Amazon will sich 25 Milliarden Dollar am Bondmarkt sichern. Was hinter dem nächsten großen KI-Deal steckt.
Das KI-Wettrüsten geht in die nächste Runde. Der US-Technologieriese Amazon plant, sich über eine achtteilige Anleihe mindestens 25 Milliarden US-Dollar am Bondmarkt zu sichern.
Amazon selbst gab die Pläne zur Kapitalbeschaffung am 7. Juli 2026 in einer Mitteilung an die US-Börsenaufsicht SEC bekannt, nannte jedoch kein konkretes Volumen.
Immer auf dem Laufenden bleiben: Jetzt BÖRSE ONLINE bei Google bevorzugen.
Amazons Milliarden-Bond-Deal bewegt die Märkte
Besonders bemerkenswert: Laut CNBC hat Amazon seinen Konsortialbanken mitgeteilt, im laufenden Jahr keine weiteren Anleihen mehr begeben zu wollen. Damit will das Unternehmen offenbar Planungssicherheit signalisieren und klarstellen, dass der aktuelle Bond-Deal den absehbaren Kapitalbedarf vorerst abdeckt.
Die Ankündigung blieb an den Märkten nicht ohne Wirkung. Bereits im Umlauf befindliche Anleihen aus dem Technologie- und KI-Sektor gerieten am Dienstag unter spürbaren Verkaufsdruck – Investoren machten offenbar Kasse, um sich an der neuen Amazon-Emission zu beteiligen. Die Risikoaufschläge weiteten sich merklich aus: Die Meta-Anleihe mit 6,3 Prozent Kupon verteuerte sich um rund 8 Basispunkte, die Amazon-Anleihe mit 5,95 Prozent um etwa 14 Basispunkte.
Amazon: Der Sonderfall beim KI-Wettrüsten der Giganten
Binnen eines Jahres hat Amazon damit mehr als 100 Milliarden Dollar an neuen Schulden aufgenommen. Zuvor hatte der Konzern bereits in Kanada, den USA und Europa Kapital eingesammelt. Die enormen Summen sollen in Rechenzentren, Chips und weitere KI-Infrastruktur fließen.
Die Ratingagentur Fitch geht in den kommenden zwei Jahren mit einem negativen freien Cashflow von jährlich rund 40 Milliarden Dollar aus, bewertet die Verschuldung angesichts eines Ebitda von 162 Milliarden Dollar für 2025 jedoch als gut tragbar.
Während Tech-Riesen wie Meta, Alphabet und Nvidia ebenfalls Milliardenschulden aufhäufen, um sie in KI-Infrastruktur und -Weiterentwicklung zu investieren, gilt Amazon als Sonderfall. Das liegt an der Cloud-Tochter AWS, über die der Konzern seine Rechenkapazitäten schon an Kunden vermieten und Kasse machen kann.
Tipp: Wer gerne in den Hype einsteigen möchte, sollte sich den "Künstliche Intelligenz"-Index von BÖRSE ONLINE genauer anschauen.
Amazon-Aktie: Bestes Chance-Risiko-Profil?
So reagierte die Amazon-Aktie auch kaum auf die Ankündigung des Bond-Deals. Und die US-Investmentbank Goldman Sachs hat das Kursziel für Amazon von 325 auf 335 US-Dollar angehoben und die Einstufung auf "Buy" belassen. Die Aktien des Online-Riesen wiesen immer noch eines der besten Chance-Risiko-Profile unter den von ihm beobachteten Konzernen auf, schrieb Eric Sheridan in seinem am Mittwoch vorliegenden Ausblick auf den Quartalsbericht.
Wenn Sie sich für weitere Wirtschafts- und Börsennachrichten interessieren, könnte ein Probeabo von BÖRSE ONLINE das Richtige für Sie sein.
Häufige Fragen
Warum begibt Amazon eine Anleihe über 25 Milliarden Dollar?
Amazon will massiv in KI-Infrastruktur investieren – darunter Rechenzentren, Chips und Cloud-Kapazitäten.
Welche Auswirkungen hat Amazons Anleihe auf den Bondmarkt?
Die Ankündigung löste Verkaufsdruck auf bestehende Tech-Anleihen aus, da Investoren Kapital freisetzten, um an der neuen Emission teilzunehmen. Die Risikoaufschläge weiteten sich merklich aus – etwa bei Meta-Anleihen um 8 und bei Amazon-Anleihen um 14 Basispunkte.
Warum gilt Amazon trotz hoher Schulden als finanziell solide?
Anders als viele Wettbewerber verfügt Amazon mit AWS über eine Möglichkeit, reale Einnahmen von externen Kunden zu generieren. Die Ratingagentur Fitch bewertet die Verschuldung angesichts eines Ebitda von 162 Milliarden Dollar für 2025 als tragbar.
Hinweis auf Interessenkonflikte:
Der Preis der Finanzinstrumente wird von einem Index als Basiswert abgeleitet. Die Börsenmedien AG hat diesen Index entwickelt und hält die Rechte hieran. Mit dem Emittenten der dargestellten Wertpapiere hat die Börsenmedien AG eine Kooperationsvereinba-rung geschlossen, wonach sie dem Emittenten eine Lizenz zur Verwendung des Index erteilt. Die Börsenmedien AG erhält insoweit von dem Emittenten Vergütungen.