Die Aktionäre einer deutschen Beteiligungsgesellschaft könnten auf der Hauptversammlung am Freitag eine große Überraschung erleben – denn ihnen winkt ein wahrer Geldregen, wenn sich dieses Gerücht bewahrheitet.
Die Münchener Beteiligungsgesellschaft Mutares steuert auf eine der ereignisreichsten Wochen der Unternehmensgeschichte zu: Denn die Hauptversammlung am Freitag fällt womöglich mit gleich zwei potenziellen Großexits zusammen. Ihre Erlöse könnten alles bisher Dagewesene in den Schatten stellen.
Am 3. Juli lädt die Beteiligungsgesellschaft zur Hauptversammlung nach München, um unter anderem über eine Dividende von zwei Euro je Aktie abzustimmen. Bezogen auf den aktuellen Kurs von 28,30 Euro entspricht das einer Rendite von satten 7,1 Prozent. Der Ex-Dividenden-Tag ist der 6. Juli, Auszahlungstag der 8. Juli.
Die Gesellschaft bezeichnet diese Ausschüttung ausdrücklich als Mindestbetrag. Hinzukommen könnte noch eine Performance-Dividende, sofern laufende Exits mit einem wesentlichen Ergebnisbeitrag abgeschlossen werden.
Und selbst diese Sonderdividende ist nur der Rahmen. Der eigentliche Treiber für die Aktie liegt im Verkaufsportfolio des Münchner Beteiligungsspezialisten.
Ein Mega-Exit, der alles in den Schatten stellt
Den ersten Abschluss hat Mutares bereits besiegelt: Das Unternehmen verkauft NEM Energy B.V. samt Tochtergesellschaft an Hyundai Heavy Industries Power Systems. Der Vollzug wird im dritten Quartal 2026 erwartet, vorbehaltlich behördlicher Genehmigungen.
Weit größeres Aufsehen erregen dieser Tage jedoch Gerüchte um einen zweiten möglichen Exit. Bloomberg berichtete, dass Mutares einen Verkauf oder Börsengang des portugiesischen Anlagenbauers Efacec prüft. J.P. Morgan soll als Berater bereits mandatiert sein. Efacec befand sich einst im Staatsbesitz und ist ein Spezialist für Stromnetzinfrastruktur, Transformatoren, Schaltanlagen, Energieprojekte und Elektromobilität – allesamt Produkte, die angesichts des globalen Energiewendebooms derzeit heiß begehrt sind und an der Börse hohe Bewertungsaufschläge erzielen.
Eine offizielle Bestätigung der Bloomberg-Meldung gibt es bislang nicht. Cantor schätzte den Unternehmenswert von Efacec im Mai in einer Studie auf 300 bis 420 Millionen Euro. Schon damit wäre die Beteiligung der größte Exit in der Geschichte von Mutares.
Auf einen Schlag schuldenfrei
Doch die Fantasie wird täglich größer: Portugiesische Medien berichten, Efacec könnte im Rahmen eines Börsengangs mit rund einer Milliarde Euro bewertet werden. Das wäre gut das Doppelte der bisherigen Analysteneinschätzungen. Verglichen mit dem Börsenwert von Mutares in Höhe von rund 725 Millionen Euro würde eine Bewertung in dieser Größenordnung den gesamten Börsenwert inklusive des ausstehenden Anleihevolumens abdecken. Anders gesagt: Mutares wäre danach quasi schuldenfrei.
Zusätzlich könnte auch bei einer weiteren Portfoliofirma ein dreistelliger Millionenbetrag für einen Exit winken. Die Rede ist von Magirus, einem Hersteller von Fahrzeugen, die zur Brandbekämpfung und im Katastrophenschutz eingesetzt werden.
Schuldenabbau und Jahresziele im Blick
Würden alle drei Deals durchgehen, wäre Mutares ein völlig anderes Unternehmen. Schon jetzt baut die Beteiligungsgesellschaft ihre Verbindlichkeiten ab: Das Anleihevolumen soll von 385 Millionen Euro auf maximal 300 Millionen Euro sinken. Dazu kauft Mutares quartalsweise Papiere im Wert von mindestens 25 Millionen Euro zurück.
Auch operativ läuft es gut: Das Management hat seine Jahresziele jüngst bestätigt. Für 2026 peilt Mutares einen Holdinggewinn von 165 bis 200 Millionen Euro an. Der Konzernumsatz soll auf 7,9 bis 9,1 Milliarden Euro steigen. Im ersten Quartal wuchsen die Umsätze bereits um zehn Prozent auf knapp 1,68 Milliarden Euro, das bereinigte EBITDA drehte von minus 30 Millionen Euro im Vorjahr auf plus 11,1 Millionen Euro.
Ob die Summe dieser Ereignisse – Dividende, Efacec-Exit, Magirus-Abschluss und Schuldenabbau – reicht, um den Kurs der zuletzt unter Druck stehenden SDAX-Aktie nachhaltig anzuschieben, hängt vor allem davon ab, wie schnell sich die Fantasie um Efacec konkretisiert.
Das Kurspotenzial ist jedenfalls real – und es wäre immens.
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Häufige Fragen zum Thema
Was macht Mutares?
Die Mutares SE & Co. KGaA mit Sitz in München ist eine börsennotierte Beteiligungsgesellschaft. Das Unternehmen kauft gezielt mittelständische Firmen oder Konzern-Ausgliederungen (Carve-outs), die sich in einer wirtschaftlichen Krise, Umbruchsituation oder im Nachfolgeprozess befinden
Warum ist die Beteilgung Efacec so begehrt?
Efacec ist ein Spezialist für Stromnetzinfrastruk¬tur, Transformatoren, Schaltanlagen, Energieprojekte und Elektromobilität – Produkte, die angesichts des globalen Energiewendebooms derzeit heiß begehrt sind und an der Börse hohe Bewertungsaufschläge erzielen.
Wieviel Dividende zahlt Mutares in diesem Jahr?
Zur Abstimmung steht auf der Hauptversammlung am Freitag, den 3. Juli 2026, eine Dividende von zwei Euro je Aktie. Bezogen auf den aktuellen Kurs von 28,30 Euro (Stand 2.7.2026) entspricht das einer Rendite von 7,1 Prozent. Der Ex-Dividenden-Tag ist der 6. Juli, Auszahlungstag der 8. Juli.