Die Berichtssaison ist in vollem Gange. Die Analysten von KeyBanc blicken zuversichtlich auf den Halbleitersektor. Vor allem die anhaltende Nachfrage nach Chips für künstliche Intelligenz und Rechenzentren sorgt für Optimismus. Der Smartphone Markt bleibt dagegen ein Unsicherheitsfaktor.

In einer Studie vor Beginn der Berichtssaison bewerteten die Analysten der US-Großbank KeyBanc den Halbleitersektor zuversichtlich. „Wir erwarten starke Ergebnisse im Analogbereich, da sich die positiven Zyklustrends fortsetzen“, erklärten John Vinh und sein Team. Die Experten nennen verbesserte Auftragseingänge, längere Lieferzeiten, eine gesunde Nachfrage aus Industrie und nach Rechenzentren sowie breit angelegte Preiserhöhungen als Treiber der erwarteten Entwicklung.

Besonders robust sei die Nachfrage nach Chips für künstliche Intelligenz. Gleichzeitig nehme die Nachfrage aus dem Rechenzentrumsbereich weiter deutlich zu. Als Gründe nennen die Analysten agentenbasierte Anwendungen und eine verbesserte Versorgungslage.

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AMD und Intel: So viel Potenzial sehen die Analysten

Für 2026 erwarten die Analysten bei Server-CPUs ein Stückzahlwachstum von 25 bis 30 Prozent bei Intel und 15 bis 20 Prozent bei AMD. Für 2027 rechnen sie bei beiden Unternehmen mit einem Wachstum von mehr als 50 Prozent. Intel legt seine Zahlen am 23. Juli vor, AMD folgt am 4. August.

Für AMD bestätigte Vinh die Einstufung „Overweight“ in der Studie. Zudem erhöhten die Experten das Kursziel auf 725 US-Dollar. Damit zählt KeyBanc zu den optimistischsten Analysten, die ein mögliches Kurspotenzial von mehr als 30 Prozent vermuten. Als Treiber nennt die Bank den Produktionsstart der neuen KI-Beschleunigerplattform MI455X, die Ende 2026 auf den Markt kommen soll, und den Ausbau der CoWoS-Kapazitäten. Die Technologie ermöglicht es, mehrere Chipbausteine zu einem leistungsfähigen Prozessorpaket für Rechenzentren zusammenzufügen.

Auch Intel profitiert laut KeyBanc von der hohen Nachfrage nach Server-CPUs. Zudem verwies die Bank auf Fortschritte beim 18A-Fertigungsprozess, neue Aufträge zur Chipproduktion für andere Unternehmen und höhere Preise für Client-Prozessoren. Das Kursziel stieg von 110 auf 155 US-Dollar.

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AMD (WKN: 863186)

Ein klarer Verlierer?

Bei Monolithic Power Systems könnten laut KeyBanc „die Preisgestaltung, der Enterprise-Data-Bereich und der frühe Hochlauf von Vera Rubin“ für positives Überraschungspotenzial sorgen. Gemeint ist damit der Beginn der Produktion und Auslieferung von Nvidias neuer KI-Plattform Vera Rubin, für die Monolithic Power Systems Stromversorgungsbauteile liefert.

Weniger positiv ist der Blick auf den Hersteller analoger Chips Skyworks Solutions. KeyBanc stufte die Aktie wegen des schrumpfenden Smartphone-Markts auf „Sector Weight“ ab. Die geplante Übernahme von Qorvo soll zwar jährliche Kostensynergien von mindestens 500 Millionen US-Dollar ermöglichen. Doch der Zusammenschluss dürfte die strukturellen Risiken im stagnierenden Smartphone-Geschäft zunächst nicht beseitigen. Der Abschluss der Transaktion ist für Ende 2026 geplant.

Für Anleger kommt es nun auf die Quartalszahlen von Intel und AMD an. Sie werden zeigen, ob die hohe KI-Nachfrage und die steigenden Server-Stückzahlen das Umsatz- und Gewinnwachstum tatsächlich antreiben. Bei den Smartphone-Zulieferern hängt die weitere Entwicklung stärker von der Nachfrage in diesem Markt ab.

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Häufig gestellte Fragen

Welche Chip-Aktien profitieren am stärksten vom Ausbau von KI-Rechenzentren?

Neben AMD und Intel profitieren auch Unternehmen, die Stromversorgung, Netzwerktechnik, Speicher oder fortschrittliche Chipverpackungen liefern. Für Anleger ist deshalb nicht nur entscheidend, welcher Hersteller den schnellsten KI-Chip entwickelt, sondern auch, wer an der gesamten Infrastruktur verdient.

Warum sind Server-CPUs für AMD und Intel so wichtig?

Server-CPUs erzielen in der Regel höhere Verkaufspreise und Margen als viele Prozessoren für private Computer. Gleichzeitig investieren Cloud-Anbieter und Unternehmen in neue Rechenzentren, wodurch die Nachfrage nach leistungsfähigen Serverprozessoren langfristig steigen kann.

Was bedeutet eine Übernahme wie Skyworks und Qorvo für Anleger?

Eine Übernahme kann Kosten senken, die Verhandlungsposition gegenüber Kunden verbessern und neue Märkte erschließen. Sie bringt aber auch Integrationsrisiken, zusätzliche Finanzierungskosten und die Gefahr mit sich, dass sich die strukturellen Probleme eines Geschäftsbereichs nicht schnell lösen lassen.

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