Nächster KI-Schub für ABB: Der Industriekonzern verbindet seine Stromversorgungssysteme mit Nvidias Plattform. Was die KI-Offensive für die Aktien des Schweizer Industriekonzerns bedeutet. 

ABB versteht sich nicht als KI-Spezialist, der große Sprachmodelle oder eigene KI-Plattformen vermarktet. Der Schweizer Konzern bleibt ein klassisches Industrieunternehmen mit den drei Geschäftsbereichen Elektrifizierung, Automation und Antriebstechnik. Dennoch wird KI für ABB immer mehr zum strategischen Faktor. Die Schweizer integrieren KI gezielt in ihre Industrielösungen um Produkte, Automationslösungen und Serviceplattformen besser zu machen. Das Ziel ist klar: Anlagen sollen effizienter, autonomer und einfacher bedienbar werden, der Energieverbrauch sinken, die Fehlersuche schneller gehen und ungeplante Stillstände seltener werden.

Stromversorgungssysteme in Nvidia-Plattform integriert

Mit dem Ausbau seiner im Oktober vergangenen Jahres angekündigten Partnerschaft mit dem US-Computerchiphersteller Nvidia geht ABB nun einen weiteren Schritt auf diesem Weg. Konkret integriert ABB seine Stromversorgungssysteme als digitale Zwillinge in die Omniverse-DSX-Blueprint-Plattform von Nvidia. Noch bevor der Bau einer Anlage beginnt, sollen Rechenzentrumsbetreiber die Stromverteilung von der Quelle bis zum Rack modellieren, validieren und optimieren können, heißt es in einer Unternehmensmitteilung. Ziel der Zusammenarbeit ist es, den Ausbau von KI-Infrastruktur zu beschleunigen.

Künstliche Intelligenz spielt dabei für ABB nicht erst seit dem Hype um ChatGPT und Co. eine Rolle. Der Konzern setzt schon seit Jahren auf industrielle KI, etwa bei vorausschauender Wartung rotierender Anlagen, bei der Zustandsüberwachung über drahtlose Sensoren oder in Assistenzsystemen für den Anlagenbetrieb. Was ABB in der aktuellen Situation in die Karten spielt: Der Markt für solche Lösungen ist attraktiver geworden. Wer Rechenzentren baut oder Produktionsanlagen digitalisiert, braucht leistungsfähige Infrastruktur, robuste Steuerungstechnik und verlässliche Wartungslösungen – genau dort bringt ABB mit integrierter KI praktischen Nutzen.

Starke Zahlen

Operativ läuft es rund für die Schweizer. Im ersten Quartal 2026 verbuchte der Konzern einen Rekord beim Auftragseingang von 11,298 Milliarden Dollar – ein Plus von 32 Prozent. Der Umsatz stieg um 18 Prozent auf 8,734 Milliarden Dollar, das EBIT legte um 21 Prozent auf 1,78 Milliarden Dollar zu, die Marge verbesserte sich auf 20,4 Prozent. Besonders kräftig entwickelte sich der Cashflow: von 652 auf 1,25 Milliarden Dollar – ein Plus von 92 Prozent. Das zeigt: ABB profitiert nicht nur von strukturellen Trends, sondern kann diese auch in Ergebniswachstum ummünzen.

Davon profitieren auch die Aktionäre. ABB erhöht die Dividende seit Jahren in kleinen, aber verlässlichen Schritten. Die Dividendenrendite liegt bei rund 1,1 Prozent. Zudem hat der Konzern im Februar ein Aktienrückkaufprogramm über zwei Milliarden Dollar angekündigt. Das unterstreicht die solide Finanzlage und schafft zusätzlichen Spielraum für Kapitalrückflüsse.

Aktie im Aufwind

An der Börse ist diese Qualität angekommen. Die ABB Aktie befindet sich seit Jahren in einem klaren Aufwärtstrend, seit März hat die Rally deutlich an Tempo gewonnen. Damit schlägt sich das Papier besser als viele Wettbewerber wie Siemens, Schneider Electric oder Eaton. Ein Schnäppchen ist die Aktie mit einem KGV von 28,3 allerdings nicht mehr. Ein Teil der positiven Erwartungen dürfte im Kurs bereits eingepreist sein.

Eine ausführliche Analyse, wie ABB Künstliche Intelligenz in seine Produkte integriert und wie sich der Konzern weiter positionieren möchte um vom Boom bei Rechenzentren, Strominfrastruktur, Elektrifizierung und Automatisierung zu profitieren, finden sie in Ausgabe 23/2026 von BÖRSE ONLINE.

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Häufig gestellte Fragen

Wie kann ABB als Industriekonzern vom KI-Boom profitieren?

ABB liefert die Infrastruktur hinter dem KI-Boom: Stromversorgung, Automation und Technik für Rechenzentren und Industrieanlagen. Genau dort steigt mit dem KI-Ausbau die Nachfrage.

Zahlt ABB eine Dividende?

Ja, ABB zahlt eine verlässliche Dividende, die Dividendenrendite liegt bei rund 1,1 Prozent. Ein weiteres Plus für Aktionäre ist ein im Februar angekündigtes Aktienrückkaufprogramm über zwei Milliarden Dollar.

Ist die ABB-Aktie trotz der Rally noch interessant?

Operativ läuft es stark, und die KI-Fantasie stützt die Story zusätzlich. Nach der Rally ist die Aktie aber kein Schnäppchen mehr.