Micron liefert Rekordzahlen und erwartet 2027 ein noch stärkeres Jahr. Steigende Speicherpreise, knappe Kapazitäten, HBM-Verträge und ein starker Ausblick treiben die Story weiter an.

22:41 Uhr: Der Speicherboom könnte deutlich länger dauern als gedacht

Der aktuelle Speicherzyklus könnte aus drei Gründen deutlich länger anhalten als bislang erwartet:

Erstens bleibt der Markt laut Micron auch 2027 und 2028 knapp. Bei DRAM ist derzeit sogar nicht absehbar, wann Angebot und Nachfrage wieder ins Gleichgewicht kommen, weil die Produktion mit der stark steigenden KI-Nachfrage kaum Schritt halten kann. 

Zweitens sichern langfristige Lieferverträge einen wachsenden Teil der Umsätze ab und machen Preise und Margen planbarer. 

Drittens könnte mit Physical AI gegen Ende des Jahrzehnts ein zusätzlicher großer Nachfrageblock durch autonome Fahrzeuge und humanoide Roboter entstehen.

22:30 Uhr: Physical AI als zusätzlicher Nachfragetreiber

Micron sieht langfristig großes Potenzial durch Physical AI. Humanoide Roboter könnten ähnlich viel Speicher benötigen wie autonome Fahrzeuge. Bis zum Ende des Jahrzehnts könnte daraus ein wichtiger neuer Nachfragetreiber entstehen.

Der Übergang von digitaler zu physischer KI könnte den aktuellen Speicherzyklus also deutlich verlängern. Dies könnte wiederum höhere Bewertungen der Speicheraktien rechtfertigen.

22:27 Uhr: Micron erwartet 2027 in jedem Quartal mehr Umsatz

Das Management rechnet im Geschäftsjahr 2027 mit einem weiteren Rekordjahr. Der Umsatz soll von Quartal zu Quartal steigen. Gleichzeitig soll das erste Quartal mit 86,25 Prozent den Tiefpunkt bei der Bruttomarge markieren. Das spricht für eine anhaltend hohe Preissetzungsmacht und bestätigt den Angebotsengpass. 

22:24 Uhr: Langfristige Verträge sichern mehr als 35 Prozent der Umsätze

Micron hat inzwischen 26 mehrjährige Abnahmeverträge abgeschlossen. Diese sollen nach aktueller Schätzung mehr als 35 Prozent der Umsätze bis 2030 abdecken. Erste Verträge reichen bereits bis 2031. Für die 26 langfristigen Vereinbarungen haben Kunden inzwischen finanzielle Zusagen von 32 Milliarden US-Dollar gemacht. Der überwiegende Teil davon besteht laut Micron aus Bareinlagen.

Diese langfristigen Vereinbarungen erhöhen die Planbarkeit für Micron enorm und reduzieren das zyklische Abwärtsrisiko durch fallende Preise.

22:21 Uhr: HBM für 2027 bereits weitgehend vergeben

Micron hat für den überwiegenden Teil seiner HBM-Produktion im Kalenderjahr 2027 bereits Vereinbarungen abgeschlossen. Dabei konnte der Konzern gegenüber dem Vorjahr deutliche Preiserhöhungen durchsetzen.

Der Ausbau der HBM-Verpackungskapazitäten in Singapur läuft laut Micron schneller als geplant. Die erste Produktion soll bereits Anfang 2027 starten. Auch das Werk in Taiwan soll ab Mitte 2027 zusätzliche Produkte liefern.

Micron entwickelt zudem einen speziellen HBM-Speicher für Nvidia, genannt NVHBM. Der Speicher soll bei kommenden Nvidia-GPUs und auf NVLink-Fusion-Plattformen eingesetzt werden.

22:19 Uhr: Speicher bleibt auch 2027 und 2028 knapp

Micron erwartet deutlich engere Angebots- und Nachfragebedingungen als 2026. Sowohl bei DRAM als auch bei NAND soll der Markt in den Jahren 2027 und 2028 angebotsbeschränkt bleiben.

Besonders deutlich wird das Management bei DRAM. Trotz geplanter neuer Fabrikkapazitäten könne Micron derzeit nicht absehen, wann Angebot und Nachfrage wieder ins Gleichgewicht kommen.

22:17 Uhr: Speicherpreise steigen weiter stark

Besonders auffällig ist die Preisentwicklung. Die durchschnittlichen DRAM-Preise stiegen gegenüber dem Vorquartal im hohen Zehnerprozentbereich. Bei NAND ging es sogar um rund 30 Prozent nach oben.

22:08 Uhr: Micron Seite überlastet

Offenbar ist die Investor Relations Website von Micron im Moment überlastet. Daher können wir die Quartalspräsentationen noch nicht einsehen. Wir werden Sie auf dem Laufenden halten...

Die Micron Aktie hat jedenfalls noch nicht groß reagiert auf die Zahlen: Aktuell steht die Aktie nachbörslich nahezu unverändert.

22:03 Uhr: Die Zahlen für das vierte Quartal 2026 sind da

• 54,23 Milliarden US-Dollar Umsatz vs. 51,5 Milliarden US-Dollar Erwartung

• 33,42 US-Dollar Gewinn pro Aktie (Non-GAAP) vs. 31,83 US-Dollar Erwartung

Ausblick auf das erste Quartal 2027:

• 61,5 Milliarden US-Dollar Umsatz vs. 58 Milliarden US-Dollar Erwartung

• 37,15 bis 39,15 US-Dollar Gewinn pro Aktie (Non-GAAP) vs. 35,92 US-Dollar Erwartung

• 86,25% Bruttomarge vs. 86,7% Erwartung

Damit liegen die Zahlen klar über den ohnehin hohen Erwartungen!

21:59 Uhr: Optionsmarkt erwartet starke Bewegung

Gleich kommen die Zahlen. Der Optionsmarkt preist aktuell bis Freitag eine Kursbewegung von rund 6,5 bis 6,6 Prozent in beide Richtungen ein. Bei einem Aktienkurs von rund 1.068 US-Dollar entspricht das einer erwarteten Spanne von ungefähr 997 bis 1.138 US-Dollar.

Interessante Statistik: Bei fünf der vergangenen acht Quartalsberichte fiel die tatsächliche Kursbewegung mindestens so groß aus, wie es der Optionsmarkt zuvor eingepreist hatte. Im Schnitt bewegte sich die Micron-Aktie nach diesen acht Quartalszahlen um rund 9,1 Prozent, während zuvor durchschnittlich etwa 8,3 Prozent eingepreist waren.

21:55 Uhr: Bewertung wirkt niedrig, aber…

Mit einem Forward-KGV von rund sieben wirkt die Micron-Aktie auf den ersten Blick sehr günstig. Bei einem zyklischen Unternehmen ist ein niedriges KGV allerdings nicht automatisch ein Kaufsignal: Häufig sind die Gewinne gerade dann besonders hoch, wenn sich der Zyklus seinem Höhepunkt nähert. Genau dieses Risiko scheint der Markt derzeit teilweise einzupreisen. 

Sollte Micron heute jedoch deutlich machen können, dass die Speicherknappheit und das starke Gewinnwachstum noch länger anhalten als bislang erwartet, würde sich das Bild ändern. Dann wäre das aktuelle Bewertungsniveau trotz der starken Kursrally weiterhin vergleichsweise niedrig.

21:51 Uhr: Was müsste passieren, damit die Aktie weiter steigt?

Nach der starken Rally der vergangenen zwölf Monate dürfte für weitere Kursgewinne mehr nötig sein als nur ein „gutes“ Quartal. Folgende Punkte sollten Anleger im Blick behalten:

1. Umsatz, Gewinn und Bruttomarge sollten die Erwartungen möglichst deutlich übertreffen, insbesondere für den Ausblick auf das erste Quartal 2027. 

2. Wichtig werden zudem konkrete Aussagen zur mittel- bis langfristigen Entwicklung des Speichermarktes. Sieht Micron die Nachfrage in den kommenden Jahren weiter stark wachsen? Und wie lange wird die aktuelle Speicherknappheit aus Sicht des Managements noch anhalten?

3. Ebenfalls spannend ist, ob Micron vermehrt langfristige Lieferverträge mit Kunden abschließt, um die hohen Preise und damit auch die hohen Bruttomargen längerfristig abzusichern.

4. Aussagen des Managements zur Kapazitätsausweitung und zu den CAPEX-Plänen. Am positivsten wäre vermutlich, wenn Micron die Kapazitäten in einem vertretbaren Maß erhöht: genug, um mehr verkaufen zu können, aber nicht so stark, dass die Preissetzungsmacht gefährdet wird.

21:45 Uhr: Erwartungen zuletzt immer übertroffen

Micron gelang es in den vergangenen zwölf Quartalen stets, die Gewinnerwartungen zu übertreffen – im Schnitt um starke 13,6 Prozent. Auch die Umsatzerwartungen wurden in jedem dieser zwölf Quartale übertroffen. Hier lag die positive Überraschung im Durchschnitt bei 5,6 Prozent.

Das spricht dafür, dass das Micron-Management bei seinen Prognosen eher konservativ vorgeht. Daher ist es auch in diesem Quartal das Basisszenario, dass die Erwartungen bei Umsatz und Gewinn übertroffen werden. Aufgrund der starken historischen Performance dürfte der Markt ein Übertreffen inzwischen allerdings weitgehend voraussetzen. Entsprechend dürfte nur eine deutlich positive Überraschung bei den Zahlen und insbesondere beim Ausblick vom Markt klar honoriert werden.

21:41 Uhr: Speicherpreise steigen weiter, aber Wachstum verlangsamt sich

Pünktlich zu den Micron-Quartalszahlen hat TrendForce heute neue Prognosen zur Entwicklung der Speicherpreise veröffentlicht. Demnach sollen die Preise für konventionellen DRAM im dritten Quartal um 13 bis 18 Prozent und im vierten Quartal um weitere 10 bis 15 Prozent steigen. Bei NAND erwartet TrendForce zunächst ein Plus von 10 bis 15 Prozent im dritten Quartal, bevor sich der Preisanstieg im vierten Quartal wieder auf 15 bis 20 Prozent beschleunigen soll.

Das sind zwar weiterhin deutliche Preissteigerungen, die Dynamik hat sich im Vergleich zu vor einigen Monaten jedoch merklich abgeschwächt. Im zweiten Quartal waren die Preise für konventionellen DRAM noch um 58 bis 63 Prozent gestiegen, bei NAND sogar um 70 bis 75 Prozent.

Bei HBM ist die Entwicklung etwas schwieriger einzuordnen. Ein großer Teil der Lieferungen an Hyperscaler und Chiphersteller erfolgt über langfristige Verträge, deren Konditionen bereits Monate im Voraus festgelegt werden. Kurzfristige Preisbewegungen schlagen sich deshalb nicht unmittelbar in den Verkaufspreisen der Hersteller nieder.

Mittelfristig sieht TrendForce jedoch auch hier weiterhin erhebliches Preispotenzial. Für 2027 erwartet das Marktforschungsunternehmen einen Anstieg des durchschnittlichen HBM-Verkaufspreises um rund 121 Prozent gegenüber 2026. Ein Grund dafür ist, dass viele der aktuellen Verträge bereits zu einem Zeitpunkt abgeschlossen wurden, als das Ausmaß der heutigen Speicherknappheit noch nicht absehbar war. Dadurch verkaufen die Hersteller Teile ihrer HBM-Produktion derzeit zu Konditionen, die rückblickend vergleichsweise niedrig erscheinen. Bei den neuen Verträgen für 2027 dürften die Speicherhersteller versuchen, die stark gestiegene Nachfrage, die knappe Produktionskapazität und den Wechsel auf das teurere HBM4 wesentlich stärker in ihren Preisen abzubilden.

21:36 Uhr: Hohe Erwartungen an die Micron-Zahlen

Die Analysten scheinen mittlerweile einzupreisen, dass Micron die eigenen Prognosen übertrifft. Denn die Konsensschätzungen liegen inzwischen am oberen Ende oder sogar über der Unternehmensprognose: Während Micron mit einem Umsatz von 49 bis 51 Milliarden US-Dollar und einem Gewinn je Aktie von 30 bis 32 Dollar rechnet, erwarten die Analysten 51,5 Milliarden US-Dollar Umsatz und einen Gewinn je Aktie von 31,83 Dollar. Auch bei der Bruttomarge liegt der Konsens mit 86,5 Prozent leicht über den von Micron in Aussicht gestellten 86 Prozent.

Damit rechnen die Analysten mit einem sequenziellen Umsatzwachstum von 24 Prozent und einem Gewinnwachstum von 27 Prozent. Im Vergleich zum Vorjahresquartal soll sich der Umsatz sogar mehr als vervierfachen, während sich der Gewinn mehr als verzehnfachen soll.

Auch für den Ausblick auf das erste Quartal des Geschäftsjahres 2027 liegen die Erwartungen hoch: Die Analysten rechnen mit einem Umsatz von rund 58 Milliarden US-Dollar, einem Gewinn je Aktie von knapp 36 Dollar und einer Bruttomarge von 86,7 Prozent.

Micron Quartalzahlen Erwartungen
Erwartungen der Analysten an die Micron Quartalszahlen

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Häufige Fragen zum Thema

Wie hoch war der Micron-Umsatz im vierten Quartal 2026?

Micron erzielte im vierten Geschäftsquartal 2026 einen Umsatz von 54,23 Milliarden US-Dollar.

Wie lautet die Micron-Prognose für das erste Quartal 2027?

Micron erwartet 61,5 Milliarden US-Dollar Umsatz und einen bereinigten Gewinn von 38,15 Dollar je Aktie.

Was sagt Micron zu HBM und Speicherpreisen 2027?

Der Großteil der HBM-Produktion für 2027 ist bereits vertraglich vergeben. Micron konnte dabei deutliche Preiserhöhungen gegenüber dem Vorjahr durchsetzen.

Hinweis auf Interessenkonflikte
Der Autor hält unmittelbar Positionen über die in der Publikation angesprochenen nachfolgenden Finanzinstrumente oder hierauf bezogene Derivate, die von der durch die Publikation etwaig resultierenden Kursentwicklung profitieren können: Micron Technology.