Nach dem IPO-Hoch kämpft die SpaceX-Aktie mit deutlichen Verlusten. Star-Investor George Noble warnt davor, dass Kleinanleger bald geschröpft werden könnten.

Die Aktie von SpaceX befindet sich auf Talfahrt und nähert sich einem neuen Allzeittief. Mit momentan 139 Dollar notiert sie nur knapp über dem IPO-Preis von 135 US-Dollar. Der berühmte Investor und Hedgefondsmanager George Noble hält das Papier weiter für stark überbewertet und warnt vor einer bevorstehenden Welle von Insiderverkäufen.

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Noble: SpaceX-IPO „darauf ausgerichtet, Kleinanleger von ihrem Geld zu trennen"

„Der größte Börsengang der Geschichte entwickelt sich gleichzeitig zum größten Exit-Liquidity-Manöver der Geschichte", schrieb Noble am Samstag in einem Beitrag auf der Plattform X. Der IPO sei „darauf ausgerichtet, Kleinanleger von ihrem Geld zu trennen."

Laut Noble war die Bewertung von SpaceX von den eigentlichen Kennzahlen völlig abgekoppelt. Beim IPO-Preis von 135 Dollar war das Unternehmen mit mehr als dem 90-Fachen seines Umsatzes bewertet – kurz nach dem Börsenstart wurde gar das 140-Fache des Umsatzes aufgerufen.

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SpaceX (WKN: A42D4F)

Die frühe Kursrally sei laut Noble weniger auf solide Unternehmensgrundlagen zurückzuführen als auf das, was er einen „künstlich herbeigeführten Squeeze" nennt. Unmittelbar nach dem IPO waren weniger als fünf Prozent der SpaceX-Aktien frei handelbar. 

Die rasche Aufnahme des Unternehmens in den Nasdaq 100 sowie in die Russell-Indizes zwang passive Fonds und ETFs dazu, für Milliarden von Dollar Aktien zu kaufen – genau zu dem Zeitpunkt, als der handelbare Streubesitz am geringsten war. „Das Angebot war winzig, die Nachfrage dagegen obligatorisch", so Noble. „Das ist ein hausgemachter Squeeze."

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SpaceX: Unlock-Zeitplan als Kurstreiber, nicht Unternehmensentwicklung

Dieser Mechanismus drohe sich nun umzukehren. Noble verweist auf den veröffentlichten Lock-up-Zeitplan des Unternehmens, der gestaffelte Freigaben von Insideranteilen vorsieht – beginnend nach dem Quartalsbericht für das zweite Quartal, fortlaufend bis Jahresende und mit einer letzten Tranche im Juni 2027. Sobald Mitarbeiter und Frühphaseninvestoren ihre Anteile veräußern dürfen, könnte der handelbare Streubesitz erheblich ausgeweitet werden. Noble ist überzeugt: Nicht die Unternehmensentwicklung, sondern eben dieser Unlock-Zeitplan wird in den kommenden Monaten der entscheidende Kurstreiber sein.

Als einziges konsistent profitables Geschäftsfeld von SpaceX nennt Noble den Satelliten-Internetdienst Starlink – der allein rechtfertige die aktuelle Marktkapitalisierung jedoch bei Weitem nicht. Noble schätzt den fairen Wert der Aktie auf rund 30 Dollar und bezeichnet SpaceX als „die am stärksten überbewertete Aktie in relevantem Maßstab, die ich je gesehen habe".

SpaceX-Aktie: Meinungen der Analysten gehen weit auseinander

Tatsächlich gehen die Meinungen von Analysten bei der SpaceX Aktie weit auseinander. Während Morgan Stanley ein Kursziel von 300 Dollar nennt und sich auch UBS mit 210 Dollar positiv gibt, zeigt sich auch Morningstar skeptisch und beziffert den fairen Wert der SpaceX-Papiere auf nur 63 Dollar.

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Häufige Fragen

Wer ist George Noble?

George Noble ist ein US-amerikanischer Hedgefonds-Manager, Investmentstratege und Medienkommentator mit über 40 Jahren Erfahrung an der Wall Street. Er ist Managing Partner von Noble Capital Advisors. 

Was ist ein Lock-up nach einem Börsengang? 

Ein Lock-up ist eine vertragliche Sperrfrist, während der Insider – also Mitarbeiter, Gründer und frühe Investoren – ihre Aktien nach einem IPO nicht verkaufen dürfen. Ziel ist es, den Markt unmittelbar nach dem Börsengang vor einem massiven Angebotsüberhang zu schützen. Läuft die Frist ab, steigt das Angebot an handelbaren Aktien oft sprunghaft an, was den Kurs belasten kann.

Was bedeutet „Exit Liquidity" im Zusammenhang mit einem Börsengang? 

Der Begriff beschreibt eine Situation, in der frühe Investoren und Insider einen Börsengang primär nutzen, um ihre eigenen Beteiligungen zu Geld zu machen – auf Kosten der neu einsteigenden Privatanleger. Kritiker werfen SpaceX vor, genau dieses Muster zu bedienen: Eine künstlich erzeugte Nachfrage treibt den Kurs nach oben, während Insider auf einen günstigen Ausstiegszeitpunkt warten.

Hinweis auf Interessenkonflikte
Der Vorstand und Mehrheitsinhaber der Herausgeberin Börsenmedien AG, Herr Bernd Förtsch, ist unmittelbar und mittelbar Positionen über die in der Publikation angesprochenen nachfolgenden Finanzinstrumente oder hierauf bezogene Derivate eingegangen, die von der durch die Publikation etwaig resultierenden Kursentwicklung profitieren können: SpaceX.

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