Während die Aktien vieler Finanzwerte kräftig schwanken, geht es für DWS stabil nach oben. Neben dem ETF-Boom könnte der Vermögensverwalter von der neuen Altersvorsorge profitieren. Aus diesen Gründen stehen die Chancen gut, dass DWS den Gewinn je Aktie auch im letzten Quartal gesteigert hat. 

An der Börse gibt es Aktien mit spektakuläreren Geschichten als DWS. Während KI-Titel und die sprunghaft gestiegene Nachfrage nach Halbleitern die Schlagzeilen beherrschen, setzt der Vermögensverwalter auf ein unspektakuläres, aber verlässliches Geschäftsmodell. Was für Anleger am Ende aber wirklich zählt, ist das Ergebnis je Aktie. Und hier überzeugt DWS mit einer auffällig konstanten Entwicklung.

Seit dem Börsengang im Jahr 2018 konnte der die Tochter der Deutschen Bank ihren Gewinn je Aktie fast jedes Jahr steigern. Das von DWS-Chef Stefan Hoops 2022 ausgegebene Ziel von 4,50 Euro je Aktie für 2025 wurde mit 4,64 Euro sogar übertroffen. Bis 2028 soll der Gewinn je Aktie um zehn bis 15 Prozent pro Jahr wachsen. Angesichts der soliden operativen Basis bei DWS erscheint dieses Ziel durchaus realistisch.

Quartalsergebnisse am Mittwoch

Am kommenden Mittwoch legt DWS die Ergebnisse für das zweite Quartal vor. Dann wird sich zeigen, ob der Vermögensverwalter seine Erfolgsserie fortsetzen und den Gewinn je Aktie erneut steigern konnte. Im ersten Quartal zumindest war es für den Vermögensverwalter gut gelaufen: Der Umsatz stieg um neun Prozent auf 812 Millionen Euro, der Gewinn vor Steuern kletterte um 33 Prozent auf 377 Millionen Euro.

Besonders positiv entwickelte sich die Aufwand-Ertrags-Relation. Sie sank von 62,2 Prozent im Vorjahresquartal auf 54,1 Prozent. Anders ausgedrückt: Von jedem Euro Umsatz musste DWS zuletzt nur noch 54,1 Cent für den laufenden Aufwand einsetzen. Auch die Aktie läuft bereits seit längerem von einem Höchststand zum nächsten und notiert nahe ihrem Allzeithoch. Seit Jahresbeginn hat sie knapp 25 Prozent zugelegt, binnen zwölf Monaten beträgt das Plus 41 Prozent.

Die Dividendenpolitik des Vermögensverwalters macht die DWS-Aktie darüber hinaus auch für Einkommensinvestoren interessant. Der Vermögensverwalter gilt nicht nur als verlässlicher Dividendenzahler, der seine Ausschüttungen seit dem Börsengang kontinuierlich erhöht, sondern bietet mit 8,6 Prozent auch eine attraktive Dividendenrendite. Für 2027 hat das Unternehmen zudem eine Sonderdividende in Aussicht gestellt – ähnlich einer Sonderzahlung von vier Euro je Aktie, die bereits 2024 an die Aktionäre ausgeschüttet wurde.

Profiteur der neuen Altersvorsorge

Ein weiterer Wachstumstreiber könnte das neue, staatlich geförderte Altersvorsorgedepot werden, das ab 2027 die Riester-Rente ablösen soll. DWS bringt sich für diesen Markt bereits in Stellung und hat mehrere Produktkonzepte angekündigt – vom kostengünstigen Standardprodukt bis zu flexiblen Lösungen mit einer breiten Auswahl an Fonds und ETFs. Als Anbieter mit einer starken ETF-Plattform und einer großen Fondspalette ist DWS damit gut aufgestellt, um vom erwarteten Aufschwung bei der privaten Altersvorsorge zu profitieren.

Eine ausführliche Analyse des Geschäftsmodells von DWS und der einzelnen Geschäftsbereiche des Vermögensverwalters finden Sie in Ausgabe 30 von BÖRSE ONLINE.

DWS Group (WKN: DWS100)

Weiterführende Links

Häufig gestellte Fragen

Was sind die wichtigsten Wachstumstreiber bei DWS?

Vor allem der ETF-Boom und das neue staatlich geförderte Altersvorsorgedepot bescheren dem Vermögensverwalter neue Kunden und steigende Umsätze.

Lohnt sich die Aktie für Dividendenjäger?

Ja, mit einer Dividendenrendite von 8,6 Prozent ist die Aktie auch für Einkommensinvestoren attraktiv. Für 2027 wurde außerdem eine Sonderausschüttung in Aussicht gestellt. 

Wie profitiert DWS vom neuen staatlich geförderten Altersvorsorgedepot?

Es wird erwartet, dass durch die neuen Regelungen die Nachfrage nach privaten Altersvorsorgeprodukten ab 2027 steigt. Als einer der größten Vermögensverwalter hat DWS von kostengünstigen Standardprodukt bis zu flexiblen Lösungen bereits verschiedene Produkte angekündigt.