Obwohl die Rheinmetall-Aktie in der vergangenen Woche einen deutlichen Rücksetzer erlitt, erholt sich der Wert seit einigen Tagen wieder. Nicht nur Panzer und Munition, auch Drohnen, Satelliten und maritime Ausrüstung hat der Düsseldorfer Konzern mittlerweile im Portfolio. Jetzt warnt ein Experte.
Die Bundeswehr gilt als marode. Vor dem Hintergrund des Ukraine-Krieges hat der Bundestag ein Sondervermögen von 100 Milliarden Euro beschlossen. Großer Profiteur des Geldsegens ist Rheinmetall. Das Unternehmen erhält unzählige Aufträge des Bundes und hat in einigen Bereichen eine Monopoldominanz entwickelt. Diese könne Rheinmetall auch ausspielen, warnt ein Experte nun.
Rheinmetall-Aktie auf Erholungskurs
Die Rheinmetall-Aktie sank deutlich nach der Veröffentlichung der Quartalszahlen. Teilweise kam es zu zweistelligen Wertverlusten. (Prozentual). Allerdings scheint es sich hierbei nur um einen Rücksetzer gehandelt zu haben. Seit Montag, dem 18. Mai, erholt sich das Papier und notiert mittlerweile (Stand: 22. Mai 2026, 14:39 Uhr) bei 1.244 Euro, was einem erneuten Plus von 2,44 Prozent im Vergleich zum Schlusskurs des Vortages entspricht. Seit 2022 wächst Rheinmetall unaufhörlich.
Erst im Jahr 2025 konnte der Konzern seinen Umsatz auf 9,9 Milliarden Euro steigern und stellte sich mit zusätzlichen Fabriken in Europa breiter auf. Entscheidend für die Entwicklung der Düsseldorfer ist auch die Diversifizierung des Angebotes. So hat Rheinmetall nicht mehr nur Panzer in petto, sondern setzt mittlerweile auch auf Drohnen- und Satellitensysteme. Hinzu kommt die Übernahme der Marinewerft NVL Anfang des Jahres, durch die das Unternehmen nun auch im maritimen Bereich agieren kann. Dadurch soll Rheinmetall in der Luft, zu Land und zu Wasser zum stärksten Rüstungskonzern wachsen. Rheinmetall-CEO Armin Papperger strebt einen Umsatz bis 2030 in Höhe von 50 Milliarden Euro an. Doch genau diese Expansionsfreude sieht Rupprecht Podszun, Professor an der Universität in Düsseldorf und Mitglied der Monopolkommission, als problematisch an.
Der Trend verrät es
Dass sichere Anlagen nicht immer vorsichtig wachsen, zeigt Rheinmetall seit einiger Zeit. Das Papier findet sich neben mehr als 20 weiteren Titeln im "Stabile Werte"-Index von BÖRSE ONLINE und dient auch als guter Grundpfeiler in einem riskanten Portfolio. Die letzten Tage zeigen, dass Anleger mit Rheinmetall auf der sicheren Seite sind.
Abhängigkeit zu Rheinmetall eine Gefahr?
In einem Interview mit Capital spricht er davon, dass Rheinmetall das Potenzial habe, zu einer Art Google der Rüstungsindustrie zu avancieren. Das Problem: Die Bundeswehr hat in einigen Bereichen keine alternativen Möglichkeiten. Dies führe zu einer starken Abhängigkeit, die einzelne Akteure seit der Zeitenwende eine entscheidende Funktion verleihe, so Podszun. Vor allem bei der Herstellung von Munition hat der Konzern seine Vormachtstellung ausgebaut. Das am DAX notierte Unternehmen hat in den vergangenen Jahren Aufträge mit einem Volumen von 10 Miliarden Euro beziehen, die sich unter anderem auf spezielle Artilleriegeschosse bezieht, die schon in der Luft explodieren, nicht erst bei einem Aufprall.
Auch Politiker äußern derzeit ihre Bedenken zu Rheinmetall. Sebastian Schäfer ist im Haushaltsauschuss für das Verteidigungsetat zuständig und sieht in dem DAX-Konzern eine Art Jäger, der sich auf alles stürzt, das Umsatz verspricht. Mit dem Fregattenprojekt F-126 soll nun auch das erste Kriegsschiff aus den Rheinmetall-Werken schippern. Boris Pistorius muss den Kostenpunkt von 12 Milliarden Euro noch prüfen., da das bisherige Etat von 10 Milliarden Euro noch einmal deutlich unter dem Angebot von Rheinmetall lag.
Gibt es hier keine günstigere Alternative, bleibt dem Verteidigungsminister jedoch kaum etwas übrig, als die Offerte zu akzeptieren. Dies würde die Dominanzstellung trotz Warnungen weiterhin stärken und könnte der Aktie von Rheinmetall weiteren Rückenwind verschaffen. Auch Hensoldt, Renk und weitere zeigen sich weiterhin im Positivtrend aufgrund der geopolitischen Anspannungen, können den Düsseldorfern jedoch nach wie vor nicht das Wasser reichen.
Eine etwas andere Explosion
Rheinmetall ist eine rentable Aktie. Doch es geht noch besser: Im Aktien-Report "Kurz vor dem Kursziel" schaut sich BÖRSE ONLINE drei Werte genauer an, die nach Analystenmeinungen bis zu 270 Prozent Kurswachstum bieten.
Häufig gestellte Fragen
Warum ist die Rheinmetall-Aktie zuletzt wieder gestiegen?
Die Aktie erholt sich nach dem Rücksetzer rund um die Quartalszahlen und profitiert weiter von der starken Auftragslage.
Warum warnt ein Experte vor Rheinmetall?
Weil das Unternehmen in einigen Bereichen eine so starke Marktstellung aufgebaut hat, dass daraus eine gefährliche Abhängigkeit entstehen könnte.
Was macht Rheinmetall für Anleger weiterhin attraktiv?
Der Konzern wächst stark, diversifiziert sein Geschäft und gilt trotz der Risiken als Profiteur der geopolitischen Lage.
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