Beim DAX herrscht am Mittwoch Anspannung angesichts der anstehenden Zahlen von Nvidia. So performt der Leitindex jetzt und diese wichtigen Unternehmensmeldungen gibt es.

Der DAX zeigt sich am Mittwoch volatil und zum Handelsstart um 0,2 Prozent schwächer. Ursache dafür sind vor allem die anstehenden Nvidia-Zahlen am Abend, die für einige Bewegung an den Märkten sorgen dürften.

BÖRSE ONLINE wird live auf YouTube über die Zahlen berichten.

Tags zuvor war der Dax in der Hoffnung auf Entspannung in Nahost am Mittag bis auf 24.690 Punkte geklettert und hatte damit eine zwei Wochen alte Kurslücke im Chart geschlossen. Danach verließen ihn die Kräfte und das Kursplus schmolz bis zum Handelsende merklich zusammen. In den USA ging der Rückschlag der US-Indizes S&P 500 und Nasdaq 100 von ihren KI-getriebenen Rekorden dann auch etwas weiter.

Nachrichten aus Deutschland

Ottobock

Der Prothesenhersteller Ottobock hat die vom als spekulativ geltenden Investor Grizzly erhobenen Vorwürfe entschieden zurückgewiesen. "Das Unternehmen bewertet den Bericht als verleumderisch und in hohem Maße irreführend", teilte Ottobock am Mittwoch in Duderstadt mit. Derzeit prüfe der Konzern rechtliche Schritte, einschließlich einer Meldung an die zuständige deutsche Aufsichtsbehörde mit dem Verdacht auf Marktmanipulation.

"Der Bericht greife Themen auf, die bereits vom Unternehmen offengelegt wurden, über die zuvor berichtet wurde und die sich als falsch erwiesen haben oder die private Angelegenheiten auf Gesellschafterebene betreffen", hieß es in der Stellungnahme vom Prothesenhersteller weiter.

In einem am Dienstag veröffentlichten Bericht warf Grizzly Research unter anderem dem Mehrheitseigentümer Hans Georg Näder eine exzessive Verschuldung vor, die ein "Damoklesschwert" über den Minderheitsaktionären darstelle. Zudem kritisierte der Leerverkäufer seiner Ansicht nach aggressive Bilanzierungspraktiken und behauptete, dass Ottobock 35 Prozent des Nettogewinns in Russland mache. Daraufhin verlor die im SDax gelistete Aktie deutlich an Wert.

Leerverkäufer wie Grizzly wetten auf fallende Kurse, um davon zu profitieren. Ihre Berichte haben in der Vergangenheit wiederholt zu starken Kursverlusten bei den betroffenen Unternehmen geführt. Ottobock war im Oktober 2025 an die Börse gegangen.

Lanxess, Brenntag und Evonik

 Besonders Evonik und Lanxess stehen am Mittwoch nach einer Analyse der Chemiebranche der Investmentbank Jefferies im Fokus. Deren Analyst Marcus Dunford-Castro empfahl Evonik zum Kauf, worauf die Aktien vorbörslich positiv reagierten. Für Lanxess senkte er derweil nach der starken Erholungsrally im März den Daumen und stuft sie nun mit "Underperform" ein. Die Lanxess-Aktien fielen daraufhin auf der Handelsplattform Tradegate bis an ihre 50-Tage-Linie zurück.

Die Preise für Chemieprodukte seien aktuell "hot", die Nachfrage allerdings nicht, so der Experte. Angetrieben würden sie vor allem durch Versorgungsprobleme im Zuge des Nahost-Kriegs. Es gebe allerdings bereits Anzeichen der Umkehr des Preisauftriebs. Die Kursrally von Lanxess sei deutlich dynamischer gewesen als bei der Konkurrenz und auch viel deutlicher als der Anstieg der Gewinnerwartungen.

Anders als bei Lanxess passe die Kursentwicklung bei Evonik besser zum Anstieg der Ergebnisschätzungen. Hier sei der Rückenwind und die Nachfrage-Normalisierung auch viel besser absehbar. Der Analyst hob den hohen Geschäftsanteil in vergleichsweise defensiven Endmärkten hervor.

Den Chemikalienhändler Brenntag stuft Dunford-Castro nicht mehr negativ, sondern mit "Hold" ein. Die Papiere des Dax-Konzerns zogen im schwächer erwarteten Markt etwas an.

Der europäische Chemiesektor zählte zunächst zu den größten Leidtragenden des Kriegs in Nahost. Der Branchenindex Stoxx Europe 600 Chemicals erreichte nach über 11 Prozent Kriegsminus am 23. März das tiefste Niveau seit Herbst 2022. Anschließend sorgten positive Preiseffekte und nachlassender Konkurrenzdruck aus Fernost aber für eine fulminante Erholung auf ein neues Jahreshoch. Nach einem Monat ebbte die Rally aber im April bereits wieder ab.

Renk

Der Panzerbauer KNDS will sich von einem Teil seiner Beteiligung am Getriebespezialisten Renk trennen. Es sollen 5,8 Millionen Renk-Aktien verkauft werden, wie der deutsch-französische Konzern am Dienstag mitteilte. Das entspreche rund 5,8 Prozent des Grundkapitals. Die Aktien sollen im Rahmen einer beschleunigten Platzierung verkauft werden. Diese ziele auf institutionelle Anleger ab. KNDS halte derzeit rund 15,83 Prozent an Renk. Nach der Platzierung würde der Anteil auf etwa 10 Prozent des Grundkapitals sinken. Renk-Aktien gaben auf Tradegate im Vergleich zum Xetra-Schluss um rund ein Prozent nach.

Commerzbank

Im zweiten Jahr in Folge ist eine drohende Übernahme durch die Unicredit bestimmendes Thema der Commerzbank-Hauptversammlung. Die italienische Großbank hat den Druck auf den Frankfurter Dax-Konzern mit einem Kaufangebot für sämtliche Aktien erhöht. Für Mittwoch (10.00 Uhr) sind die Commerzbank-Aktionäre nach Wiesbaden eingeladen - auch, um über dieses Thema zu sprechen.

Die Botschaft von Vorstand und Aufsichtsrat an die Anteilseigner ist eindeutig: "Das Angebot wird dem Wert, den Perspektiven und der strategischen Bedeutung der Commerzbank nicht gerecht. Wir empfehlen Ihnen deshalb, bei der Commerzbank investiert zu bleiben und das Angebot der Unicredit nicht anzunehmen."

Die Unicredit kontrolliert bereits knapp 30 Prozent der Commerzbank-Anteile. Nach jüngsten Angaben hat sich die italienische Großbank für weitere Anteile den Kaufpreis gesichert und kommt damit zusammen auf 38,87 Prozent der Stimmrechte. Der Bund, der noch gut 12 Prozent hält, lehnt eine feindliche Übernahme der Commerzbank ebenso wie Management, Betriebsrat und Belegschaft des Instituts ab.

Internationale Nachrichten

SpaceX plant Börsengang am 12. Juni – Goldman Sachs führt das Konsortium

Elon Musks Raumfahrt- und KI-Konzern SpaceX will noch diese Woche seinen IPO-Prospekt bei der SEC einreichen und plant die Erstnotiz für den 12. Juni an der Börse. Goldman Sachs, das bereits den Tesla-Börsengang 2010 begleitet hatte, wurde erneut als federführende Bank ausgewählt – neben Morgan Stanley, Bank of America, Citigroup und JPMorgan. SpaceX wurde zuletzt nach der Fusion mit Elon Musks KI-Startup xAI im Februar mit 1,25 Billionen Dollar bewertet und wäre damit einer der größten Börsengänge der Geschichte.

SpaceX plant nach Börsengang Übernahme von KI-Coding-Startup Cursor

Rund 30 Tage nach dem geplanten Börsenstart am 12. Juni will SpaceX das KI-Programmiertool Cursor übernehmen – bei einem Scheitern des Deals wäre eine Ausstiegsgebühr von 10 Milliarden Dollar fällig. Cursor hatte zuletzt im November eine Finanzierungsrunde über 2,3 Milliarden Dollar zu einer Bewertung von knapp 30 Milliarden Dollar abgeschlossen, unter anderem mit Beteiligung von Nvidia und Google. Die Übernahme würde SpaceX neben dem Weltraum- und Satellitensegment auch strategisch tief im KI-Software-Markt verankern.

Samsung droht Streik: Globale Chip-Lieferkette in Gefahr

Verhandlungen zwischen Samsung und seiner größten Gewerkschaft sind gescheitert, nachdem das Management einen von der Gewerkschaft bereits akzeptierten Vermittlungsvorschlag ablehnte – ein Streik soll nun am Donnerstag beginnen. Samsung ist der weltgrößte Hersteller von Speicherchips, die in Rechenzentren, Smartphones und Elektroautos verbaut werden, weshalb ein Produktionsstopp weitreichende Folgen für die globale Tech-Lieferkette hätte. Als Hauptstreitpunkt gilt eine als ungerecht empfundene Lücke bei Bonuszahlungen im Vergleich zum Konkurrenten SK Hynix, der als führender Lieferant von KI-Hochleistungschips an Nvidia gilt.

Meta entlässt rund 8.000 Mitarbeiter – Umbau zugunsten von KI

Meta Platforms hat damit begonnen, weltweit rund 8.000 Stellen abzubauen, wobei vor allem Ingenieur- und Produktteams betroffen sind. Die Benachrichtigungen starteten in der Nacht in Singapur und erreichen im Tagesverlauf Europa und die USA; betroffene Mitarbeiter wurden gebeten, im Homeoffice zu bleiben. Parallel dazu wurden bereits 7.000 Mitarbeiter intern auf neu gegründete KI-fokussierte Teams umverteilt – der Konzern signalisiert damit einen klaren strategischen Schwenk hin zu Künstlicher Intelligenz auf Kosten bestehender Strukturen.

Termine am Mittwoch

TERMINE UNTERNEHMEN

08:00 GBR: British Land Company, Jahreszahlen

08:00 GBR: Marks & Spencer, Jahreszahlen

10:00 DEU: Bankhaus Metzler, Jahres-Pk, Frankfurt/M.

10:00 DEU: SGL Carbon, Hauptversammlung

10:00 DEU: Takkt, Hauptversammlung

10:00 DEU: ProSiebenSat.1, Hauptversammlung

10:00 DEU: SFC Energy, Hauptversammlung

10:00 DEU: Bilfinger, Hauptversammlung

10:00 DEU: Uniper, Hauptversammlung

10:00 DEU: Brenntag, Hauptversammlung

10:00 DEU: Stihl, Bilanz-Pk, Waiblingen

10:00 DEU: Commerzbank, Hauptversammlung

10:00 DEU: Arag, Jahreszahlen, Düsseldorf

10:30 DEU: Klöckner & Co, Hauptversammlung

10:30 DEU: Hapag-Lloyd, Hauptversammlung

10:30 NLD: Euronext, Hauptversammlung

11:00 DEU: TAG Immobilien, Hauptversammlung

11:00 DEU: 1&1, Hauptversammlung

11:00 DEU: SMS group, Jahreszahlen, Mönchengladbach

12:30 USA: Hasbro, Q1-Zahlen

13:00 USA: Analog Devices, Q2-Zahlen

14:00 FRA: Capgemini, Hauptversammlung

14:00 USA: Blackrock, Hauptversammlung

14:00 USA: GE Vernova, Hauptversammlung

15:00 USA: Travelers, Hauptversammlung

16:00 USA: Halliburton, Hauptversammlung

16:00 USA: Mondelez International, Hauptversammlung

17:00 USA: McDonald's, Hauptversammlung

18:00 USA: Amazon, Hauptversammlung

20:00 USA: Citigroup Inc, Hauptversammlung

22:20 USA: Nvidia, Q1-Zahlen

TERMINE UNTERNEHMEN OHNE ZEITANGABE

USA: Target, Q1-Zahlen

USA: Intuit, Q3-Zahlen

TERMINE KONJUNKTUR

08:00 GBR: Verbraucherpreise 4/26

08:00 DEU: Erzeugerpreise 4/26

09:00 AUT: Verbraucherpreise 4/26 (endgültig)

11:00 EUR: Verbraucherpreise 4/26 (endgültig)

16:30 USA: EIA-Ölbericht

20:00 USA: FOMC Sitzungsprotokoll 29.4.26

SONSTIGE TERMINE

DEU: Beginn Energieministerkonferenz mit Bundeswirtschaftsministerin Katharina Reiche (CDU), Norderney

09:00 DEU: Bundesfinanzhof verkündet Entscheidungen über baden-württembergische Landesgrundsteuer, München

DAX (WKN: 846900)

Enthält Material von dpa-AFX

Weiterführende Links

Häufig gestellte Fragen

Warum fällt der DAX?

Der DAX fällt am Mittwoch wegen Unsicherheit im Vorfeld der Quartalszahlen von Nvidia am Abend.

Warum fällt die Aktie von Renk?

Die Aktie von Renk fällt, nachdem der Großaktionär angekündigt hat, Anteile des Getriebebauers zu verkaufen.

Was belastet Samsung?

Verhandlungen zwischen Samsung und seiner größten Gewerkschaft sind gescheitert, nachdem das Management einen von der Gewerkschaft bereits akzeptierten Vermittlungsvorschlag ablehnte – ein Streik soll nun am Donnerstag beginnen.