Die Nordseemarke Brent überwindet erstmals seit über fünf Wochen wieder die Marke von 90 Dollar und zeigt sich hochvolatil. Als Alternative bieten sich drei Ölwerte an, die trotz starker Jahresperformance gegenwärtig durch hohe Dividendenrenditen überzeugen.

Vor allem der Ölmarkt sorgt derzeit wieder für Schlagzeilen. Nachdem sich die Lage im Nahen Osten zuletzt weiter verschärft hat, ging es mit den Ölpreisen wieder steil bergauf. Für Anleger rückt damit nicht nur der Rohstoff selbst in den Fokus, sondern auch Aktien aus dem Energiesektor. Besonders interessant sind dabei Unternehmen, die trotz einer bereits guten Kursentwicklung weiterhin attraktive Dividendenrenditen bieten. Drei Titel stechen derzeit besonders hervor: BP, TotalEnergies und Enbridge. Für das laufende Jahr werden Dividendenrenditen von ungefähr fünf Prozent erwartet.

Ölpreis bleibt hochvolatil – Dividenden sorgen für Stabilität

Trotz des jüngsten Kurssprungs bleibt die Entwicklung des Ölpreises aber schwer vorhersehbar. Neben geopolitischen Risiken beeinflussen Förderentscheidungen der OPEC+, Konjunktursorgen, Lagerbestände und Währungseffekte die Notierungen. Dies bringt der Öl-Volatilitätsindex der Terminbörse CBOE besonders gut zum Ausdruck: Innerhalb von nur zwei Wochen stieg die erwartete Schwankungsbreite von etwa 40 auf rund 60 Prozent. Das unterstreicht, wie nervös die Marktteilnehmer derzeit auf neue Nachrichten reagieren.

Für viele Privatanleger können deshalb Aktien etablierter Energieunternehmen eine berechenbarere Alternative zum direkten Investment in Rohöl darstellen. Zwar reagieren auch ihre Kurse auf Veränderungen des Ölpreises, langfristig werden sie jedoch stärker von ihrer Ertragskraft, ihren freien Cashflows und ihrer Ausschüttungspolitik beeinflusst. Hohe Dividenden können dabei einen Teil kurzfristiger Kursschwankungen abfedern und sorgen für laufende Erträge, selbst wenn sich der Ölpreis zwischenzeitlich wieder abschwächen sollte.

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BP (WKN: 850517)

BP und TotalEnergies: Hohe Ausschüttungen plus Kurspotenzial

Zu den interessantesten europäischen Ölkonzernen zählt u.a. BP. Das Unternehmen profitiert von höheren Öl- und Gaspreisen, einer verbesserten Kostenstruktur sowie einer konsequenten Ausrichtung auf freien Cashflow und Aktionärsrendite. Für 2026 wird eine Dividendenrendite von rund 5,1 Prozent erwartet. Gleichzeitig notiert die Aktie trotz ihrer positiven Entwicklung im laufenden Jahr noch unter ihrem bisherigen Jahreshoch. Sollte der Ölpreis auf dem aktuellen Niveau verharren oder weiter steigen, könnte dies die Ertragslage zusätzlich verbessern und weiteres Aufholpotenzial eröffnen.

Ähnlich präsentiert sich die Ausgangslage bei TotalEnergies. Der französische Energiekonzern kombiniert ein breit diversifiziertes Geschäft mit einer aktionärsfreundlichen Ausschüttungspolitik. Neben einer erwarteten Dividendenrendite von ungefähr 5,0 Prozent setzt das Unternehmen regelmäßig auf Aktienrückkäufe und verfügt über eine robuste Bilanz. Auch hier liegt der Aktienkurs noch unter dem Höchststand des laufenden Jahres. Damit besteht grundsätzlich Spielraum für eine weitere Annäherung an das bisherige Jahreshoch, sofern das günstige Marktumfeld für die Branche anhält.

TotalEnergies (WKN: 850727)

Enbridge profitiert von der Energie-Infrastruktur

Eine etwas andere Rolle innerhalb des Energiesektors spielt der kanadische Infrastrukturkonzern Enbridge. Das Unternehmen verdient sein Geld vor allem mit Pipelines, Speicheranlagen und dem Transport von Öl und Erdgas. Die Einnahmen stammen überwiegend aus langfristigen Transport- und Nutzungsverträgen und sind daher weniger direkt vom täglichen Auf und Ab des Ölpreises abhängig als bei klassischen Förderunternehmen.

Gerade diese vergleichsweise stabilen Geschäftsmodelle machen Infrastrukturbetreiber für viele Einkommensinvestoren interessant. Für Enbridge wird derzeit eine Dividendenrendite von rund 4,9 Prozent erwartet. Gleichzeitig kann das Unternehmen von einem anhaltend hohen Energiebedarf und einer starken Auslastung seiner Transportnetze profitieren. Damit verbindet die Aktie vergleichsweise planbare Erträge mit einer attraktiven Ausschüttung.

Fazit: Für einkommensorientierte Anleger könnten BP, TotalEnergies und Enbridge eine interessante Alternative zum direkten Engagement am Ölmarkt darstellen. Während der Ölpreis kurzfristig von geopolitischen Nachrichten und starken Schwankungen geprägt bleibt, bieten diese Unternehmen die Aussicht auf regelmäßige Dividendenerträge und zugleich die Chance, von einem anhaltend günstigen Umfeld für den Energiesektor zu profitieren.

Enbridge Inc (WKN: 885427)

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