In der vergangenen Woche haben Insider auffällig große Tranchen dieser Aktien verkauft. Wissen sie mehr als der Markt? Intresant: Dafür schlug ein wichtiger Insider bei einer Chip-Aktie aus Asien zu.
Wenn Insider Aktien kaufen, gilt das manchen Investoren als klares Vertrauenssignal. Umgekehrt sind sie alarmiert, wenn Eingeweihte aus dem oberen Management größere Positionen abstoßen. Das ist in der vergangenen Woche unter anderem bei AMD und Micron passiert. Doch in Asien gab es auch einen interessanten Zukauf, wie das Portal „SeekingAlpha““ berichtet.
Die Trades im Einzelnen:
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AMD-Manager nimmt Millionen mit
Bei Advanced Micro Devices hat Paul Grasby, Executive Vice President und Chief Sales Officer, 15.000 Aktien verkauft. Der Verkauf erfolgte zu einem Preis von 514,91 US-Dollar je Aktie und hatte damit ein Gesamtvolumen von rund 7,72 Millionen US-Dollar. Grasby reduzierte seine direkten Bestände dadurch um etwa 11,30 Prozent. 117.687 AMD-Aktien hält er weiterhin.
Für AMD-Anleger ist der Verkauf vor allem deshalb bemerkenswert, weil die Aktie zuletzt stark gelaufen ist und auf einem hohen Kursniveau notiert. Der Trade zeigt, dass ein Top-Manager die Gelegenheit genutzt hat, Gewinne zu realisieren. Ein automatisches Verkaufssignal ist das allerdings nicht: Insider verkaufen häufig aus Gründen wie Vermögensdiversifikation, Steuerzahlungen oder vorab geplanten Handelsprogrammen. Zudem bleibt Grasby mit einer beträchtlichen Zahl an Aktien investiert.
Großer Insiderverkauf auch bei Micron
Ähnlich sieht das Bild bei Micron Technology aus. Sumit Sadana, Executive Vice President und Chief Business Officer, trennte sich von 15.000 Aktien. Bei einem Verkaufspreis von 934,29 US-Dollar je Aktie summierte sich die Transaktion auf rund 14,01 Millionen US-Dollar. Das entsprach etwa 6,70 Prozent seiner direkten Beteiligung. Nach dem Verkauf besitzt Sadana noch 209.021 Aktien.
Der Verkauf fällt in eine Phase, in der der Halbleitersektor von der hohen Nachfrage nach Speicherchips und Anwendungen rund um künstliche Intelligenz profitiert. Gerade nach kräftigen Kursgewinnen kann ein solcher Insider-Trade die Frage aufwerfen, ob die Erwartungen an das weitere Wachstum bereits sehr hoch sind. Die Transaktion allein liefert jedoch keinen Beleg dafür, dass sich die Geschäftsaussichten bei Micron verschlechtern.
TSMC-Insider setzt ein Zeichen
Ein anderes Signal kommt aus Taiwan. Lipen Yuan, Vice President von Taiwan Semiconductor Manufacturing (TSMC), kaufte 2.350 Aktien des Chipauftragsfertigers zu etwa 74 US-Dollar je Aktie. Der Zukauf hatte einen Wert von rund 174.023 US-Dollar. Yuans Gesamtbestand stieg dadurch auf 9.000 Aktien.
Der Kauf ist gemessen an den Verkäufen bei AMD und Micron zwar deutlich kleiner. Für Anleger ist er dennoch interessant. Während einzelne Manager bei stark gestiegenen Kursen Kasse machen, baut ein TSMC-Manager seine Position aus.
Weitere auffällige Verkäufe: Mega-Sellout bei Chevron
Auch außerhalb des Chipsektors gab es in der Woche vom 17. bis zum 21. August mehrere größere Insidergeschäfte. Bei Chevron verkaufte Chairman und CEO Michael Wirth 317.100 Aktien zu jeweils 200,46 US-Dollar. Das Geschäft hatte ein Volumen von rund 63,57 Millionen US-Dollar und entsprach 83,39 Prozent seiner direkten Beteiligung. Ihm verbleiben jetzt nur noch 63.179 Aktien.
Bei AbbVie veräußerte Chief Business & Strategy Officer Nicholas Donoghoe 32.710 Aktien zu 250 US-Dollar und nahm damit rund 8,18 Millionen US-Dollar ein.
Nancy Quan, Executive Vice President von Coca-Cola, verkaufte 50.000 Aktien für rund 4,52 Millionen US-Dollar. Das entsprach knapp 18 Prozent ihres Bestands; 229.256 Aktien hält sie weiterhin.
Bei AbbVie veräußerte Chief Business & Strategy Officer Nicholas Donoghoe 32.710 Aktien zu 250 US-Dollar und nahm damit rund 8,18 Millionen US-Dollar ein.
Nancy Quan, Executive Vice President von Coca-Cola, verkaufte 50.000 Aktien für rund 4,52 Millionen US-Dollar. Das entsprach knapp 18 Prozent ihres Bestands; 229.256 Aktien hält sie weiterhin.
Bei Walt Disney veräußerte Paul Roeder, Senior Executive Vice President und Chief Communications Officer, seine gesamte direkte Beteiligung. Er verkaufte 3.596 Aktien zu 106,32 US-Dollar und erzielte damit rund 382.327 US-Dollar.
Kaufsignal: Hier schlugen ein Insider richtig zu
Deutlich offensiver agierte Kelcy Warren, Director von Energy Transfer. Er kaufte in zwei separaten Transaktionen insgesamt eine Million Aktien zu rund 21 US-Dollar. Der Wert der Käufe belief sich auf etwa 21,26 Millionen US-Dollar. Warrens Gesamtbestand stieg damit auf rund 308 Millionen Aktien.
Für Anleger sind Insidergeschäfte ein interessanter Mosaikstein, aber kein Ersatz für die Analyse von Geschäftszahlen, Bewertung und Branchentrends. Gerade bei AMD und Micron sollten sie die Verkäufe deshalb nicht überbewerten und isoliert als Verkaufsempfehlung interpretieren. Aussagekräftiger wird das Signal erst, wenn mehrere Manager wiederholt große Teile ihrer Bestände abgeben oder diese Verkäufe mit einer nachlassenden operativen Dynamik zusammenfallen.
Auf Aktien setzen, die jetzt explodieren
Übrigens: Wenn Sie sich wie die Top-Insider positionieren wollen, dann sollten Sie aber nicht nur einen Blick auf die Käufer aus den Unternehmen werfen, sondern vor allem auf die der US-Politiker. Diese verdienen sich seit Jahren eine goldene Nase mit Aktiengeschäften und haben Zugang zu Informationen, die kein Anleger sonst hat.
Wenn Sie bei den neuesten Trades von Trump & Co. dabei sein möchten, dann empfiehlt sich ein Blick auf den exklusiven Aktienreport „Insider-Aktien aus dem Weißen Haus“
Häufige Fragen
Warum müssen Insider ihre Aktienkäufe und -verkäufe melden?
Da anzunehmen ist, dass hochrangige Manager und Aufsichtsräte von Unternehmen einen besseren Überblick über die Zahlen haben als die Öffentlichkeit, ist es von großem Interesse, ob und wan sie mit Aktien ihres eigenen Unternehmens handeln.
Welche Aktien kaufen Insider jetzt?
In großen Stil kaufte zuletzt ein Insider von Energy Transfer Aktien zu. Auch bei TSMC stockte ein Manager auf. Ansonsten gab es vergangene Woche bei Titeln wie AbbVie AMD, Chevron, Coca-Cola, Micron und Walt Disney Insider-verkäufe.
Sind Insider-Transaktionen ein Kauf- oder Verkaufsignal?
Für viele Anleger gelten Insider-Käufe als Kaufsignal, allerdings hat dieser Faktor keine erhöhte Trefferquote.