So startet der DAX in die Woche und das ist für den deutschen Leitindex wichtig. Im Fokus stehen: BASF, Munich Re, Bitcoin, Nvidia, Hugo Boss, Eli Lilly, Musk und SK Hynix.
Der Dax steuert nach der schwachen Vorwoche am Montag auf eine Stabilisierung zu. Eine Stunde vor Handelsbeginn signalisierte der X-Dax für den deutschen Leitindex ein Plus von 0,3 Prozent auf 25.251 Punkte. Sein Eurozonen-Pendant EuroStoxx 50 wird ebenfalls etwas fester erwartet.
Die weiterhin sehr hohen Ölpreise kamen zum Wochenstart zumindest etwas zurück. An den asiatischen Börsen überwogen die Verluste. Weltweit im Fokus bleibt die Frage, ob sich die Milliardeninvestitionen in den KI-Boom tatsächlich zeitnah rentieren oder sich viele, vor allem der kleineren Anbieter, angesichts immer höheren Refinanzierungskosten nicht doch übernehmen. Dabei spielen die gestiegenen Zinsen eine wichtige Rolle. Hier entspannte sich die Lage zuletzt aber etwas, nachdem sich die Rendite der zehnjährigen US-Staatsanleihen knapp unter der Fünf-Prozent-Marke stabilisiert hat.
"Die ersten Schnäppchenjäger wagen sich auf das Parkett und nutzen die günstigeren Kurse zum Einstieg", kommentierte Portfoliomanager Thomas Altmann vom Vermögensverwalter QC Partners mit Blick auf den Dax. "Das muss allerdings nicht zwangsläufig eine langfristige Trendwende nach oben nach sich ziehen. Die letzten Wochen haben gezeigt, dass diese Schnäppchenjäger ihre Gewinne in einem steigenden Markt sehr schnell realisieren und damit weitere Kursgewinne ausbremsen." Den Dax sieht der Experte charttechnisch "weiterhin in seinem Seitwärtsmarkt gefangen".
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Frasers Group hält Mehrheit an Hugo Boss
Der britische Einzelhändler Frasers Group hat seinen Anteil an Hugo Boss auf 50,08 Prozent erhöht und kann damit einfache Hauptversammlungsbeschlüsse allein fassen. Nach einem gescheiterten Übernahmeangebot zu 38 Euro je Aktie erreichte Frasers so das im September angekündigte Ziel, mehr als die Hälfte der Anteile zu kontrollieren. Der Machtkampf belastet das Verhältnis zur Unternehmensführung; Aufsichtsratschef Stephan Sturm hatte im September seinen Rückzug angekündigt.
Musk warnt vor Finanzierungskrise bei KI-Infrastruktur
SpaceX hat laut Elon Musk 40 Milliarden Dollar Fremdkapital für den Kauf von GPUs aufgenommen, die im ersten Halbjahr 2027 geliefert werden sollen. Musk zufolge erhalten Unternehmen ohne nennenswerte Umsätze außerhalb von KI-Rechenzentren derzeit kaum Zugang zu Krediten; besonders kleinere Neocloud-Anbieter könnten deshalb scheitern oder übernommen werden. Die wachsende Kreditaufnahme großer Technologiekonzerne verstärkt zugleich die Sorge, ob die erwarteten KI-Erlöse die hohen Investitionen rechtfertigen.
US-Manager verlassen Alaska-LNG-Projekt wegen mutmaßlicher Novatek-Kontrolle
Mehrere US-Energievertreter haben das Start-up Polar LNG verlassen, nachdem sie laut Medienbericht Hinweise auf eine Finanzierung und strategische Steuerung durch den russischen Gasproduzenten Novatek entdeckt hatten. Polar wollte Infrastruktur aus dem sanktionierten russischen Projekt Arctic LNG 2 für ein LNG-Vorhaben in Alaska übernehmen, hatte dafür aber noch keine US-Genehmigung. Zusätzlich erschweren umfangreiche Transport- und Bauhürden das Projekt.
SK Hynix erwägt Sonderdividende aus Kioxia-Gewinnen
SK Hynix plant laut einem südkoreanischen Zeitungsbericht eine Sonderdividende von rund 16 Billionen Won beziehungsweise 12 Milliarden Dollar. Die Ausschüttung würde etwa 80 Prozent der geschätzten Gewinne aus dem teilweisen Verkauf der Kioxia-Beteiligung entsprechen und könnte zusammen mit den Quartalszahlen am 28. Oktober angekündigt werden. SK Hynix bestätigte die Pläne bislang nicht.
Lilly meldet vielversprechende Daten zu Lungenkrebsmedikament
Eli Lilly berichtete, dass Olomorasib in einer Studie mit Keytruda und Chemotherapie bei 62 Prozent von 77 zuvor unbehandelten Patienten eine bestätigte Tumorverkleinerung bewirkte. Die Ansprechdauer lag im Median bei 14,5 Monaten; die Ergebnisse stammen jedoch aus Studien ohne randomisierte Vergleichsgruppe. Die Phase-3-Studie soll den Wirkstoff mit etablierten Behandlungen vergleichen, erste Daten werden für das erste Halbjahr 2027 erwartet.
Nvidia-Projekt in Kasachstan gerät zwischen die KI-Blöcke
Kasachstan ist sowohl dem US-Bündnis Pax Silica als auch einer chinesischen KI-Kooperationsorganisation beigetreten und steht damit zwischen konkurrierenden Technologieblöcken. Nvidia und der Infrastrukturpartner Firebird vereinbarten mit der Regierung ein Rechenzentrumsprojekt im Umfang von bis zu zehn Milliarden Dollar, dessen erste Phase 2027 starten soll. Ein möglicher US-Druck auf Länder mit parallelen Bündnisbeziehungen könnte das Vorhaben belasten.
BASF erhöht Angebot für Evonik und verspricht Arbeitsplatzschutz
BASF bietet nach Medienberichten nun 24 Euro je Evonik-Aktie und bewertet den Spezialchemiekonzern damit mit mehr als elf Milliarden Euro. Das vorherige unverbindliche Angebot von 22,15 Euro hatte Evonik als zu niedrig zurückgewiesen; formelle Verhandlungen gibt es bislang nicht. BASF-Chef Markus Kamieth stellte für den Übernahmefall den Erhalt bestehender Standortvereinbarungen und den Ausschluss betriebsbedingter Kündigungen bis 2032 in Aussicht.
Munich Re hebt Gewinnziel nach starkem Quartal an
Munich Re erhöhte nach vorläufigen Zahlen zum dritten Quartal seine Gewinnprognose für das Gesamtjahr von 6,3 auf 6,6 Milliarden Euro. Der Quartalsüberschuss lag bei rund 1,7 Milliarden Euro und damit über den Analystenerwartungen von knapp 1,5 Milliarden Euro. Die DZ Bank bekräftigte ihre Kaufempfehlung mit einem fairen Wert von 625 Euro, Barclays bestätigte „Overweight“ und hob das Kursziel leicht auf 594 Euro an.
Bitcoin gibt vor Notenbankterminen nach
Bitcoin fiel zum Wochenstart zeitweise auf 79.300 Dollar, während auch Ethereum und XRP nachgaben; zuvor hatten Anleger Geld aus US-Bitcoin-Spot-ETFs abgezogen. Vor mehreren wichtigen Zinsentscheidungen bauten Investoren ihre Risikopositionen ab, während der Brent-Ölpreis am Montagmorgen deutlich nachgab. Für Dezember kalkulierten die Märkte laut Bericht mehrheitlich mit einer Zinserhöhung der US-Notenbank um 25 Basispunkte.
Enthält Material von dpa-AFX