Der britische Pharmakonzern GlaxoSmithKline (GSK) will sein Onkologiegeschäft wiederbeleben. Dafür plant das Unternehmen eine Milliardenübernahme des Medikamentenentwicklers Nuvalent. Dessen Aktie stieg am Dienstag um mehr als 30 Prozent. Sollten Anleger jetzt zugreifen?

Die Nuvalent-Aktie sorgte am Dienstag vor der Öffnung der Wall Street für Aufsehen: Um 15:08 Uhr deutscher Zeit notierte sie vorbörslich mit einem Plus von 35,26 Prozent bei 122,88 US-Dollar, was einem Allzeithoch entspricht. Der Grund dafür war eine Meldung des britischen Pharmariesen GSK, der den Medikamentenspezialisten übernehmen will. Der Kauf beinhaltet auch die Rechte an drei Medikamentenkandidaten zur Bekämpfung von Lungenkrebs.

Krebs als Kurstreiber: GSK weitet Onkologiegeschäft aus

Ein solcher Kursausbruch kommt nicht von ungefähr. Das Übernahmeangebot von GSK liegt bei 124 US-Dollar je Nuvalent-Aktie, was einem Aufschlag von 40 Prozent im Vergleich zum Schlusskurs vom Montag entspricht. GSK verspricht sich durch den Deal einerseits einen beschleunigten Einstieg in die Behandlung von Lungenkrebs sowie neue Wachstumschancen im Vertrieb. Andererseits erwartet der Konzern bis 2027 auch ein Umsatzwachstum im operativen Geschäft.

Von den drei möglichen Medikamenten befinden sich zwei bereits in der Prüfung bei der US-Arzneimittelbehörde FDA. Dabei handelt es sich um Zidesamtinib und Neladalkib, die bereits eine späte Entwicklungsphase erreicht haben. Die Übernahme soll auch den Ablauf des Patentschutzes für das HIV-Medikament Dolutegravir abdecken.

Nuvalent (WKN: A3CWDU)

Mega-Gewinne möglich

Im Aktienreport "Kurz vor der Kursexplosion" untersucht BÖRSE ONLINE drei Werte, die mit einem Gewinnpotenzial von bis zu 270 Prozent aufwarten. Das gilt jedoch nur für Anleger, die sich schnell entscheiden können.

Sollten Anleger bei Nuvalent zugreifen?

Die Nuvalent-Aktie ist nach dem Übernahmeangebot ein Deal-Arbitrage-Thema. Das Kurspotenzial ist weitestgehend an den gebotenen Preis gekoppelt, obwohl das Risiko eines Scheiterns des Deals bleibt. Aufgrund des bisherigen Kurswachstums ist der Titel nah am Übernahmepreis eingepreist, wodurch das zusätzliche Potenzial gering ausfällt. 

Die Papiere von GSK verzeichnen derzeit ein Minus von etwas mehr als einem Prozent an der Londoner Börse. Dennoch gilt, dass die Übernahme die Onkologie-Fantasie für die Aktie befeuert. Ist der Deal erst einmal verdaut, bietet die Aktie durchaus weiteres Aufwärtspotenzial. Dadurch bietet die GSK-Aktie mehr Sicherheit und Planbarkeit als der höchst spekulative Nuvalent-Titel.

Der Deal ist strategisch sinnvoll für beide Parteien. Die Marktkapitalisierung von GSK und die bereits fortgeschrittenen Medikamentenkandidaten von Nuvalent ermöglichen einen schnelleren Einstieg in die Lungenkrebsbehandlung. Aber die Übernahme ist eben noch nicht in trockenen Tüchern.

Wer generell auf Rendite mit Übernahmen setzen möchte, sollte einen Blick in den "German Mergers & Acquisitions"-Index werfen.

Häufig gestellte Fragen

Was macht GlaxoSmithKline (GSK) eigentlich?

GSK ist ein globaler Pharmakonzern mit Schwerpunkten in verschreibungspflichtigen Medikamenten, Impfstoffen und Spezialtherapien. Besonders interessant für Anleger ist das Unternehmen, wenn es gezielt in wachstumsstarke Bereiche wie Onkologie investiert.

Warum sind Übernahmen in der Pharmabranche für Anleger so wichtig?

Übernahmen können ein starkes Signal für Wachstum, Pipeline-Ausbau und strategische Neuausrichtung sein. Für Anleger sind sie oft deshalb spannend, weil sie kurzfristige Kurssprünge auslösen und langfristig die Marktposition eines Konzerns verändern können.

Was bedeutet eine Deal-Arbitrage bei Aktien?

Deal-Arbitrage ist eine Strategie, bei der Anleger darauf setzen, dass eine Übernahme wie angekündigt abgeschlossen wird. Der Gewinn entsteht meist aus der Differenz zwischen dem aktuellen Kurs und dem gebotenen Übernahmepreis, allerdings trägt man dabei auch das Risiko eines Scheiterns.

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