Die Erhöhung der Tabaksteuer trifft nicht nur Raucher, sondern auch Anleger – wie der Kursrutsch einer wichtigen Aktie zeigt.

Für Raucher wird es teurer: Das Bundesfinanzministerium plant eine schrittweise, deutliche Verteuerung von Zigaretten und anderen Tabakprodukten. Laut einem der Deutschen Presse-Agentur vorliegenden Entwurf könnte der Durchschnittspreis einer 20er-Packung von heute rund 8,80 Euro bis 2030 auf etwa 11,40 Euro steigen. Der Steueranteil allein würde dabei von rund 4,40 Euro auf 5,75 Euro wachsen.


Erhöhung der Tabaksteuer: Das plant die Regierung

Die Regierung kann dabei mit erheblichen Mehreinnahmen rechnen: 756 Millionen Euro im Jahr 2027, 1,6 Milliarden im Jahr 2028, rund 2,5 Milliarden im Jahr 2029 und schließlich 3,6 Milliarden Euro im Jahr 2030. Die Tabaksteuereinnahmen bewegten sich zwischen 2011 und 2023 stabil zwischen 14,1 und 14,9 Milliarden Euro, bevor sie 2024 auf 15,6 Milliarden und 2025 bereits auf 17,4 Milliarden Euro anstiegen.

Deutschland hinkt bei den Zigarettenpreisen im westeuropäischen Vergleich hinterher: Während eine Packung hierzulande 2024 durchschnittlich 7,33 Euro kostete, waren es in Frankreich bereits 12,07 Euro. Mit der Erhöhung will die Regierung die angespannten Staatsfinanzen entlasten und die Raucherquote bei Erwachsenen und Jugendlichen senken.

Zigaretten werden teurer: Was bedeutet das für Tabakkonzerne?

Die Tabaksteuererhöhung verdeutlicht, dass Tabakkonzerne zunehmend in raueres Fahrwasser geraten. Zwar werden Steuern häufig zumindest teilweise an die Verbraucher weitergegeben – doch höhere Endpreise dämpfen die Nachfrage. Raucher könnten dann auf Graumarktprodukte oder günstigere Alternativen ausweichen.

Hinzu kommt wachsender politischer Druck auf die Branche, und das in mehreren Ländern gleichzeitig. In Großbritannien beschloss die Regierung in diesem Jahr, dass Menschen, die ab 2009 geboren wurden, künftig keine Zigaretten oder E-Zigaretten mehr kaufen dürfen. 

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„Die Tabakepidemie ist eine der größten Bedrohungen der öffentlichen Gesundheit, die die Welt je erlebt hat", schreibt die WHO – und mahnt Staaten wie Deutschland, härter durchzugreifen. Schon jetzt ist der Tabakkonsum in Deutschland rückläufig, und die Regierung hofft, mit höheren Preisen vor allem Jugendliche abzuschrecken.

Weiterführende Links

Warum Tabakaktien unter Druck bleiben - und was Anleger bedenken sollten

Auch die Märkte reagierten auf die Ankündigung der Steuererhöhung: Aktien des Tabakkonzerns Imperial Brands, der mit seinen Produkten stark in Europa vertreten ist, notierten zum Zeitpunkt der Meldung rund 1,3 Prozent schwächer und haben seit Jahresbeginn bereits knapp 12 Prozent eingebüßt. Bei den internationalen Schwergewichten British American Tobacco und Philip Morris sanken die Kurse zwar ebenfalls kurzzeitig, erholten sich danach aber wieder.

Anleger sollten also genau beobachten, ob Imperial Brands und seine Wettbewerber ihre Ergebnisse korrigieren und ob sie es schaffen, sich in einem Marktumfeld weiter erfolgreich aufzustellen, in dem Tabakkonsum immer strenger reguliert wird.

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Imperial Brands (WKN: 903000)

Häufige Fragen

Wie stark steigt die Tabaksteuer in Deutschland bis 2030?

Laut einem Entwurf des Bundesfinanzministeriums soll der Steueranteil pro 20er-Packung von rund 4,40 Euro auf etwa 5,75 Euro steigen – der Gesamtpreis könnte damit von heute 8,80 Euro auf rund 11,40 Euro wachsen.

Welche Tabakaktien sind von der deutschen Steuererhöhung besonders betroffen? 

Am stärksten betroffen ist offenbar Imperial Brands, da das Unternehmen stark auf den europäischen Markt ausgerichtet ist. Die Aktie verlor zum Zeitpunkt der Meldung rund 1,3 % und notiert seit Jahresbeginn bereits knapp 12 % im Minus. 

Welche Mehreinnahmen erwartet der Staat durch die höhere Tabaksteuer?

Die Bundesregierung rechnet mit Mehreinnahmen von 756 Millionen Euro im Jahr 2027, die bis 2030 schrittweise auf rund 3,6 Milliarden Euro pro Jahr anwachsen sollen.


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Der Vorstand und Mehrheitsinhaber der Herausgeberin Börsenmedien AG, Herr Bernd Förtsch, ist unmittelbar und mittelbar Positionen über die in der Publikation angesprochenen nachfolgenden Finanzinstrumente oder hierauf bezogene Derivate eingegangen, die von der durch die Publikation etwaig resultierenden Kursentwicklung profitieren können: Imperial Brands.

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