Das belastet den DAX am Dienstag. Außerdem im Fokus der Börse stehen folgende Themen: Trump, BASF, Iran, Euro, Bitcoin, Marvell, Meta, Nike, Schott Pharma.
Der Dax tut sich nach seinem Rekordhoch von 26.573 Punkten aus der Vorwoche weiter schwer. Der Broker IG signalisierte für den deutschen Leitindex am Dienstag rund eine Stunde vor dem Börsenstart ein Minus von 0,4 Prozent auf 26.239 Punkte. Seit dem vergangenen Mittwoch gab es keine neuen Höchststände, es kam aber auch nicht zu nennenswerten Gewinnmitnahmen.
Aktuell sprechen maue Vorgaben aus den USA und Asien für einen schwächeren Start. Vor allem der japanische Nikkei 225 gab nach seiner jüngsten Erholung wieder deutlicher nach. Hier warten die Anleger seit Juni auf frische Rekorde.
Die Marktexperten Thomas Altmann von QC Partners sowie Stephen Innes verweisen auf steigende Ölpreise und Anleiherenditen als Belastung für den Aktienmarkt, während sich die erhoffte Lösung im Nahost-Krieg weiterhin nicht abzeichnet.
"Die Renditen 10- und 30-jähriger Bundesanleihen sind gestern auf neue 15-Jahres-Hochs geklettert", und auch in Frankreich oder den USA sehe es ähnlich aus, sagte Portfoliomanager Altmann. Obendrein verteuerten steigende Zinsen die Refinanzierung der Staaten, aber auch der Unternehmen. Wieder steigende Ölpreise brächten die Aktienmärkte zusätzlich unter Druck, da sie Inflationssorgen befeuerten.
Der Preis für die Öl-Sorte Brent stieg erneut deutlich über 90 US-Dollar je Barrel. Die Aussicht auf eine baldige Lösung im Krieg zwischen den USA und dem Iran trübte sich weiter ein, nachdem ein nächster Angriff auf ein Schiff in der Straße von Hormus gemeldet worden war.
Nachrichten Deutschland
IPO/Agrarchemie: BASF hält Börsengang fest im Visier
BASF macht bei den Vorbereitungen zum Börsengang der Agrarchemiesparte Fortschritte. "Wir vervollständigen gerade die Ausgliederung von der BASF", sagte der für dieses Geschäft mit der Landwirtschaft verantwortliche BASF-Vorstand Livio Tedeschi vor Journalisten in Limburgerhof. In Nord- und Südamerika sowie in Europa sei bereits ein Großteil von Agriculture Solutions herausgelöst, Asien komme noch bis Ende des Jahres hinzu. Tedeschi ist seit Anfang Mai im BASF-Vorstand und hat seither auch die Gesamtverantwortung für das Agrarchemiegeschäft.
Gleichzeitig werde die neue Hauptzentrale der neuen Firma aufgebaut, um unabhängig das Geschäft zu steuern, erläuterte der Manager weiter. "Im nächsten Jahr konzentrieren wir uns voll und ganz auf einen möglichen Börsengang", sagte Tedeschi. Bis Mitte 2027 sollen die Voraussetzungen dafür geschaffen sein. Dann werde geschaut, wie sich die Marktbedingungen entwickelten.
Über den genauen Zeitpunkt und Umfang des eigentlichen Börsengangs werde kurzfristig entschieden, hatte BASF-Finanzchef Dirk Elvermann der Finanz-Nachrichtenagentur dpa-AFX und der dpa Anfang Juli gesagt. BASF strebe aber ein Index-Listing an. Welcher es dann von den drei Indizes - SDax, MDax oder Dax - sein werde, hänge von der Größe des Börsengangs ab. Am Anfang werde BASF sicherlich Mehrheitsaktionär sein.
Tedeschi sieht in dem Börsengang und damit in der Unabhängigkeit des Unternehmensbereichs einige Vorteile. So werde derzeit etwa die Höhe des Forschungsbudgets noch von der BASF-Zentrale bestimmt, erklärte er. Da BASF sich Investitionen quer über das ganze Portfolio anschaue, könne der Geschäftsbereich wichtige strategische Chancen verpassen. Zudem seien Agrar-Geschäfte am Kapitalmarkt in Bezug auf den Gewinn vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen (Ebitda) sehr gut bewertet und zugleich höher als BASF als Gesamtkonstrukt.
BASF hat das Geschäft mit Chemikalien für die Landwirtschaft in den vergangenen Jahren mit Übernahmen gestärkt. Unter anderem erwarben die Ludwigshafener im Jahr 2018 wesentliche Teile des Agrar- und Saatgutgeschäfts von Bayer für rund 5,9 Milliarden Euro. Die Leverkusener mussten das Geschäft wegen der Übernahme des US-Saatgutkonzerns Monsanto abgeben. Tedeschi bezeichnete die Bayer-Geschäfte als "einer der besten Zukäufe der BASF". Die Übernahme habe BASF weit vorangebracht.
Agriculture Solutions stellt Pflanzenschutzmittel, Produkte zur Schädlingsbekämpfung und Saatgut her. Der Geschäftsbereich mit seinen mehr als 14.000 Beschäftigten erwirtschaftete 2025 einen Umsatz von 9,6 Milliarden Euro. Die Investitionen in Forschung und Entwicklung betrugen eine Milliarde Euro. Damit steckte BASF die Hälfte ihrer Forschungsausgaben in den Bereich. Bis 2035 sollen innovative Produkte 7,5 Milliarden Euro zum Gesamtumsatz von Agriculture Solutions beitragen.
Derweil hat das Sparprogramm keine Auswirkungen auf den Geschäftsbereich. "Das laufende Stellenabbauprogramm der BASF betrifft die Kerngeschäfte und somit nicht den Bereich Agricultural Solutions. Natürlich müssen wir auch auf die Kosten achten", sagte Tedeschi. BASF will bis Ende 2026 jährliche Kosten in Höhe von 2,3 Milliarden Euro einsparen. Von Januar 2024 bis Ende Juni 2026 baute der Dax-Konzern weltweit rund 7.000 Stellen ab.
Devisen: Euro unter 1,16 US-Dollar
Der Kurs des Euro ist am Dienstag gesunken. Am Morgen notierte die Gemeinschaftswährung bei 1,1572 US-Dollar, nach 1,1578 Dollar am späten Montagabend. Die Europäische Zentralbank hatte den Referenzkurs am Montag auf 1,1593 Dollar festgesetzt.
Damit legte der Aufwärtskurs des Euro zumindest vorerst eine Pause ein. Die europäische Gemeinschaftswährung blieb unter der Marke von 1,16 Dollar, die sie am Vortag zeitweise überschritten und im Tageshoch 1,1614 Dollar erreicht hatte. Dabei hatte der Euro unter anderem von unterschiedliche Zinserwartungen profitiert.
Die Volkswirte der Landesbank Helaba sehen nun die 100-Tagelinie bei 1,1569 als erste Unterstützung. Unverändert freundlich sei die Lage der technischen Indikatoren, so die Experten.
Auf politischer Seite steht der Iran-Konflikt wieder im Fokus. Die Aussicht auf eine baldige Lösung des Kriegs zwischen den USA und Iran sind wieder einmal gesunken, nachdem ein weiterer Angriff auf ein Schiff in der Straße von Hormus gemeldet wurde. Dies trieb die Ölpreise weiter nach oben.
Auf Konjunkturseite stehen am Vormittag hierzulande die ZEW-Umfrage und am Nachmittag neue Zahlen zur US-Industrieproduktion.
Schott Pharma vorbörslich auf Jahreshoch nach Barclays-Empfehlung
Die Aktien von Schott Pharma haben am Dienstagmorgen deutlich von einer Empfehlung von Barclays profitiert. Mit 23 Euro erreichten sie auf der Handelsplattform Tradegate ein neues Xetra-Jahreshoch - rund 6,5 Prozent über dem Vortagesschluss.
Barcalys-Analyst Jonathon Unwin setzte ein Kursziel von 27 Euro an und votiert nun mit "Overweight". Nach drei Jahren sinkender Gewinnerwartungen rechnet er mit einer Trendwende. Als Impulsgeber sieht er neu verhandelte Verträge des Spezialisten für Verpackungs- und Verabreichungslösungen für injizierbare Medikamente. Er ist optimistisch für das Wachstum im Bereich "Ready-to-use"-Primärverpackungen sowie Spezialfläschchen für instabile Medikamente.
Nachrichten International
Nike auf Zwölfjahrestief - UBS: Weiter fallende Sneaker-Preise
Die Aktien von Nike sind am Montag nach einer negativ aufgenommenen Analystenstudie auf den tiefsten Stand seit mehr als zwölf Jahren abgerutscht. Zuletzt notierten die Papiere des Sportartikelkonzerns 4,2 Prozent im Minus bei 39,04 US-Dollar und waren damit schwächster Wert im Dow Jones Industrial. Für das laufende Jahr steht bereits ein Verlust von gut 38 Prozent zu Buche.
Als Belastungsfaktor für den Aktienkurs nannten Marktbeobachter eine kritische Einschätzung der schweizerischen Großbank UBS. Demnach seien die Preise für Nike-Sportschuhe auf dem sekundären Sneaker-Markt im Juli um rund drei Prozent gesunken. Dies sei der dritte Monat in Folge mit einem Preisrückgang, betonte UBS-Analyst Jay Sole.
Trumps Zustimmungswerte fallen auf 33 Prozent
Laut einer Reuters/Ipsos-Umfrage ist die Zustimmung zu Präsident Donald Trump auf den niedrigsten Wert seiner aktuellen Amtszeit gefallen. 33 Prozent der Befragten bewerteten seine Amtsführung positiv, während 64 Prozent sie ablehnten. Rund 80 Prozent erwarten zudem, dass der US-Konflikt mit Iran länger andauern wird, und nur jeder fünfte Befragte hält den Krieg für gerechtfertigt.
Bitcoin testet Ausbruch aus sechswöchigem Dreieck
Bitcoin stieg am Montag um 2,4 Prozent auf rund 64.300 Dollar und näherte sich damit der oberen Begrenzung eines sechswöchigen symmetrischen Dreiecks. Der Kurs bewegt sich seit mehr als einem Monat überwiegend in der Zone um 60.000 Dollar und liegt weiterhin unter dem gleitenden 100- und 200-Tage-Durchschnitt. Für eine bestätigte Trendwende müsste Bitcoin die obere Trendlinie sowie den Widerstand bei etwa 67.500 Dollar deutlich überwinden.
UBS sieht Semtech und Marvell vor Quartalszahlen gut positioniert
Semtech und Marvell Technology werden am 25. beziehungsweise 27. August ihre Quartalsergebnisse veröffentlichen, wobei UBS langfristiges Potenzial trotz hoher Bewertungen sieht. Für Semtech erwartet die Bank eine starke Entwicklung im Datacenter-Geschäft und bekräftigte ihre Kaufempfehlung mit einem Kursziel von 225 Dollar. Bei Marvell könnten steigende Investitionen großer Cloudanbieter, das Geschäft mit kundenspezifischen Chips für Microsoft und zusätzliche CXL-Umsätze den Umsatz deutlich erhöhen.
Meta muss sich wegen Vorwürfen zur Kindersicherheit vor Gericht verantworten
In Kalifornien beginnt ein Bundesprozess, in dem die Generalstaatsanwälte von 29 US-Bundesstaaten Meta eine gezielte Ausrichtung von Facebook und Instagram auf die Abhängigkeit junger Nutzer vorwerfen. Zudem steht der Vorwurf im Raum, Meta habe Daten von Kindern unter 13 Jahren ohne Zustimmung der Eltern gesammelt. Der Prozess soll sechs bis acht Wochen dauern und könnte neben hohen Schadensersatzforderungen auch Änderungen am Geschäftsbetrieb des Konzerns zur Folge haben.
Enthält Material von dpa-AFX