ProSiebenSat.1-Aktie plus vier Prozent - TV-Konzern macht sich hübsch für den Dax
· Börse Online Redaktion
Die Aktie legte um vier Prozent zu und war damit einer der stärksten Gewinner im Nebenwerteindex MDax. Das Papier hat in den vergangenen zwölf Monaten gegen den Markttrend sechs Prozent an Wert gewonnen, während die Titel des Erzrivalen RTL Group 16 Prozent verloren. RTL präsentiert seine Zahlen am 10. März. ProSiebenSat.1 dürfte am 18. März als erster Medienkonzern in den Dax aufsteigen. Die Entscheidung der Deutschen Börse wird am kommenden Donnerstag (3. März) erwartet. "Das ist etwas, was nicht nur mich persönlich, sondern alle Kollegen hier mit Stolz und Freude erfüllt", sagte Ebeling. "Aber operativ ändert sich für uns dadurch nichts."
Mit dem Ausbau der Digitalsparte will der Vorstandschef den Konzern unabhängiger von TV-Werbeerlösen machen, die immer noch 60 Prozent der Umsätze bringen. In zwei Jahren soll es nur noch die Hälfte sein. Ebelings Erfolgsgeheimnis ist die Verknüpfung der reichweitenstarken TV-Sender mit den Hoffnungsträgern der Online-Welt: Für Videoanbieter, Online-Spiele und Shopping-Plattformen zahlt ProSiebenSat.1 oft nur zweistellige Millionenbeträge und päppelt sie dann mit vergünstigten TV-Werbespots auf, so dass sie einem Millionenpublikum bekannt werden und rasch wachsen.
Ungewöhnlich großzügig zeigte sich Ebeling allerdings bei den Übernahmen von Verivox und dem Reiseanbieter Etraveli, für die er jeweils rund 200 Millionen Euro springen ließ. Insgesamt gab ProSiebenSat.1 im vergangenen Jahr 553 Millionen Euro für Zukäufe aus, das war mehr als zunächst geplant. Im laufenden Jahr peilt der Manager wieder rund 500 Millionen Euro an.
Neben den Kaufpreisen fielen für die Shopping-Tour durch die Digitalbranche auch hohe Nebenkosten etwa für Beratung an. Auch die Steuerlast fiel höher aus als ein Jahr zuvor. Das bremste unter dem Strich das Gewinnwachstum: Der Überschuss stieg lediglich um fünf Prozent auf 391 Millionen Euro. Dennoch will der Vorstand die Anleger mit einer kräftigen Dividenden-Erhöhung um 20 Cent auf 1,80 Euro je Aktie verwöhnen.
Reuters
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