Bending Spoons kauft erneut ein Unternehmen zum Schnäppchenpreis, die Aktie zieht erneut an. Wie das Geschäftsmodell der Tech-Plattform funktioniert und was Anleger von der Aktie erwarten können.

Bending Spoons bleibt weiter auf Einkaufstour. Gut einen Monat nach dem Börsengang am 1. Juli hat die Übernahme der italienischen Tech-Plattform Airtable vereinbart. Für die Akquisition der cloudbasierten Softwareplattform zur Organisation von Daten und Arbeitsabläufen bezahlt Bending Spoons 1,285 Milliarden Dollar in bar. Unter Berücksichtigung der Barreserven beläuft sich der Eigenkapitalwert auf rund 2,25 Milliarden. Ein deutlicher Abschlag, bedenkt man, dass Airtable in einer Finanzierungsrunde im Jahr 2021 noch mit elf Milliarden Dollar bewertet wurde. Noch Anfang des Jahres wurden Airtable-Aktien auf dem Sekundärmarkt zu einer Bewertung von rund vier Milliarden Dollar gehandelt.

Damit passt Airtable genau in das Übernahmemuster von Bending Spoons. Das Geschäftsmodell der italienischen Tech-Plattform besteht im Kauf von Apps und Plattformen mit großer Nutzerbasis, aber schwacher Profitabilität. Nach der Übernahme werden die technischen Systeme auf die eigene Plattform migriert, Kosten durch massiven Personalabbau gesenkt und die Bezahlmodelle der Apps ausgeweitet. Oft verschwinden kostenlose Funktionen, Abos werden ausgeweitet oder teurer. Das Ziel: Aus einer wenig profitablen App soll möglichst schnell eine Cashmaschine werden.

Bekannte Namen

Zu Bending Spoons gehören mittlerweile Apps wie die Notizen-App Evernote, der File Sharing Service WeTransfer, die Wander-App Komoot, die Videoplattform Vimeo, die Ticketplattform Eventbrite und das Internetportal AOL.

Die Nutzerbasis zeigt, wie stark das Modell skaliert. Nach Unternehmensangaben stieg die Zahl der monatlich aktiven User von 111 Millionen im Jahr 2023 auf inzwischen mehr als 500 Millionen. Noch wichtiger für das Geschäftsmodell ist aber die Zahl der zahlenden Kunden: Sie legte im selben Zeitraum von rund zwei Millionen auf mehr als neun Millionen zu. Ein Aboanteil von 93 Prozent am Gesamtumsatz schafft planbare Cashflows für Bending Spoons. 

Erfolgreicher Börsenstart

Der viel beachtete Börsenstart an der Nasdaq am 1.Juli ist für den italienischen App-Aufkäufer dann auch erfolgreich verlaufen. Beim IPO setzte Bending Spoons den Ausgabepreis mit 29 Dollar je Aktie oberhalb der zuvor kommunizierten Spanne von 26 bis 28 Dollar fest. Am ersten Handelstag sprang der Kurs direkt um knapp 40 Prozent nach oben. Bending Spoons nahm mit dem Börsengang damit rund 1,68 Milliarden US-Dollar ein. 

Nach einer zeitweiligen Seitwärtsphase haben die Papiere in den letzten Tagen nun erneut Fahrt aufgenommen. Das von BÖRSE ONLINE kurz nach dem Börsenstart ausgegebene Kursziel wurde dabei bereits erreicht. Eine umfangreiche Analyse zum Geschäftsmodell von Bending Spoons mit einer Bewertung der Chancen und Risiken finden Sie auf in Ausgabe 29 von BÖRSE ONLINE. 

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Häufig gestellte Fragen

Was macht Airtable?

Airtable ist eine cloudbasierte Softwareplattform, mit der Unternehmen Daten organisieren und individuelle Anwendungen sowie Arbeitsabläufe erstellen können. Die Plattform verbindet dabei die Einfachheit von Tabellen mit den Funktionen einer Datenbank.

Wie viel zahlt Bending Spoons für Airtable?

Bending Spoons zahlt 1,285 Milliarden Dollar in bar. Unter Einbeziehung der Nettoliquidität von Airtable ergibt sich ein Eigenkapitalwert von rund 2,25 Milliarden Dollar.

Warum passt Airtable zum Geschäftsmodell von Bending Spoons?

Bending Spoons übernimmt digitale Plattformen mit großer Nutzerbasis, senkt deren Kosten und versucht, die Zahlungsbereitschaft der Kunden besser auszuschöpfen. Airtable bietet damit das Potenzial, die Zahl der zahlenden Nutzer und die wiederkehrenden Erlöse weiter zu steigern.