Am Dienstagvormittag meldete BMW enttäuschende Absatzzahlen – vor allem aus China. Doch seit 14 Uhr legt die Aktie plötzlich stark zu. Das ist der Grund.
Der allgemeine Markteinbruch in China hat auch bei BMW im dritten Quartal auf die Absatzzahlen durchgeschlagen. Das führt dazu, dass die Münchener auf Konzernebene einen Rückgang von 6,3 Prozent auf 551.072 Fahrzeuge hinnehmen mussten, obwohl BMW in Europa und den USA mehr Autos verkaufte als vor einem Jahr. Immerhin schnitt der Autobauer damit besser ab als die deutsche Konkurrenz, die Rückgänge zwischen gut acht (Mercedes) und fast 20 Prozent (Volkswagen) meldete.
In China leiden derzeit alle deutschen Hersteller unter einem Preiskrieg in einem insgesamt schrumpfenden Markt. Dem konnte sich auch BMW nicht entziehen: Der China-Absatz sackte gegenüber dem Vorjahresquartal um 24,8 Prozent auf nur noch 114.355 Autos ab. In Europa dagegen profitierte BMW von einer starken Nachfrage nach seien Elektroautos; allen voran dem iX3, dem ersten Fahrzeug der Modellgeneration "Neue Klasse". Über alle Antriebsarten hinweg ging es in Europa um 2,7 Prozent auf 235.628 Autos nach oben. Bei den reinen E-Autos legte BMW sogar um 37,5 Prozent auf 81.941 zu. Weltweit waren es 110.257 sogenannte BEVs (battery electric vehicles - reine Elektroautos).
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Überraschender Kurssprung am Nachmittag
Zunächst reagierte die Börse am Dienstag eher fatalistisch auf die genmeldeten Zahlen. Dann jedoch ging es kurz nach 14 Uhr plötzlich steil nach oben mit der Aktie. Um 16 Uhr notierte sie 2,2 Prozent im Plus bei 54,22 Euro. Auslöser dafür dürfte ein Termin sein, den bislang nur wenige Anleger auf dem Schirm haben: BMW lud die Analysten am Dienstagmittag zum Pre-Close-Call.
Bei diesem Ereignis dürfen die Unternehmen zwar keine Zahlen nenne – das wäre ad-hoc-pflichtig. Aber sie geben eine Tendenz oder korrigieren Analystenschätzungen, die aus Sicht des Unternehmens zu weit weg von den realistischen Größen sind. Im Grund erinnert das Vorgehen an das Kindergeburtstags-Spiel Topfschlagen: „heiß“, „kalt“, „wärmer, wärmer“.
Im Falle von BMW waren die Analysten, so scheint es, bislang wohl zu pessimistisch. Anders ist der plötzliche Stimmungswandel gegenüber der Aktie, die erst vergangene Woche bei 52,16 Euro ein Sechs-Jahres-Tief markiert hatte, nicht zu erklären.
Dennoch rät BÖRSE ONLINE bei den Aktien von BMW weiterhin nicht zum Kauf. Wesentlich bessere Investmentchancen finden Sie hier.
Enthält Material von dpa-AFX
Häufig gestellte Fragen
Warum steigt die BMW-Aktie trotz schwacher Absatzzahlen aus China?
Der Kurssprung dürfte mit einem Pre-Close-Call zusammenhängen, zu dem BMW Analysten am Dienstag eingeladen hatte. Bei solchen Gesprächen können Unternehmen Tendenzen vermitteln oder Analystenschätzungen korrigieren. Offenbar waren die Erwartungen der Analysten zuvor zu pessimistisch.
Wie stark gingen die BMW-Verkäufe in China und weltweit zurück?
In China sank der Absatz im dritten Quartal gegenüber dem Vorjahreszeitraum um 24,8 Prozent auf 114.355 Autos. Weltweit verkaufte BMW konzernweit 6,3 Prozent weniger Fahrzeuge und kam auf 551.072 Autos.
Ist der Kurssprung ein Kaufsignal für die BMW-Aktie?
Trotz des Kursanstiegs wird die BMW-Aktie von BÖRSE ONLINE nicht zum Kauf empfohlen. Die Aktie hatte erst in der Vorwoche bei 52,16 Euro ein Sechs-Jahres-Tief erreicht.