Der KI-Boom hat einige Aktien innerhalb eines Jahres teils um mehr als 500 Prozent steigen lassen. Doch können die Kurse weiter steigen? Ein Überblick über Chancen und Risiken von drei KI-Infrastrukturwerten.

Der Boom der künstlichen Intelligenz hat die Aktienkurse zahlreicher Unternehmen stark beflügelt. Besonders gefragt sind derzeit Firmen, die Rechenzentren mit Speicher, Chips und optischer Netzwerktechnik versorgen. Einige dieser Titel sind innerhalb eines Jahres um 500 Prozent oder mehr gestiegen. Und: Trotz dieser Kursgewinne ist weiteres Potenzial möglich.

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SanDisk

Zu den größten Gewinnern zählt die Aktie von SanDisk. Im Zwölfmonatsvergleich (bis Ende August) legten die Papiere laut der US-Finanzplattform “The Motley Fool” sogar um rund 2.900 Prozent zu. SanDisk stellt NAND-Speicher, also Flash-Speicher, her und profitiert derzeit von einem erheblichen Ungleichgewicht zwischen Angebot und Nachfrage. Dieses hat die NAND-Preise deutlich steigen lassen und damit den Umsatz sowie die Bruttomarge des Unternehmens nach oben getrieben.

Obwohl das NAND-Geschäft traditionell stark zyklisch ist, schließt SanDisk zunehmend langfristige Liefervereinbarungen ab. Drei der zunächst abgeschlossenen Verträge umfassen ein vertraglich zugesichertes Mindestumsatzvolumen von rund 42 Milliarden US-Dollar. Insgesamt bestehen nach Unternehmensangaben fünf Vereinbarungen mit Laufzeiten von bis zu fünf Jahren. Sie decken mehr als ein Drittel der erwarteten NAND-Lieferungen im Geschäftsjahr 2027 ab. SanDisk will diesen Anteil weiter steigern.

SanDisk wird derzeit laut “The Motley Fool” mit einem erwarteten Kurs-Gewinn-Verhältnis (KGV) von etwa 7 bewertet. Sollte SanDisk das erwartete Wachstum bis 2030 erreichen, könnte die Aktie weiteres Aufwärtspotenzial besitzen.

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Sandisk (WKN: A411ZM)

Micron Technology

Ein weiteres prominentes Beispiel ist Micron Technology. Bis Ende August legte die Aktie laut “The Motley Fool" im Vergleich zum Vorjahr um knapp 700 Prozent zu. Micron gehört zu den drei großen Speicherherstellern. Im vergangenen Quartal entfielen demnach 76 Prozent des Umsatzes auf DRAM und 24 Prozent auf NAND.

Der DRAM-Markt wird maßgeblich von der Nachfrage nach High-Bandwidth Memory (HBM) angetrieben. Dieser spezielle Speicher wird unter anderem in Verbindung mit KI-Beschleunigern eingesetzt. Da die Nachfrage nach KI-Chips steigt und die Produktionskapazitäten nur begrenzt ausgeweitet werden können, bleibt der HBM-Markt vorerst angespannt.

Micron wird von “The Motley Fool” mit einem erwarteten KGV von etwa 6 beschrieben. Zudem hat Micron längerfristige Vereinbarungen mit Kunden abgeschlossen. Sollte der aktuelle Speicherzyklus bis 2030 und darüber hinaus anhalten, könnte die Aktie weiteres Potenzial besitzen. 

Micron Technology (WKN: 869020)

Lumentum

Lumentum Holdings (LITE) hat im vergangenen Jahr rund 550 Prozent zugelegt. Das Unternehmen profitiert vom Wandel in KI-Rechenzentren, in denen Kupferverbindungen zunehmend durch optische Netzwerke ergänzt oder ersetzt werden.

Lumentum produziert leistungsstarke Laser aus Indiumphosphid (InP). Diese wandeln elektrische Signale in Licht um und ermöglichen dadurch eine schnelle Datenübertragung. Lumentum gehört zu den wenigen Unternehmen weltweit, die solche Laser in großen Stückzahlen herstellen können und kommt teilweise auf Marktanteile von bis zu 60 Prozent. 

Da der Umstieg von Kupfer- auf optische Netzwerke in KI-Rechenzentren noch nicht abgeschlossen ist, könnte Lumentum von einem anhaltenden Ausbau profitieren. Das Unternehmen ist damit eher ein KI-Infrastrukturprofiteur als eine klassische KI-Softwareaktie.

Lumentum Holdings (WKN: A14WK0)

Risiken nicht unterschätzen

Alle drei Unternehmen profitieren vom Ausbau der KI-Infrastruktur, sind jedoch mit erheblichen Risiken verbunden. Eine nachlassende Nachfrage nach KI-Rechenzentren, zusätzliche Produktionskapazitäten, fallende Speicherpreise, zunehmender Wettbewerb, technologische Veränderungen oder die Abhängigkeit von wenigen Großkunden könnten Umsatz und Margen belasten.

Zudem sind die Aktien nach ihren starken Kursanstiegen sehr volatil. Im Zuge von Rücksetzern im Speicher- und Halbleitersektor gaben die Kurse zeitweise deutlich nach. Micron und SanDisk mussten im Juli erhebliche Einbußen verzeichnen, blieben aber auf hohem Niveau.

Für Anleger ist außerdem wichtig, dass SanDisk und Micron stark vom Speicherzyklus abhängen und Lumentum von technologischen Umbrüchen und Kundenentscheidungen betroffen ist. Die bisherige Kursentwicklung ist daher kein Beleg dafür, dass sich die Rally fortsetzen muss - auch wenn die Unternehmen interessante Profiteure des KI-Infrastrukturbooms sind.

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Weiterführende Links

Welche KI-Aktien sind innerhalb eines Jahres um mehr als 500 Prozent gestiegen?

Zu den genannten Werten gehören SanDisk, Micron Technology und Lumentum. SanDisk legte bis Ende August laut The Motley Fool um rund 2.900 Prozent zu, Micron um knapp 700 Prozent und Lumentum um rund 550 Prozent. 

Warum profitieren Speicherhersteller vom KI-Boom?

KI-Anwendungen benötigen nicht nur leistungsstarke Prozessoren, sondern auch große Mengen an Speicher. Für das Training und den Betrieb von KI-Modellen werden Daten dauerhaft gespeichert und schnell verarbeitet. Davon profitieren Hersteller von DRAM, HBM, NAND-Speichern, SSDs und Hochkapazitätsfestplatten. Die Nachfrage kann jedoch zyklisch sein und bei steigenden Produktionskapazitäten zu fallenden Preisen führen.

Welche Risiken haben stark gestiegene KI-Aktien?

Nach starken Kursgewinnen sind die Erwartungen des Marktes häufig sehr hoch. Enttäuschende Geschäftszahlen oder ein schwächerer Ausblick können deshalb heftige Kursverluste auslösen. Weitere Risiken sind fallende Speicherpreise, Überkapazitäten, technologische Konkurrenz, geopolitische Spannungen und die Abhängigkeit von wenigen Großkunden. Eine Kurssteigerung von 500 Prozent in der Vergangenheit ist keine Garantie für weitere Gewinne.

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