An den Märkten häufen sich die Warnsignale: Saisonal schwache Wochen, politische Risiken und ein wichtiger Stimmungstest für KI-Aktien könnten die nächste Korrektur deutlich verschärfen.
In den vergangenen Jahren konnten sich Anleger bei Kursrückgängen häufig auf einen verlässlichen Käufer verlassen: Privatanleger. Doch ausgerechnet im traditionell schwachen Börsenmonat September könnte dieser „Buy-the-Dip“-Effekt deutlich geringer ausfallen. Daten von Citadel Securities zeigen, dass das durchschnittliche Netto-Kaufvolumen von Privatanlegern an schwachen S&P-500-Tagen im September seit 2019 nur etwa halb so hoch lag wie in einem durchschnittlichen Monat. In keinem anderen Monat war die Bereitschaft, Kursrücksetzer zum Einstieg zu nutzen, geringer.
Derzeit sind Privatanleger zwar weiterhin Netto-Käufer. Das tägliche Netto-Kaufvolumen liegt rund zehn Prozent über dem Durchschnitt der vergangenen zwölf Monate. Gleichzeitig fällt jedoch das gesamte Handelsvolumen vergleichsweise niedrig aus. Sollte es im September zu einer stärkeren Korrektur kommen, könnte damit ein Käufersegment fehlen, das Rücksetzer in den vergangenen Jahren häufig schnell abgefedert hat.
Weitere Unsicherheiten
Hinzu kommen derzeit mehrere weitere Unsicherheiten und Risikofaktoren: Der Börsengang von Anthropic könnte bereits Ende September oder Anfang Oktober stattfinden. Das IPO dürfte zum wichtigen Stimmungstest für die teilweise hoch bewerteten KI-Aktien werden.
Gleichzeitig bleibt der Konflikt mit dem Iran ungelöst und sorgt insbesondere über mögliche Auswirkungen auf Ölpreise und Inflation für Unsicherheit. Auch saisonal bedingt könnte es zu einer erhöhten Volatilität kommen: Der September gilt historisch als schwächster Börsenmonat des Jahres. Mit den anstehenden Midterm-Wahlen in den USA nimmt zudem die politische Unsicherheit zu.
Langfristig bleibt das Bild positiv
Fundamental präsentieren sich die US-Unternehmen jedoch weiterhin äußerst stark. In der aktuellen Berichtssaison haben rund 86 Prozent der S&P-500-Unternehmen die Gewinnerwartungen übertroffen. Der langfristige Durchschnitt liegt nur bei 77. Für 2027 rechnen die Analysten mit einem Gewinnwachstum von knapp 15 Prozent.
Damit stehen den kurzfristigen Risiken weiterhin robuste Unternehmensgewinne gegenüber. Für langfristig orientierte Anleger könnte ein schwacher September deshalb weniger ein Grund zur Panik als vielmehr eine Gelegenheit für attraktivere Einstiegskurse sein.
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Häufig gestellte Fragen:
Warum gilt der September als schwacher Börsenmonat?
Historisch erzielt der S&P 500 im September im Durchschnitt die schwächste Monatsperformance des Jahres.
Warum sind Privatanleger für den Markt wichtig?
Sie haben Kursrückgänge in den vergangenen Jahren häufig zum Nachkaufen genutzt und damit zusätzlichen Kaufdruck erzeugt.
Ist eine Korrektur im September sicher?
Nicht zwingend. Saisonale Schwäche und politische Risiken erhöhen die Unsicherheit, gleichzeitig bleiben Unternehmensgewinne und Wachstumsaussichten robust.