RWE-Aktie: Dea-Verkauf wird zur Zitterpartie
· Börse Online Redaktion
MOL habe Dea immer als ein sehr attraktives Geschäft betrachtet und sei offen für Gespräche, sagte ein Sprecher des Unternehmens. RWE wollte dies nicht kommentieren. Neben MOL hatte auch die BASF -Tochter Wintershall ein Auge auf Dea geworfen. Von BASF war zunächst keine Stellungnahme zu erhalten, ob das Interesse noch besteht.
Auf Seite 2: EUER VERKAUFSPROZESS KÖNNTE DEUTLICH WENIGER BRINGEN
NEUER VERKAUFSPROZESS KÖNNTE DEUTLICH WENIGER BRINGEN
RWE hatte im März den Zuschlag für 5,1 Milliarden Euro an eine Investorengruppe um den russischen Oligarchen Michail Fridman gegeben. Die anderen Gebote seien deutlich niedriger gewesen, hatten mit der Angelegenheit vertraute Personen gesagt. So habe das Angebot von Wintershall bei rund 3,5 Milliarden Euro gelegen. RWE müsste also bei einem Scheitern des Verkaufs wohl mit niedrigeren Alternativgeboten rechnen.
Dies würde den von der Energiewende gebeutelten Konzern hart treffen, will er doch mit den Dea-Einnahmen seine Schulden von über 31 Milliarden Euro drücken. Eine Verschiebung des Verkaufs an Fridman in das kommende Jahr könnte die Ratingagenturen auf den Plan rufen, die Vorstandschef Peter Terium ohnehin im Nacken sitzen. RWE hatte wegen hoher Abschreibungen in der Stromerzeugung 2013 einen Verlust von fast drei Milliarden Euro eingefahren. Angesichts der Unsicherheit über den Dea-Verkauf fiel die RWE-Aktie um vier Prozent und war damit zweitstärkster Verlierer im Leitindex Dax.
Die Zustimmung Großbritanniens, wo Dea knapp ein Fünftel seines Gases fördert, ist zwar nicht Voraussetzung für einen Abschluss. Eine Unbedenklichkeitsbescheinigung würde aber dem Käufer die Sicherheit einräumen, dass ihm nicht bisherige Förderlizenzen entzogen werden. Dies ist nach britischem Recht bei einem Eigentümerwechsel möglich. Anders als in Deutschland, wo der Deal insgesamt hätte untersagt werden können, geht es in Großbritannien um die Lizenzen. Vom britischen Energieministerium war keine Stellungnahme zu erhalten. Die Bundesregierung und die EU-Kommission haben den Verkauf genehmigt.
Auf Seite 3: AUCH TEILVERKAUF OHNE BRITISCHE GESCHÄFTE MÖGLICH
AUCH TEILVERKAUF OHNE BRITISCHE GESCHÄFTE MÖGLICH
Ein Verkauf ohne einen "Comfort Letter" des britischen Energieministeriums sei zwar möglich, erklärten die Analysten von UBS. Der Käufer würde aber wegen des Risikos wohl einen Preisnachlass verlangen. Dieser könnte bei 300 Millionen Euro liegen. Auch ein Teilverkauf wäre denkbar. "Rein technisch ist es möglich, die britischen Geschäfte aus der Transaktion herauszunehmen. Das ist aber nichts, was beide Parteien wollen", bekräftigte eine RWE-Sprecherin.
Ein Scheitern des Verkaufs würde allerdings nicht nur negative Reaktionen hervorrufen. Zwar finde der Markt Gefallen an den Verkaufsplänen, RWE würde aber eines seiner wenigen Wachstumsgeschäfte abgeben, erklärten die Analysten von Equinet. Dea ist in über einem Dutzend Ländern aktiv, darunter neben Deutschland und Großbritannien in Norwegen, Dänemark und Ägypten. Das Unternehmen mit Sitz in Hamburg hält Anteile an rund 190 Öl- und Gaslizenzen in Europa, dem Nahen Osten und Nordafrika. 2013 fuhren die rund 1500 Beschäftigten einen Betriebsgewinn von gut 500 Millionen Euro ein - etwa ein Zehntel des Konzernergebnisses. Allerdings verschlingt das Geschäft auch hohe Investitionen, die sich meist erst nach Jahren auszahlen.
Reuters
Buchtipp: Der Allwetter-Trader
Das Risiko „angreifen“, anstatt sich davor zu verstecken: Der erste Schritt zum Anlage-Erfolg besteht darin, Ihre Einstellung zum Risiko zu ändern. Tom Basso, unter Tradern weltweit eine echte Legende, verrät seine Philosophie, wie man lernt, das Risiko für die eigenen Investitionen zu nutzen.
Er erklärt innovative Konzepte der extremen Diversifikation, des Future-Handels sowie des Aktienengagements und Sie erfahren,
wie Sie Ihr Portfolio strukturieren und individuell anpassen können. Anhand seiner eigenen Erfahrungen zeigt Basso Wege auf, um bei jedem Marktklima erfolgreich zu sein. Erstellen Sie Ihre eigene Version eines Allwetter-Ansatzes!
Autoren: Basso, Tom
Seitenanzahl: 224
Erscheinungstermin: 18.09.2025
Format: Klappenbroschur
ISBN: 978-3-86470-978-4