Der Projektentwickler PNE ist zurück auf dem Radar. Und zwar nicht nur wegen der zuletzt besseren operativen Zahlen, sondern auch weil das Sentiment für Erneuerbare freundlicher wird. 

Hinweis: Dieser Artikel erschien zuerst am 27. Mai in der BÖRSE ONLINE-Ausgabe 23/26. Wenn Sie in Zukunft als Erstes die Einschätzung unserer Experten lesen wollen, dann werfen Sie einen Blick auf dieses Angebot.

Der Sektor ist wieder gefragt, wie etwa der kräftige Kurssprung des Wettbewerbers Energiekontor zeigt. Dazu kommen kürzere, dennoch immer noch komplexe Genehmigungsverfahren. Und der hohe Ölpreis erinnert den Markt daran, dass die Energiewende nicht nur ein politisches, sondern auch ein ökonomisches Thema bleibt. Auf der anderen Seite sorgen sinkende Vergütungen für etwas Gegenwind. Dennoch sollte dieser Mix für PNE günstig sein. Das erste Quartal 2026 war ein klarer Beleg dafür: Die Gesamtleistung stieg auf 68,9 Millionen Euro, das normalisierte Ebitda sprang von 3,6 Millionen Euro auf 16,6 Millionen Euro. Vor allem zwei Faktoren treiben die Story: Projektverkäufe und eine bessere Stromproduktion im Eigenbetrieb. Insgesamt haben die Windparks im Eigenbetrieb in den ersten drei Monaten 2026 rund 262 GWh Strom erzeugt. Das sind rund 65 GWh mehr als im ersten Quartal 2025.

Der Wind hat sich gedreht

Gleichzeitig ordnet sich PNE strategisch neu: weniger Offshore, weniger internationale Zerstreuung, dafür mehr Fokus auf Onshore-Wind, Photovoltaik und Batteriespeicher. Während der Markt selektiver wird, gewinnen Gesellschaften, die eine breite Pipeline, sichtbare Cashflows und ein belastbares Geschäftsmodell kombinieren. Das Servicegeschäft wächst, das Eigenbetriebsportfolio liefert stetige Erlöse, und die Projektpipeline bleibt mit mehr als 21 Gigawatt stark.

Der eigentliche Kurstreiber könnte aber in der Aktionärsstruktur liegen. Morgan Stanley Infrastructure Partners hält bereits mehr als 50 Prozent der Stimmrechte. Damit ist PNE kein klassischer Übernahmekandidat über den freien Markt, sondern ein Fall für eine mög­liche Blocktransaktion. Bereits in den Jahren 2019 und erneut Anfang 2023 gab es konkrete Übernahmeangebote und Verhandlungen durch Morgan Stanley sowie weitere Interessenten, die sich jedoch zerschlugen.

Seitdem spekuliert der Markt regelmäßig auf einen Komplettverkauf oder einen Ausstieg der Investmentbank, was den Kurs in der Vergangenheit stark bewegte. Lediglich rund 20 Prozent der Anteilscheine befinden sich noch im Streubesitz. Zweitgrößter Aktionär ist derzeit Active Ownership mit rund zwölf Prozent.

Fazit

Für Anleger ist das Setup interessant. Operativ hat sich das Bild aufgehellt, der Sektor läuft wieder besser. Dazu kommt, dass die Genehmigungszyklen kürzer werden. Durch die Aktionärsstruktur hat der Titel auch Übernahmefantasie. Der Aktienkurs hat die Trendwende bereits eingeleitet, ist von den alten Höchstständen um 24 Euro Ende 2022 allerdings noch weit entfernt.

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In dieser Rubrik stellt BÖRSE ONLINE heiße Spezialwerte für spekulative Anleger vor. Da hohen Kurschancen in der Regel hohe Risiken gegenüberstehen, sollten Kauf­aufträge limitiert und Stoppkurse beachtet werden.