Tesla lieferte im zweiten Quartal weit mehr Fahrzeuge als erwartet. Trotzdem sackte die Aktie am Donnerstag in New York um mehr als sieben Prozent ab und erlebte damit ihren schlimmsten Tag seit fast einem Jahr. Was steckt dahinter?
Die Zahlen waren auf den ersten Blick beeindruckend: 480.126 Fahrzeuge hat Tesla im zweiten Quartal 2026 ausgeliefert, dazu 451.758 Einheiten produziert. Analysten hatten im Schnitt nur mit rund 406.600 Lieferungen gerechnet; Tesla übertraf diesen Wert also um fast 18 Prozent. Auch im Vergleich zum Vorjahreszeitraum mit rund 384.000 Auslieferungen fällt das Plus deutlich aus; gegenüber dem ersten Quartal sind es sogar 34 Prozent mehr.
Trotzdem verlor die Tesla-Aktie am Donnerstag rund 7,5 Prozent auf 393,45 US-Dollar. Damit verzeichnete sie den schwächsten Handelstag seit fast einem Jahr. Auffällig: Es war bereits das dritte Mal in Folge, dass die Aktie auf einen Quartalsbericht mit Kursverlusten reagierte.
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Der Markt wartet auf die versprochene Zukunft
Warum gehen die Anleger so kritisch mit Tesla ins Gericht? Was fehlt ihnen? Kurz gesagt: Sie interessiert weniger das Gestern, als das Morgen. Elon Musk selbst hat die Börsianer darauf gepolt, als er sagte, das Robotaxi werde der Gamechanger für Tesla sein.
Doch noch ist das Cybercab nicht in Sicht, und Tesla kämpft noch immer mit den Nachwirkungen zweier aufeinanderfolgender Rückgänge im Jahresabsatz. Auslöser dafür waren die umstrittene politische Rolle Musks, der Wegfall von E‑Auto-Subventionen in den USA und die wachsende Konkurrenz, vor allem aus China.
Chinesische Hersteller wie BYD, Nio und Xiaomi fluten die Märkte mit günstigeren und technologisch fortschrittlichen Elektrofahrzeugen. In den USA verlagert sich die Nachfrage zudem zunehmend in Richtung Hybridantriebe. „Wir haben ein riesiges Land, und die Menschen leben weit voneinander entfernt", sagte Dan Hearsch, Geschäftsführer bei AlixPartners, dem US-Sender CNBC. „Im Vergleich zu Europa, wo die Ladeinfrastruktur besser und die Fahrtstrecken kürzer sind, ist das ein echter Nachteil."
Neue Risiken drohen
Ein wichtiger Faktor für das starke Quartal war vermutlich der Anstieg der Benzinpreise infolge des Krieges gegen den Iran. Vor allem europäische Käufer griffen in der ersten Jahreshälfte verstärkt zu Elektrofahrzeugen. Doch dieser Rückenwind könnte sich bald wieder auflösen: Die Ölpreise sind im Zuge der Friedensverhandlungen zwischen den USA und dem Iran wieder auf das Vorniveau gefallen.
Für das zweite Halbjahr sieht Hearsch neue Belastungen auf die US-Autobauer zukommen: steigende Inflation, eine veränderte Handelspolitik gegenüber Europa und China und teurere Chips und Komponenten. Auch Tesla dürfte davon nicht verschont bleiben.
Starten Cybercab, Semi und Optimus noch 2026?
Musk setzt unterdessen unverdrossen auf eine Neuausrichtung. Die Produktion der bisherigen Flaggschiffmodelle S und X wurde eingestellt. Auf deren Fabriklinien in Fremont sollen künftig die Humanoiden-Roboter vom Typ Optimus entstehen. Parallel dazu will Tesla endlich in die Serienproduktion des fahrerlosen Cybercab und des Trucks Tesla Semi einsteigen – beides noch in diesem Jahr.
Wirklich handfeste Erträge liefert derzeit nur das Energiegeschäft: Tesla installierte im zweiten Quartal 13,5 Gigawattstunden an Energiespeichersystemen, nach 9,6 Gigawattstunden im Vorjahreszeitraum. Analysten hatten 13,3 Gigawattstunden erwartet.
Trieb SpaceX den Tesla-Absatz?
Ein Detail, das Analysten genau beobachten, sind die Verflechtungen mit SpaceX: : Laut seinem IPO-Prospekt kaufte SpaceX im April von Tesla Batterien („Megapacks“) im Wert von 269 Millionen US-Dollar zur Senkung der Stromkosten in seinen KI-Rechenzentren in Memphis. Im Vorjahr hatte SpaceX Tesla ebenfalls „geholfen“ und Cybertrucks im Wert von 131 Millionen US-Dollar bestellt, was einem erheblichen Anteil der damals gemeldeten Cybertruck-Verkäufe entsprach.
Lief es diesmal ähnlich? Ist bei dem tollen Absatzwachstum womöglich nachgeholfen worden? Tesla hat bisher nicht offengelegt, ob solche Transaktionen zwischen verbundenen Unternehmen die Auslieferungszahlen beeinflusst haben.
Die vollständigen Quartalszahlen wird Tesla am 22. Juli nach US-Börsenschluss veröffentlichen. Dann dürfte auch diese Frage beantwortet werden. Bis dahin sind erst einmal keine größeren Impulse für die Tesla-Aktie zu erwarten.
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Häufige Fragen zum Thema
Welche Fahrzeug-Modelle hat Tesla in 2026 eingestellt?
2025 liefen die Prouktion des Model S un ddes Model X (der Tesla mit den Flügeltüren) aus,
Wie viele Fahrzeuge hat Tesla im zweiten Quartal 2026 verkauft?
Tesla lieferte im zweiten Quartal 2026 480.126 Fahrzeuge aus und produzierte 451.758 Einheiten. Analysten hatten im Schnitt nur mit rund 406.600 Lieferungen gerechnet; Tesla übertraf diesen Wert also um fast 18 Prozent. Gegenüber dem ersten Quartal wareb es sogar 34 Prozent mehr.
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