit aber immer noch über dem Angebotspreis.
Deutsche Wohnen hatte die Übernahmepläne - insgesamt ist die Offerte gut eine Milliarde Euro schwer - Mitte Februar publik gemacht. Auch zwei ausstehende Wandelanleihen sollen übernommen werden. Das Conwert-Management war davon überrascht worden und hat inzwischen die Investmentbank JP Morgan als Berater mandatiert. Ein "weißer Ritter", also ein alternativer Bieter, der Deutsche Wohnen übertrumpfen könnte, ist derzeit allerdings nicht in Sicht.
Einige Großaktionäre haben die Berliner bereits auf ihre Seite gezogen - und kommen damit insgesamt auf etwa 30 Prozent der Anteile. Einige Aktionäre sind auch bei beiden Unternehmen engagiert und dürften daher ein Interesse haben, dass der Zusammenschluss zustande kommt, weil er Synergien bringen soll. Segal sagte, das jüngste Investoren-Feedback stimme ihn zuversichtlich. Deutsche-Wohnen-Chef Michael Zahn betonte noch einmal, dass Conwert ein Restrukturierungsfall sei. "Wir sind davon überzeugt, dass unser Angebot eine attraktive Chance für alle Conwert Aktionäre darstellt. Conwert braucht einen strategischen Neuanfang mit einem starken Partner an seiner Seite."
Spielen die Anleger mit, dann entsteht bis zum Sommer ein Unternehmen, das 175.000 Wohnungen überwiegend in Deutschland verwaltet. Damit macht Deutsche Wohnen Boden gut zum Branchenprimus Deutsche Annington, der gerade den Rivalen Gagfah schluckt. Weitere Fusionen auf dem deutschen Immobilienmarkt sind Experten zufolge wahrscheinlich.
Deutsche Wohnen, beraten von Goldman Sachs und UBS, müsste im Jahresverlauf allerdings noch eine Kapitalerhöhung schultern, um wie angekündigt eine von den Banken gestellte Brückenfinanzierung von rund 900 Millionen Euro abzulösen. Wann das sein wird, darauf wollte sich Segal nicht festlegen.
Reuters
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