SpaceX träumt vom großen Einstieg in den Mobilfunkmarkt – doch eine neue Studie zeigt, dass die großen Anbieter Elon Musk einen Strich durch die Rechnung machen können.
Nach dem Mega-Börsengang von SpaceX häufen sich die Berichte darüber, dass das Tech-Unternehmen über seine Tochtergesellschaft, das Satellitenunternehmen Starlink, in den US-Mobilfunkmarkt einsteigen will. Es gibt sogar Spekulationen, nach denen es sinnvoll wäre, wenn sich SpaceX die Telekom-Tochter T-Mobile einverleiben würde.
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Neue Studie: SpaceX auf etablierte Mobilfunkanbieter angewiesen
Nun dämpft BNP-Paribas-Analyst Sam McHugh die Erwartungen in einer neuen Studie, in der er seine Erkenntnisse aus Gesprächen mit dem FCC-Anwalt Claude Aiken darlegt. Die FCC (Federal Communications Commission) ist die US-amerikanische Aufsichtsbehörde für die Kommunikationsbranche.
Die Kernaussage der Studie: SpaceX kann die großen US-Mobilfunkanbieter - also Verizon, AT&T und T-Mobile - regulatorisch kaum zur Kooperation zwingen – ohne deren Zustimmung bleibt der Spielraum äußerst begrenzt.
Zuvor kursierten Berichte, wonach Starlink einen eigenen Mobilfunkdienst für US-Endverbraucher auf den Markt bringen und damit in direkte Konkurrenz zu den etablierten Anbietern treten könnte. Kein Wunder: Chef Elon Musk will Starlink zu einer umfassenden Konnektivitätsplattform ausbauen. Doch laut der BNP-Studie führt für ihn dabei kein Weg an den etablierten Mobilfunkanbietern vorbei.
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Der Markt ist an vielen Stellen so aufgebaut, dass beispielsweise sowohl beim Roaming als auch MVNO die Zustimmung der Netzbetreiber erforderlich wäre. Auch eine politische Neuregelung zugunsten von SpaceX zeichnet sich derzeit nicht ab. Und ein eigenes terrestrisches Netz aufzubauen wäre extrem kostspielig und zeitaufwendig.
Bank: Übernahme von T-Mobile wäre für SpaceX sinnvoll
Nur eine Fusion würde demnach neue Optionen eröffnen - darüber könnte SpaceX großen Netzzugang erhalten. Die US-Investmentbank TD Cowen hält es deshalb für sinnvoll, wenn SpaceX T-Mobile übernähme. „Sollte SpaceX keine Großhandelsvereinbarung für Netzkapazitäten erzielen – oder einfach schnell auf Eigentümerwirtschaft setzen wollen –, erscheint uns T-Mobile angesichts seiner Dynamik, seiner unkonventionellen Unternehmenskultur, seiner Ausrichtung als reiner Mobilfunkanbieter und der bestehenden Starlink-Partnerschaft als die klare erste Wahl", erklärte Gregory Williams, Analyst bei TD Cowen, laut US-Medienberichten.
Allerdings gibt es beim deutschen Mutterkonzern keinerlei Anzeichen dafür, die lukrative US-Tochter abgeben zu wollen – im Gegenteil, der Konzern plant derzeit eine Verschmelzung der Konzernstrukturen. SpaceX' realistischster Weg bleibt der Studie zufolge also vorerst der über Verhandlungen - und diese führt das Unternehmen auch gerade mit den großen Telekommunikationsunternehmen.
Aktionäre der großen Mobilfunkanbieter wie der Deutschen Telekom sollten sich vor diesem Hintergrund also keine großen Sorgen machen - aber unbedingt die Nachrichten dazu im Blick behalten. Denn Elon Musk ist oft für eine Überraschung gut.
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Häufige Fragen
Was macht Starlink und warum spielt das für T-Mobile eine Rolle?
Starlink ist der Satelliten-Internetdienst von SpaceX, dem Raumfahrtunternehmen von Elon Musk. Das Unternehmen betreibt ein Netzwerk aus tausenden Kleinsatelliten in der erdnahen Umlaufbahn, die gemeinsam ein globales Breitband-Internetnetz bilden. Musk will Starlink zur umfassenden Konnektivitätsplattform ausbauen – also über reines Satelliteninternet hinaus auch in den klassischen Mobilfunkmarkt vordringen.
Welche Rolle spielt die Deutsche Telekom bei einem möglichen SpaceX-Deal mit T-Mobile?
Die Deutsche Telekom ist Mehrheitsaktionärin von T-Mobile US und hat daher ein entscheidendes Mitspracherecht. Sie kann eine Übernahme dadurch auch verhindern. Medienberichten zufolge plant die Telekom derzeit selbst, die vollständige Kontrolle über T-Mobile zu übernehmen – nicht zuletzt, um sich die wertvolle US-Tochter weiter zu sichern.
Sollten Anleger in US-Telekommunikationsunternehmen SpaceX als unmittelbare Bedrohung betrachten?
Laut BNP Paribas sind die Befürchtungen vor einem schnellen regulatorischen Markteinbruch durch SpaceX übertrieben. Kurzfristig fehlen SpaceX die regulatorischen Mittel und die Infrastruktur für einen Direktangriff. Mittel- bis langfristig bleibt die strategische Unsicherheit durch Starlinks Ambitionen jedoch ein Risikofaktor, den der Markt weiter einpreisen dürfte.
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Der Vorstand und Mehrheitsinhaber der Herausgeberin Börsenmedien AG, Herr Bernd Förtsch, ist unmittelbar und mittelbar Positionen über die in der Publikation angesprochenen nachfolgenden Finanzinstrumente oder hierauf bezogene Derivate eingegangen, die von der durch die Publikation etwaig resultierenden Kursentwicklung profitieren können: Deutsche Telekom.
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