Es ist keine leichte Zeit für Rheinmetall-Aktionäre. Binnen Jahresfrist hat der Titel mehr als 30 Prozent verloren, auch am Montag setzte er seine Talfahrt weiter fort. Einen Tag später verzeichnet die Rheinmetall-Aktie zum Handelsstart allerdings ein deutliches Plus. Naht womöglich die Trendwende?
Der Düsseldorfer Rüstungskonzern Rheinmetall ist einer der größten Profiteure des Ukraine-Kriegs. Die Aktie hat in den vergangenen zwölf Monaten jedoch deutliche Verluste verzeichnet und Anleger hoffen sehnlichst auf den Turnaround. Am Dienstag legten die Papiere um fast vier Prozent zu. Doch für Euphorie ist es noch zu früh.
Rheinmetall-Aktie mit starkem Börsenstart
Seit Ende Februar folgt die Rheinmetall-Aktie einem Abwärtstrend. Anleger warten weiterhin auf Impulse, doch Cashflow-Enttäuschungen, Projektunsicherheiten beim Panzerprojekt MGCS mit Frankreich, eine Abstufung von JP Morgan und weitere negative Nachrichten verhindern den Turnaround bisher. Auch am Montag konnte der Titel nicht aus dem der bisherigen Trend ausbrechen und die Aktie notierte bei 1.150,20 Euro zum Xetra-Schlusskurs. Zum Handelsstart am Dienstag legten die Papiere jedoch auf 1.194,20 Euro zu.
Mittlerweile korriguierte der Kurs im Xetra Handel etwas. Die Rheinmetall-Aktie steht jetzt bei 1.173 Euro, was immer noch einem Plus von 1,98 Prozent entspricht (Stand: 16. Juni 2026, 09:50 Uhr).
Übrigens: Im "Stabile Werte"-Index finden Anleger weitere Titel wie Rheinmetall, die selbst großen Krisen trotzen können.
Rheinmetall baut neue Wachstumstreiber auf
Rheinmetall liefert eine Reihe guter Nachrichten, die den Kurs bald antreiben könnten. Die Gründung eines Joint Ventures mit OHB, mit dem die Düsseldorfer ein Milliardenprojekt der Bundeswehr an Land ziehen wollen, und die Diversifizierung des Produktportfolios sind zwei davon. Bisher hat Rheinmetall vor allem im Bereich der Munition nahezu eine klare Monopolstellung einnehmen können, mittlerweile legt man einen wachsenden Fokus auf den Luft- und Seekampf.
Auf der Pariser Rüstungsmesse Eurosatory stellte Deutschlands größter Rüstungskonzern einen neuen Container vor, der bis zu 18 Kamikaze-Drohnen beherbergen kann. Der Container startet wie bei einem Flugabwehrsystem mehrere unbemannte Flugkörper, die selbstständig oder durch Menschen aus der Ferne gesteuert ein Ziel ansteuern und beim Aufprall explodieren. Dabei kann der Behälter nicht nur die Rheinmetall-Drohnen transportieren, sondern hat auch Platz für Flugkörper anderer Firmen. Das kommt nicht nur bei den Besuchern der Rüstungsmesse gut an.
Rheinmetall-Aktie kaufen oder abwarten?
Der Rüstungssektor wächst derzeit aufgrund dser Vielzahl geopolitischer Konflikte. Kommt es irgendwo zu einer Entspannung, wie aktuell im Iran-Krieg zu sehen ist, trifft das dann umgekehrt die gesamte Branche. Dass Rheinmetall sich jetzt gegen diesen Trend stemmt, ist ein gutes Zeichen. Doch eine wichtige Kursmarke liegt bei 1.319 Euro; diese muss die Aktie erst durchstoßen. Der Weg unter die Unterstützung bei 1.115 Euro ist dagegen deutlich realistischer - und damit auch die Gefahr, dass der Kurs sogar unter 1.000 Euro fällt.
Die Rheinmetall-Aktie ist akuell ein eher spekulativen Wert, der deutliche Risiken birgt. Auch ein echtes Ende des Abwärtstrends ist derzeit nicht unbedingt zu erkennen. Eine Investition in Rheinmetall sollte also trotz des guten Börsenstarts am Dienstag gut überlegt sein.
Echte Kaufchance?
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Häufig gestellte Fragen
Warum reagiert die Rheinmetall-Aktie so stark auf Nachrichten aus der Geopolitik?
Die Rheinmetall-Aktie wird stark von Erwartungen an Verteidigungsausgaben, Auftragslage und politische Entscheidungen beeinflusst. Schon kleine Veränderungen im Nachrichtenfluss können deshalb zu deutlichen Kursbewegungen führen.
Welche Faktoren sind für den weiteren Kurs der Rheinmetall-Aktie entscheidend?
Wichtig sind vor allem neue Großaufträge, Fortschritte bei Projekten wie MGCS, die allgemeine Bewertung am Markt und die Lage im Rüstungssektor. Auch Analystenstimmen und technische Marken spielen für kurzfristige Bewegungen eine große Rolle.
Ist die Rheinmetall-Aktie eher ein Wert für langfristige Anleger oder für Trader?
Für langfristige Anleger ist vor allem wichtig, ob das Unternehmen seine Wachstumsstory durch Aufträge und neue Geschäftsfelder bestätigen kann. Trader achten eher auf kurzfristige Kursmarken, Volatilität und Nachrichtenlage.
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