Eine rostende Schraube kann bei Millionen VW- und Audi-Modellen zu gefährlichen Problemen mit der Lenkung führen. Der Rückruf trifft Volkswagen in einer ohnehin schwierigen Phase. Was das für die VW-Vorzugsaktie heißt.

Korrosion an einer Schraube zwingt den Volkswagen-Konzern dazu, weltweit 2,8 Millionen Fahrzeug zurückzurufen. Betroffen sind 2,159 Millionen Autos der VW-Modelle Golf, Tiguan, Touran und Caddy, die zwischen 24. September 2013 und 1. Juli 2024 produziert wurden. Hinzu kommen rund 700.000 Q3-Modelle von Audi. Allein in Deutschland sind knapp 896.000 Fahrzeuge betroffen.

Eine Schraube wird zum Millionenproblem

Der Grund: Feuchtigkeit kann eine Schraube an der Lenkung korrodieren lassen. Bricht sie, kann im Extremfall die Lenkfähigkeit verloren gehen. Bislang sind laut KBA keine Sach- oder Personenschäden bekannt. Die Schraube wird kostenlos ersetzt.

Rückruf trifft VW zur Unzeit

Für Volkswagen kommt der Rückruf zur Unzeit. Der VW-Konzern hatte erst vor einer Woche eine Gewinnwarnung herausgegeben. Demnach erwartet der Autobauer 2026 nur noch eine operative Umsatzrendite von maximal einem Prozent – nach zuvor 4,0 bis 5,5 Prozent. Außerdem belasten rund zehn Milliarden Euro an Sonderaufwendungen, darunter eine Porsche-Abschreibung. Die Aktie brach daraufhin ein.

Am Freitag reagierte die VW-Vorzugsaktie erneut mit starken Kursausschlägen auf die Rückruf-Nachricht, pendelte sich dann aber wieder bei 71 Euro ein und notiert damit nahe an ihrem Jahrestief.

Volkswagen Vz. (WKN: 766403)

Wie schwer wiegt der Vertrauensschaden?

Der finanzielle Schaden aus dem Rückruf dürfte allerdings überschaubar bleiben. Volkswagen geht laut der Fachzeitschrift „Auto, Motor und Sport“ davon aus, dass höchstens ein Prozent der Fahrzeuge tatsächlich betroffen sein könnte – rechnerisch etwa 28.500 Autos.

Für die Börse zählt nicht nur die Werkstattrechnung. Ein sicherheitsrelevanter Rückruf dieser Größenordnung kann das Vertrauen in die Qualitätskontrolle beschädigen. Dass VW nicht nur an den Kosten, sondern auch an der Sicherhit sparen könnte, ist allerdings weit hergeholt. Schließlich datiert der Großteil der betroffenen Modelle aus Zeiten, als es dem VW-Konzern noch sehr gut ging, Erst wenn der Rückruf auf andere Modelle ausgeweitet werden müsste, würde daraus ein größerer Belastungsfaktor.

Die Konsequenzen für Anleger

Kurzfristig belastet der Rückruf vor allem einmal mehr das Image des VW-Konzerns. Wichtig wird sein, dass keine weiteren Fälle auftreten und VW die Rückrufe zügig abarbeitet.

Die VW-Vorzugsaktie bleibt somit eine weitere Woche im Abwärtstrend stecken. Es wäre langsam mal wieder Zeit für gute Nachrichten.

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Häufige Fragen zum Thema

Warum muss Volkswagen weltweit 2,8 Millionen Fahrzeuge zurückrufen?

Feuchtigkeit kann eine Schraube an der Lenkung korrodieren lassen. Bricht sie, kann im Extremfall die Lenkfähigkeit verloren gehen. Bislang sind laut Kraftfahrtbundesamt (KBA) keine Sach- oder Personenschäden bekannt. Die Schraube wird kostenlos ersetzt.

Welche Fahrzeugtypen sind von dem Rückruf betroffen?

Betroffen sind 2,159 Millionen Autos der VW-Modelle Golf, Tiguan, Touran und Caddy, die zwischen 24. September 2013 und 1. Juli 2024 produziert wurden. Hinzu kommen rund 700.000 Q3-Modelle von Audi. Allein in Deutschland betrifft der Rückruf knapp 896.000 Fahrzeuge.

Welches Ergebnis erwartet der VW-Konzern im laufenden Jahr 2026?

Volkswagen erwartet im Geschäftsjahr 2026 nur noch eine operative Umsatzrendite von maximal einem Prozent. Zuvor waren 4,0 bis 5,5 Prozent angepeilt worden. Außerdem belasten rund zehn Milliarden Euro an Sonderaufwendungen, darunter eine Abschreibung auf Porsche. 

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Der Autor und der Vorstand und Mehrheitsinhaber der Herausgeberin Börsenmedien AG, Herr Bernd Förtsch, sind unmittelbar und mittelbar Positionen über die in der Publikation angesprochenen nachfolgenden Finanzinstrumente oder hierauf bezogene Derivate eingegangen, die von der durch die Publikation etwaig resultierenden Kursentwicklung profitieren können: Volkswagen Vz..