Star-Investor Bill Ackman hat drei Aktien mit dem Aufstieg von Berkshire Hathaway in den 2000er Jahren verglichen. Jetzt könnte sich eine günstige Einstiegschance bieten.
Im Jahr 1999 verlor die Aktie von Berkshire Hathaway 20 Prozent und litt unter den Folgen der Dotcom-Blase. Währenddessen kletterte der S&P 500 um 21 Prozent. Warren Buffett nahm damals die Schuld auf sich, prognostizierte aber auch, dass sein Unternehmen den Referenzindex in den Folgejahren moderat übertreffen werde. Tatsächlich stieg die Aktie von Berkshire vom 3. März 2000 bis 2010 um 176 Prozent an - der S&P 500 nur um 4,8 Prozent.
Jetzt sieht Bill Ackman bei Microsoft, Amazon und Meta ein ähnliches Potenzial.
"Altmodische Aktien" oder moderne Anlage?
"Die Leute waren von Internet-Aktien begeistert, und Berkshire Hathaway wurde mit der niedrigsten Bewertung gehandelt, die ich je in seiner Geschichte gesehen habe", sagte Ackman kürzlich auf einer Konferenz. "Ich glaube, heute passiert in gewisser Weise etwas Ähnliches bei Amazon, Meta und Microsoft. Das sind im OpenAI-Zeitalter irgendwie altmodische Unternehmen."
Im Zuge des KI-Booms konnten auch Halbleiter- und Energieaktien deutlich zulegen. Der Energieverbrauch für KI-Rechenzentren und die Nachfrage nach Chips für GPUs sorgten für den Aufwärtstrend einzelner Werte. Nach Meinung von Ackman geraten die drei genannten Aktien dabei in Vergessenheit.
Übrigens: Wer nicht direkt in die Einzelaktien investieren möchte, findet die drei Kandidaten auch im Tech-Giganten-Index von BÖRSE ONLINE.
Umsatzwachstum vs. Investitionsausgaben
Amazon und Microsoft betreiben mit AWS beziehungsweise Azure zwei der größten Cloud-Plattformen der Welt. Sie stellen somit zahlreichen Rechenzentren die notwendige Rechenleistung zur Verfügung.
Meta hingegen profitiert auf direkte Weise vom KI-Fortschritt. Das Unternehmen verzeichnet starke Ergebnisse im Werbegeschäft durch Algorithmusverbesserungen von Instagram und Facebook, sowie weiteren KI-Werbetools.
Alle drei Unternehmen konnten ein deutliches Umsatzwachstum im direkten Jahresvergleich erzielen. Lag der Umsatz von Amazon im ersten Quartal 2025 noch bei 155,7 Milliarden US-Dollar, waren es ein Jahr später schon 181,52 Milliarden US-Dollar, was einem Umsatzwachstum von 17 Prozent entspricht. Microsoft legte sogar um 18 Prozent zu und bei Meta sind es 33 Prozent zusätzlich.
Wer seine Erträge steigern will, muss auch Ausgaben in Kauf nehmen - und die sind bei den drei Kandidaten enorm. So liegt Amazon mit geplanten Investitionsausgaben in Höhe von 200 Milliarden US-Dollar für 2026 an der Spitze. Gefolgt von Microsoft (190 Milliarden US-Dollar) und Meta (120 bis 145 Milliarden US-Dollar). Alle drei investieren einen Löwenanteil in den Ausbau von KI-Infrastrukturen, was die operative Marge zwar kurzfristig belastet, aber langfristig zu mehr Ertragskraft führen sollte.
Sollten Anleger jetzt zugreifen?
Die Meta-Aktie notiert aktuell bei rund 550 US-Dollar, Microsoft bei knapp 365 US-Dollar. Beide Unternehmen haben im vergangenen Jahr höher notiert. Lediglich Amazon konnte seit dem Jahreswechsel noch einmal deutlich zulegen, verlor in den vergangenen Tagen jedoch etwas und notiert aktuell bei fast 230 US-Dollar.
In allen drei Fällen ist auch das KGV spannend. Dieses liegt für Meta (16,7), Amazon (27,6) und Microsoft (21,7) unter dem Median des Tech-Sektors. Zusätzlich zählen die drei Konzerne zu den "Magnificent 7", also den sieben einflussreichsten und wertvollsten Tech-Aktien. Ackman hat sich diese Aktien also nicht ohne Grund angeschaut und sie bieten durchaus das Potenzial, in den kommenden zehn Jahren den Marktdurchschnitt zu überbieten. Allerdings gilt auch hier, wie bei allen Tech-Aktien, dass sie stark abhängig vom KI-Boom sind. Reißt dieser ab, sind jedoch nicht nur Meta, Microsoft und Amazon betroffen.
Eine andere Star-Investorin, Cathie Wood, gilt als erfolgreiche Tech-Investorin mit einem guten Gespür für Megatrends. Bei drei Titeln hat sie jetzt nachgekauft. Welche das sind, finden Sie im Aktienreport "Cathie Woods geheime Top-Aktien" heraus.
Häufig gestellte Fragen
Warum profitieren Amazon, Microsoft und Meta besonders stark vom KI-Boom?
Amazon und Microsoft verdienen an der Infrastruktur hinter KI, vor allem über Cloud-Dienste wie AWS und Azure. Meta profitiert dagegen stärker auf der Anwendungsseite, etwa durch bessere Werbeausspielung und effizientere Content-Systeme.
Sind niedrig bewertete Tech-Aktien wie Amazon, Microsoft und Meta automatisch günstig?
Nicht automatisch. Ein niedriges KGV kann auf eine echte Unterbewertung hinweisen, aber auch auf Risiken, etwa wenn das Wachstum schwächer ausfällt oder hohe Investitionen die Gewinne vorübergehend belasten.
Was macht einen Tech-Wert langfristig attraktiv für Anleger?
Wichtig sind ein robustes Geschäftsmodell, hoher Cashflow, Preissetzungsmacht und die Fähigkeit, neue Technologien in Produkte und Umsatz umzuwandeln. Gerade bei KI ist entscheidend, ob ein Unternehmen nicht nur mit dem Trend mitläuft, sondern daraus dauerhaft profitables Wachstum macht.
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