Der US-Technologiekonzern IBM hat die Börse mit schwachen vorläufigen Quartalszahlen schockiert. Analysten sind tief gespalten.

Die IBM-Aktie ist abgestürzt. Die Papiere des Technologieriesen brachen am Dienstag um mehr als 24 Prozent ein – der schwerste Kurssturz seit dem Platzen der Dotcom-Blase im Jahr 2000. Auslöser war eine überraschende, vorzeitige Veröffentlichung vorläufiger Ergebnisse für das zweite Quartal 2026.

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IBM: „In diesem Quartal haben wir Fehler gemacht"

IBM meldete für das zweite Quartal einen vorläufigen Umsatz von 17,2 Milliarden US-Dollar – ein Plus von lediglich einem Prozent gegenüber dem Vorjahreszeitraum. Analysten hatten im Schnitt mit 17,9 Milliarden Dollar gerechnet. Auch beim bereinigten Gewinn je Aktie, der bei 2,93 Dollar liegen soll, blieb IBM hinter den Erwartungen von rund 3,00 Dollar zurück.

Das Softwaregeschäft legte zwar um fünf Prozent zu, doch das Beratungsgeschäft (Consulting) stagnierte, und die Infrastruktursparte verzeichnete einen Rückgang von sieben Prozent. IBM-Chef Arvind Krishna erklärte in einem Brief an die Aktionäre: „In diesem Quartal haben wir Fehler gemacht." Als Hauptgründe nannte er schwache Mainframe-Verkäufe, verzögerte Kundenabschlüsse sowie eine Verschiebung der Unternehmensausgaben hin zu Servern, Speichern und Arbeitsspeichern – befeuert durch Lieferengpässe und gestiegene Cybersicherheitsanforderungen.

Immerhin: IBM verwies als Pluspunkte auf starkes Wachstum bei Red Hat, Rekordumsätze im Bereich Distributed Infrastructure, anhaltende KI-Dynamik sowie bedeutende Investitionen im Quantencomputing. Die vollständigen Quartalsergebnisse sollen am 22. Juli 2026 veröffentlicht werden.

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Weiterführende Links

Kurssturz der IBM-Aktie: Das sagen die Analysten

Die IBM-Aktie reagierte auf die Nachrichten mit einem Kurssturz, durchbrach sowohl die 50-Tage- als auch die 200-Tage-Linie und notierte zeitweise bei rund 219 Dollar – nach einem Schlusskurs von 290,23 Dollar am Montag. Das 52-Wochen-Hoch hatte bei 332,46 Dollar gelegen.

IBM (WKN: 851399)

Die Reaktionen der Analysten auf die schlechten Zahlen sind allerdings sehr unterschiedlich:

Oppenheimer – Kaufen (Buy): 

Param Singh von Oppenheimer hält trotz des Einbruchs an seiner positiven Einschätzung fest und sieht das Kursziel bei 320 bis 350 Dollar. Das entspricht einem Aufwärtspotenzial von über 61 Prozent gegenüber dem aktuellen Kursniveau. Die Bank wertet den Rückgang offenbar als übertriebene Reaktion und setzt auf die langfristige Stärke des IBM-Portfolios.

HSBC – Verkaufen (Reduce/Sell):

Stephen Bersey von der Großbank HSBC hat IBM von „Hold" auf „Sell" herabgestuft und ein Kursziel von 191 Dollar ausgegeben. Das bedeutet ein weiteres Abwärtspotenzial von rund zwölf Prozent. Die Bank sieht offenbar das Risiko, dass die vorläufigen Zahlen nicht nur eine vorübergehende Schwäche anzeigen.

Morgan Stanley – Halten (Hold):

Morgan Stanley behält die neutrale Einschätzung bei und sieht das Kursziel bei 267 bis 293 Dollar – was nun einem Aufwärtspotenzial von fast 35 Prozent entspricht.

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Enthält Material von dpa-AFX

Häufige Fragen

Warum ist die IBM-Aktie abgestürzt?

Die IBM-Aktie ist am Dienstag um mehr als 24 Prozent eingebrochen – der schwerste Kurssturz seit dem Platzen der Dotcom-Blase im Jahr 2000. Auslöser waren überraschend schwache vorläufige Quartalszahlen für das zweite Quartal 2026: IBM meldete einen Umsatz von 17,2 Milliarden Dollar und verfehlte damit die Analystenerwartungen von 17,9 Milliarden Dollar deutlich. IBM-Chef Arvind Krishna räumte Fehler ein und nannte schwache Mainframe-Verkäufe, verzögerte Kundenabschlüsse sowie eine Verschiebung der Unternehmensausgaben als Hauptgründe.

Was sagen Analysten zur IBM-Aktie nach dem Kurssturz?

Die Analysteneinschätzungen zur IBM-Aktie sind nach dem Kurssturz tief gespalten. Oppenheimer bleibt optimistisch mit einem Kursziel von 320 bis 350 Dollar und sieht über 61 Prozent Aufwärtspotenzial. HSBC hingegen hat IBM auf „Verkaufen" herabgestuft und erwartet mit einem Kursziel von 191 Dollar weiteres Abwärtspotenzial von rund zwölf Prozent. Morgan Stanley bleibt neutral mit einem Kursziel von 267 bis 293 Dollar.

Wie haben sich die einzelnen IBM-Geschäftsbereiche im zweiten Quartal 2026 entwickelt?

Im zweiten Quartal 2026 zeigte IBM ein gemischtes Bild: Das Softwaregeschäft wuchs um fünf Prozent, während das Beratungsgeschäft (Consulting) stagnierte und die Infrastruktursparte einen Rückgang von sieben Prozent verzeichnete. Positiv hervorzuheben sind starkes Wachstum bei Red Hat, Rekordumsätze im Bereich Distributed Infrastructure sowie anhaltende Dynamik im KI- und Quantencomputing-Bereich.

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