Nach dem Rekord-Börsengang geht SpaceX auf Einkaufstour. Analysten haben schon das nächste geeignete Übernahmeziel identifiziert – ausgerechnet im Portfolio der Deutschen Telekom.
SpaceX hat nach seinem Mega-Börsengang eine Einkaufstour begonnen. nach der Übernahme des KI-programmier-Assistenten Cursor für rund 60 Milliarden Dollar rechen Analysten schon bald mit weiteren, spektakulären Übernahmen des zwei Billionen Dollar schweren Newcomers. Die US-Investmentbank TD Cowen hielte es für sinnvoll, wenn sich SpaceX die Telekom-Tochter T-Mobile einverleibt. Denn Elon Musk will seine Satellitentochter Starlink zu einer umfassenden Konnektivitätsplattform ausbauen – da wäre T-Mobile US Inc., einer der größten Mobilfunkanbieter der USA, die passende Ergänzung.
Analysten spekulieren über T-Mobile-Übernahme durch SpaceX
„Sollte SpaceX keine Großhandelsvereinbarung für Netzkapazitäten erzielen – oder einfach schnell auf Eigentümerwirtschaft setzen wollen –, erscheint uns T-Mobile angesichts seiner Dynamik, seiner unkonventionellen Unternehmenskultur, seiner Ausrichtung als reiner Mobilfunkanbieter und der bestehenden Starlink-Partnerschaft als die klare erste Wahl", erklärte Gregory Williams, Analyst bei TD Cowen, laut US-Medienberichten.
Tipp: Wer gerne in den größeren Hype in diesem Umfeld einsteigen möchte, sollte sich den "Künstliche Intelligenz"-Index von BÖRSE ONLINE genauer anschauen.
Allerdings müsste T-Mobile einer solchen Übernahme erst zustimmen. Und danach sieht es momentan nicht aus: Der Mutterkonzern Deutsche Telekom hält die Aktienmehrheit am US-Mobilfunkanbieter und erwägt derzeit laut deutschen Medienberichten sogar eine Verschmelzung der Konzernstrukturen. Williams glaubt, dass ausgerechnet die Attraktivität von T-Mobile für SpaceX der Auslöser dafür ist, dass die Telekom nun die vollständige Kontrolle über ihre lukrative US-Tochter erlangen will.
Bisher arbeitet T-Mobile in den USA mit SpaceX zusammen, um in abgelegenen Gebieten die Internetversorgung durch die satellitenbasierte Netzabdeckung via Starlink zu verbessern. Darüber hinaus sondiert Starlink weitere Kooperationen mit den drei großen US-Telekomkonzernen AT&T, Verizon und T-Mobile, um Frequenzressourcen zu bündeln, die Übertragungskapazitäten zu steigern und satellitengestützte Direktverbindungen zu Endgeräten zu ermöglichen. Um terrestrische und satellitenbasierte Mobilfunkdienste jedoch aus einer Hand anbieten zu können, müsste Starlink Netzkapazitäten von einem der drei Marktführer auf Großhandelsbasis anmieten.
Die entscheidende Frage ist, welchen Weg SpaceX-Chef Elon Musk nun einschlagen wird. Sein Unternehmen hatte bereits im vergangenen Jahr Funkfrequenzlizenzen von EchoStar für 17 Milliarden US-Dollar erworben und hegt durchaus den Ehrgeiz, sich aus der Abhängigkeit von Telekommunikationsunternehmen zu befreien. So berichtet die Financial Times unter Berufung auf Insider, dass Starlink selbst einen neuen Mobilfunkdienst für US-Endverbraucher auf den Markt bringen will – und damit in direkte Konkurrenz zu Mobilfunkanbietern wie T-Mobile treten könnte.
Die Börse reagierte jedenfalls positiv auf die Spekulationen rund um SpaceX und mögliche Übernahmen: Am Donnerstag sorgten sie bereits zum Handelsstart für deutliche Kursgewinne im US-Telekommunikationssektor. Wenn Sie sich für weitere Wirtschafts- und Börsennachrichten interessieren, könnte ein Probeabo von BÖRSE ONLINE das Richtige für Sie sein.
Häufige Fragen
Warum könnte T-Mobile für SpaceX ein attraktives Übernahmeziel sein?
SpaceX möchte Starlink zu einer All-in-one-Konnektivitätsplattform ausbauen, die Satelliteninternet, Mobilfunk und hybride Netzwerke kombiniert. Eine Übernahme von T-Mobile würde SpaceX direkten Zugang zu terrestrischer Netzinfrastruktur und dem Frequenzspektrum verschaffen.
Welche Rolle spielt die Deutsche Telekom bei einem möglichen SpaceX-Deal?
Die Deutsche Telekom ist Mehrheitsaktionärin von T-Mobile US und hat daher ein entscheidendes Mitspracherecht. Sie kann eine Übernahme dadurch auch verhindern. Medienberichten zufolge plant die Telekom derzeit selbst, die vollständige Kontrolle über T-Mobile zu übernehmen – nicht zuletzt, um sich die wertvolle US-Tochter weiter zu sichern.
Was könnte Starlink alternativ zur Übernahme von T-Mobile planen?
Als Alternative zu einer Übernahme könnte Starlink Netzkapazitäten von einem der großen US-Mobilfunkanbieter auf Großhandelsbasis anmieten. Darüber hinaus berichtet die Financial Times, dass Starlink erwägt, einen eigenen Mobilfunkdienst für Endverbraucher zu starten – was das Unternehmen in direkten Wettbewerb mit AT&T, Verizon und T-Mobile bringen würde.
Hinweis auf Interessenkonflikte:
Der Preis der Finanzinstrumente wird von einem Index als Basiswert abgeleitet. Die Börsenmedien AG hat diesen Index entwickelt und hält die Rechte hieran. Mit dem Emittenten der dargestellten Wertpapiere hat die Börsenmedien AG eine Kooperationsvereinba-rung geschlossen, wonach sie dem Emittenten eine Lizenz zur Verwendung des Index erteilt. Die Börsenmedien AG erhält insoweit von dem Emittenten Vergütungen.
Hinweis auf Interessenkonflikte
Der Vorstand und Mehrheitsinhaber der Herausgeberin Börsenmedien AG, Herr Bernd Förtsch, ist unmittelbar und mittelbar Positionen über die in der Publikation angesprochenen nachfolgenden Finanzinstrumente oder hierauf bezogene Derivate eingegangen, die von der durch die Publikation etwaig resultierenden Kursentwicklung profitieren können: Deutsche Telekom.