China hat es längst erkannt, den USA dämmert es jetzt: Bei der Nutzung von Solarenergie geht es nicht mehr allein um die Vorteile regenerativer Energien gegenüber fossilen.
Die übergeordnete Story
Schnell verfügbar und sicher skalierbar sind mittlerweile die Hauptargumente für die Nutzung von Solar- und Batteriespeichern, um den massiven Energiebedarf von Anwednungen rund um die Künstliche Intelligenz, Rechenzentren oder automatisierten Fertigungsunternehmen zu decken. In den USA dauert es von der Konzeption bis zur Inbetriebnahme eines Kernkraftwerks über ein Jahrzehnt, bei Kohle und Gas schlagen sechs bzw. vier Jahre zu Buche. Den Wettlauf mit der Zeit kann eigenlich nur Solar gewinnne mit einer Umsetzungsdauer von gerade mal ein bis zwei Jahren. Und Geschwindigkeit ist der entscheidende Faktor im Rennen um KI.
Die Unternehmensstory
First Solar ist der größte Hersteller von Solarmodulen in den USA und sollte von den beschleunigten Kapazitätserweiterungen durch Energieversorger, Hyperscaler und Netzbetreiber profitieren. Rückenwind für die Solarenergei kommt nun - etwas überraschend - in den USA auch von politischer Seite. Der Grund für den Stimmungsuschung der Trump-Administration: Das KI-Rennen gegen China darf nicht verloren werden und günstige Strompreise halten die Wähler bei Laune.
Die Folge: Die am 30. April veröffentlichten Quartalszahlen von First Solar übertrafen die Erwartungen der Analysten. Mit einem Umsatz von rund 1,04 Milliarden Dollar gegenüber geschätzten 1,03 Milliarden Dollar lag das Unternehmen nur leicht über dem Konsens, dafür wurde beim Gewinn pro Aktie mit 3,22 Dollar die prognostizierten 2,96 Dollar klar übertroffen. Der Ausblick für 2026 wurde bestätigt, eine Nachricht, die ebenfalls gut aufgenommen wurde. Die ersten Analysten erkennen das neue Potenzial der First Solar-Aktie. Gordon Johnson, von GLJ Research hat seine Bewertung für die Aktie von "Halten" auf "Kaufen" hochgestuft und das Kursziel von 207,82 US-Dollar auf 315 US-Dollar angehoben.
Die charttechnische Analyse
Im 5-Jahres-Chart auf Wochenbasis zeigt sich eine bullishe Cup-and-Handle-Formation. Der Henkel wurde regelgerecht ausgebildet, die Aktie brach in der Fortsetzung über den Widerstand bei 277 Dollar aus und konnte auf mehr als 300 Dollar zulegen. Aufgrund der überkauften Lage führte der anschließende Pullback den Wert wieder zurück auf den einstigen Widerstand. Im weiteren Verlauf kann es noch zu einem Gap-Close bei 258 Dollar kommen. Langfristig orientierte Anleger, denen Timing nicht so wichtig erscheint, können bereits jetzt eine kleine Position aufbauen und sukzessive erweitern, Derivate-Trader warten auf alle Fälle das Gap-Close ab. Erstes Kursziel sind dann 325 Dollar, Stopp bei 200 Dollar.
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